Die weltberühmte Tokajer Spätlese aus Tokaj

Die köstliche Tokajer Spätlese (Tokaji Aszú)

Es gibt zwar eine große Anzahl an ungarischen Weinen, manche wie das Egri Stierblut sind auch international bekannt, aber es kann nur einen König unter den Weinen geben. In Ungarn ist es die Spätlese in der Region der Städte Tokaj, Sátoraljaújhely und Abaújszánto. Der Name dieses königlichen Weines ist Tokajer Aszú. Aufgrund des ungarischen Klimas und des vulkanischen Bodens entstehen in dieser Gegend Weine von höchster Qualität. Es werden auch Weine wie Samorodner, Furmint, Muskateller oder Lindenblättriger hergestellt, doch der Tokajer Aszú ist am bekanntesten. Vinum Regum, rex vinorum (Wein der Könige, König der Weine) ist das Motto der Spätlese und in der Tat besagt der Spruch die Wahrheit.

Den ersten Tokajer Aszú stellte der Geistliche Máté Sepsi Lackó um das Jahr 1650 her. Der Grund für den besonderen Geschmack ist die Art der Zutaten, die man nimmt. Falls die Wetterverhältnisse optimal sind, platzen die Schalen der Beeren und Edelpilze beginnen zu gedeihen. Der Tokajer Aszú ist eine Spätlese, daher erntet man traditionell am 28. Oktober. Nun sammelt man die Beeren in Wannen und verarbeitet sie zu einer Art Teig, auf den man dann anderen Wein gießt. Mit der Zeit erhält man sogenannte Butten, die 25 kg Teigmasse entsprechen. Der Wein kann zwischen 3 und 6 “Buttig” sein. Als Faustregel gilt, dass ein Wein immer dann als verkaufsfähig gilt, wenn man die Anzahl der Butten plus 2 Jahre annimmt. Wenn man also einen dreibuttigen Wein aus dem Jahr 2006 hat, so darf man den Tokajer Aszú erst 2011 verkaufen.

Damit der Tokaji Aszú seinen weltberühmten Geschmack entfalten kann, gelten heute strenge Vorschriften für den Anbau und für die Herstellung. So werden beim oxiditativen und reduktiven Ausbau genaue Normen eingehalten. Auch die Lagerung kann nicht irgendwo erfolgen. In speziellen ungarischen Weinkellern der Gegend wird der Wein in traditionellen Eichenfässern gelagert, die den Edelpilz anlocken. Diese Keller sind miteinander vernetzt und besitzen somit gleiche Umgebungsbedingungen für den Wein. Auch nach der Abfüllung wird die Qualität des Weines genauestens kontrolliert, bevor er auf den Markt kommt, damit der makellose Ruf nicht beschäftigt wird.

Der Geschmack des Weines ist einzigartig und sollte daher unbedingt probiert werden. Bei einer Weintour oder einer Weinverkostung in einem ungarischen Weinkeller wird der Tokajer Aszú standardmäßig präsentiert und auch zum probieren freigegeben. Anatole France, ein französischer Dichter sagte einst folgendes zum Tokajer Aszú : “Wie glücklich kann sich eine Gegend schätzen, wo der mürbe Boden so honigsüße Quellen hervorbringt!” Sogar in der ungarischen Hymne wird der Wein erwähnt : “Du ließest auf die Rebstöcke von Tokaj Nektar tröpfeln”.

Neben dem klassischen Toakji Aszú gibt es noch weitere Sorten der allgemeinen Tokajer Spätlese. Vom süßen Wein bis hin zu lang gereiften höherprozentigen Exemplaren gibt es eine ganze Palette an Weinsorten. Da der Tokajer weltweit zu den besten Weinen zählt, ist der Name "Tokaj" in der ganzen EU und auch in weiteren Staaten geschützt. Das bedeutet, dass bei einem Wein mit der Aufschrift Tokaj auch wirklich die Tokajer Spätlese beinhaltet. Dieser Schutz ist wichtig, da bereits etliche Unternehmen versucht haben, den guten Ruf der Marke für eigene Produkte auszunutzen.

Der Tokajer Aszú kann entweder als Souvenir gekauft werden, oder als Glanzstück für die eigene Sammlung dienen.  International ist der Wein sehr bekannt und ein guter Jahrgang kann einen sehr hohen Wert erreichen. Zusätzlich ist er an sehr vielen Stellen erhältlich. Es gibt ihn nicht nur in Supermärkten und kleinen Shops, sondern auch in speziellen Weinläden. Während einer Weinverkostung kann man auch gleich Anfragen, ob man den eben gekosteten Wein kaufen kann, damit man den königlichen Geschmack gleich probieren kann. Am besten ist es aber noch immer den König der Weine in einem Restaurant in Tokaj zu kosten, dazu die ungarische Natur zu bewundern.