Die Burg Eger

Die Burg Eger

Inmitten der wunderschönen Stadt Eger entdecken Gäste während einem Stadtrundgang schon bald die ersten Mauern der Burg Eger im Zentrum der Stadt. Diese aus dem Mittelalter stammende und ständig erweiterte Burg ist nicht nur eine besondere Sehenswürdigkeit, sondern auch Schauplatz einer der berühmtesten Legenden der Region. Die Burg Eger ist für Besucher offen und neben der Burganlage kann auch das Burgmuseum besichtigt und erkundet werden. Die Besucher erwartet ein ausführlicher Rundgang im Burggelände und viele Objekte, welche über die Jahrhunderte zur Verteidigung genutzt wurden. Von der Burg aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Stadt und beim Anblick kann man sich vorstellen, wie viel Land die Wächter damals überblicken mussten.

Der Ursprung der Burg Eger geht auf das 11. Jahrhundert zurück, als eine erste Burgform auf den Resten von römischen Fundamenten erbaut wurde. Da Eger von König Stephan I. als ein kirchliches Zentrum deklariert wurde, erhielt die Burg nicht nur die Aufgabe die Stadt zu verteidigen, sondern auch die Geistlichen bei Gefahr in Sicherheit zu bringen. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Burg immer weiter ausgebaut und befestigt. Der Grund hierfür war die ständige Bedrohung durch Tartaren oder andere angreifende Völker. Im frühen 16. Jahrhundert wurde Dobó István zum Burgkapitän ernannt, was sich später als perfekte Wahl herausstellte. Dem Kapitän war durchaus bewusst, dass es nicht lange dauern würde, bis die Osmanen auch Eger angriffen und deshalb ließ er die Mauern weiter festigen und die Waffen- und Vorratskammern auffüllen.

Als die Osmanen 1552 ihre Belagerung begannen, enstand neben den Fakten auch die Legende des Egri Stierblutes. Fakt ist, dass die heldenhaften Soldaten der Burg Eger eine absolute Übermacht davon abhalten konnten, die Burg einzunehmen und zwar solange, bis die Osmanen kapitulierten und sich zurückzogen. Die Legende besagt, dass Dobó während der Belagerung sah, wie seine Männer langsam Müde vom ununterbrochenen kämpfen wurden. Auf seinen Befehl hin wurden die Vorratskammern geöffnet und der dortige Rotwein an die Männer verteilt. Als die Verteidiger die nächste Angriffswelle attackierten, dachten die Osmanen, dass die Ungarn Stierblut getrunken hätten, weil ihre Bärte vom Wein blutrot getränkt waren. Aus abergläubischer Furcht gaben die Belagerer auf und so entstand die Legende vom Egri Stierblut.

Die Burg Eger hielt aber nicht ewig stand. Nach der Belagerung erlitten die Wälle schwere Schäden und bevor diese wieder repariert werden konnten, wurde die Burg Eger knapp 40 Jahre später von den Osmanen übernommen. Nach der Rückeroberung Ungarns verfiel die Burg allmählich und im 19. und 20. Jahrhundert begannen die Restaurationsarbeiten, damit die Burg nicht ganz verfiel. Nach langwierigen Ausgrabungen und Renovierungen gelang es die Wände fast vollständig intakt zu erhalten und auch die wichtigsten Gebäude der Burg Eger können heute von Besuchern bestaunt werden.

Gleich nach dem Eintritt in die Burg Eger können Besucher  die Burgfläche und besonders die Mauern begutachten. Die dicken Burgmauern sind über die Jahrhunderte immer wieder erneuert und befestigt worden, da der Einsatz von Artielleriewaffen besonders stabile Mauern erforderte. In dieser Außenanlage sind auch diverse Objekte zu finden. Dazu gehören Wachposten, Kanonen, Utensilien zum löschen von Bränden und vieles mehr. Man kann sich die Ausstellungsobjekte aus nächster Nähe ansehen und so die Außenanlage erkunden. Innerhalb der Burg Eger sind auch noch drei wichtige Gebäude zu finden. Der Burgpalast besitzt im Erdgeschoss einen gotischen Stil, während der obere Stock im Stil des 18. Jahrhunderts gehalten ist. Neben einem weiteren gotischen Gebäude ist auch die Kirche der Burg sehenswert, die man natürlich ebenfalls besichtigen kann.

Ein ganz wichtiges Element der Burg Eger ist das Dobó István Burgmuseum. Hier erlebt man die Geschichte der Burg, eine Ausstellung über das Leben in der Burg, eine Bildergalerie, das Gefängnis, den Raum der Helden und einen Gesteinsraum. Kombiniert mit den Burgkomponenten selbst bietet das Museum einen spannenden Überblick über das Leben in der Burg Eger. Da die Burg mitten in Eger liegt, sollte diese Sehenswürdigkeit unbedingt ein Bestandteil jedes Stadtrundganges werden. Neben einer wunderschönen ungarischen Burg betritt man auch den Ort, an dem die Legende des Egri Stierblutes entstanden ist und wo Männer heldenhaft die Burg gegen eine Übermacht verteidigt haben. Die Burg Eger lädt zu einem historischen Besuch in das Mittelalter ein und bietet ein Programm für einen spannenden Halbtag.

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