Das begehrte Paprikapulver Ungarns

Paprikapulver, das rote Gold aus Ungarn

Wenn man über die ungarische Kulinarik nachdenkt, dann kommt vielen Menschen sofort ein bestimmter Begriff in den Sinn, nämlich die ungarische Paprika. Das traditionelle Gemüse, welches in ganz Europa beliebt und begehrt ist gibt es auch in Form von ungarischem Paprikapulver. Das Gewürz wird praktisch in jedem ungarischen Restaurant verwendet und auch in vielen Restaurants außerhalb Ungarns darf das Gewürz in den Küchenregalen nicht fehlen. Die Erfolgsgeschichte vom ungarischen Paprikapulver ist zweifelsohne eine besondere, die so in Europa kaum ein zweites Mal stattgefunden hat. Von den bescheidenen Anfängen hat dieses Gewürz Einlass in die europäische Küche erhalten und hat diese seitdem auch nicht verlassen.

Das ungarische Paprikapulver ist nicht nur in der ungarischen Küche für das ungarische Essen essentiell, sondern es gilt weltweit als eines der beliebtesten Gewürzpulver. Wenn man PörköltHasenpaprikasch oder eine Gulaschsuppe zubereiten möchte, dann geht es nicht ohne Paprikapulver. Der Geschmack eines ungarischen Gerichtes verbessert sich enorm, wenn man die richtige Menge vom richtigen Pulver hinzufügt. Das Paprikapulver wurde rund um die Welt oftmals kopiert, aber der Geschmack dieser Kopien kann das Original nicht im Entferntesten das Wasser reichen.

Das Paprikapulver hat eine sehr ähnliche Geschichte wie die ungarische Paprika. Nach der Besatzungszeit der Türken baute man sehr bald eigene Paprikasorten an und schon bald erkannte man, dass man die Schoten trocknen und mahlen konnte, wodurch man das berühmte Paprikapulver erhielt. In Ungarn war dieses Gewürz in kürzester Zeit ein voller Erfolg, international wurde es jedoch erst im 19. Jahrhundert anerkannt, als ein Mitglied der Familie Gundel (Begründer des Gundel Restaurants) französischen Köchen das Gewürz präsentierte. Seitdem verwendet man am liebsten ungarisches Paprikapulver, wenn man es als Zutat benötigt.

Zwei Zentren des Paprikapulvers sind die Städte Szeged und Kalocsa. Hier baut man nicht nur eine Vielzahl an Paprikasorten an, sondern verarbeitet sie teilweise auch gleich in das Pulver. Die einheimischen Landwirte achten besonders darauf, dass nur die besten Schoten genommen werden, da auch nur ein paar schlechte Schoten das gesamte Paprikapulver verderben können. Die Schoten trocknen direkt unter der Sonne. Man sieht oftmals auf Bildern lange Paprikaschotenketten, die an Hauswänden hängen und trocknen.

Es ist ein wunderschöner Anblick, wenn man die großen Säcke mit dem strahlend roten Pulver sieht. Die Farbe des Paprikapulvers hängt von der Sorte ab. Am besten unterscheidet man das Pulver je nach Schärfe. Am schärfsten ist die Sorte “Rosenpaprika”, anschließend kommen Halbsüß, Edelsüß, Delikatess und Extra. Die Farben variieren von strahlend rot bis orange. Falls man sich dafür entscheidet nach einem ungarischen Rezept ein köstliches ungarisches Gericht zuzubereiten, dann sollte man unbedingt originales Paprikapulver verwenden, wenn dies eine Zutat ist.

Paprikapulver ist ein ausgezeichnetes Souvenir. Es ist nicht nur in Supermärkten erhältlich, sondern auch auf Märkten oder an Souvenirständen. Besonders beizweiterem  erhält man meistens das beste Pulver. Es wird in kleinen Säckchen aus Stoff angeboten und schmeckt einfach vorzüglich.  Es gibt verschieden Schärfen von der Marke Kotányi, aber auch Pulver aus Kalocsa. Erhältlich sind sie in Plastikverpackungen oder als Geschenk in Leinensäckchen. Somit dient das Paprikapulver als ideales Geschenk, da jede Gewürzsammlung mit dieser Zutat eine große Bereicherung erhält.

Wie bei anderen Hungarica wird auch beim ungarischen Paprikapulver darauf geachtet, dass die offiziellen Marken das Gütesiegel besitzen. Die Auswahl ist insbesondere in Supermärkten sehr groß, wodurch alle Sorten angefangen von csemege für süß bis hin zu csipös für scharf angeboten werden. Traditionellerweise mögen die Ungarn selbst die schärferen Sorten lieber, während Touristen, die das Pulver als Souvenir mitbringen, eher die milderen Sorten bevorzugen. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, welchen Schärfegrad man bevorzugt. Wenn man sich nicht sicher ist, welche Schärfe für die eigene Küche geeignet ist, dann kann man auch kombinierte Packungen kaufen, die kleine bis mittelgroße Mengen von allen Schärfegraden beinhalten, damit der Gaumen auf eine Entdeckungstour gehen kann.