Der begehrte Honig der ungarischen Imker

Der ungarische Honig

Es gibt einige Erzeugnisse der ungarischen Kulinarik, die international bekannt sind. Dazu gehören die ungarische Salami und die Gänseleber und diese Produkte sind auch für den köstlichen Geschmack bekannt. Doch viele Menschen vergessen oder wissen gar nicht das ungarischer Honig einen Großteil der Bestände in Biomärkten, aber auch in vielen ungarischen Supermärkten und internationalen Geschäften ausmacht. Der natürliche Honig der ungarischen Bienen ist so beliebt, dass Ungarn einen nicht unerheblichen Anteil am weltweiten Honigmarkt besitzt. Für die meisten Gäste ist der Akazien-Honig aus Ungarn am bekanntesten. Zu einem köstlichen Frühstück ist ungarischer Honig eine perfekte Ergänzung.

Die Produktion des ungarischen Honigs entstand aus dem europäischen Mythos rund um das goldene Lebensmittel. Für nordische Kulturen war das gelbe Gold das Lebenselixier und die Formel für die Unsterblichkeit, während der römische Gott Eros auf seinen Liebespfeilen immer Honig hatte, um zwei Menschen zusammenzuführen. So gab es auch bei vielen ungarischen Bauernhöfen im Lauf der Jahrhunderte kleine Imkerbetriebe die Honig für die Familie und den Markt herstellten. Als im 20. Jahrhundert die ersten Behandlungsmethoden für Bienen wie Antibiotika und andere modifizierende Stoffe eingeführt wurden, konnten sich die ungarischen Imker diese Mittel nicht leisten. Jahre später waren diese Menschen sehr froh über das damals fehlende Geld, denn nur dadurch erhielt der ungarische Honig den Status Bio und 1A Qualität.

Heute ist die Produktion des ungarischen Honigs ein wichtiger Bestandteil der ungarischen Wirtschaft. Mit 25.000 Tonnen Honig pro Jahr ist Ungarn nicht nur der zweitgrößte Produzent Europas, sondern auch Besitzer eines weltweiten Honigmarktanteiles von 5%. Das Geheimnis des Erfolges ist aber nicht die Masse, sondern die Qualität. Bis heute verzichten die ungarischen Imker auf Chemikalien und spezielle Behandlungen und deshalb ist der Honig auch in Bioläden ein Muss. Der Honig kann aber nicht überall in Ungarn angebaut werden. Zwei Faktoren spielen eine wichtige Rolle, ob man einen Imkerbetrieb  errichten kann oder nicht. Der erste Faktor ist die geographische Lage. Trotz des gemäßigten ungarischen Klimas sind manche Regionen wie die ungarische Puszta, oder große Agrargebiete westlich des Balaton ungeeignet. Die ungarischen Bienen benötigen ein Ökosystem, in welchem sie möglichst wenig natürliche Feinde haben und auch einige Obsthaine vorhanden sind.

Der zweite Faktor für einen perfekten ungarischen Honig sind besiedelte Gebiete. Inmitten in Budapest oder Sopron ist es trotz einer guten geographischen Lage unmöglich Honig zu produzieren. Es können nicht nur die Bienen stark durch Städte beeinflusst werden, sondern auch Einheimische oder Touristen in dem Gebiet. Deshalb findet man heute einen Großteil der Bienenbestände bei ungarischen Bauernhöfen, die Abseits jeder Hektik sind. Ein wichtiges Merkmal für die Bienenbestände sind die zahlreichen kleinen Betriebe. Obwohl der Ertrag des ungarischen Honigs pro Betrieb und Jahr nicht sehr hoch ist, summieren sich die vielen Betriebe zu einer Gesamtmasse von 25.000 Tonnen jährlich.

Leider versucht man den sehr guten Ruf des ungarischen Honigs zu schaden, indem manche Unternehmen billigen Honig herstellen und diesen als ungarischen Akazien-Honig verkaufen. Für den ungarischen Imkerverband sind diese Verbrecher ein Dorn im Auge und deshalb wurde 2009 eine einheitliche Glasform für den echten Honig vereinbart. Mit einem Siegel und unverkennbaren Merkmalen können diese Gläser nur von ungarischen Imkern erworben werden, was das kopieren sehr erschwert. Neben der Gläser wird der Honig aber auch in Plastikflaschen, die wie Bären aussehen verkauft. Das bedeutet nicht, dass es sich um keinen echten ungarischen Honig handelt, sondern das es bei dieser Form schwer ist, ein kopiersicheres Modell zu entwerfen.

Deshalb ist es am einfachsten, wenn man im Supermarkt oder im Bioladen noch einmal nachfragt, ob das echter ungarischer Honig ist, was angeboten wird. Dieser Honig ist eine wahre Sensation für die ganze Familie am Frühstückstisch. Nicht umsonst ist das gelbe Gold weltbekannt und wegen der rein biologischen Produktion schmeckt er umso besser. Auch die Preise sind sehr gut, denn 250g ungarischer Honig kosten 1000 Forint (rund 4 Euro). Während einem Urlaub in Ungarn kann man als Souvenir einfach ein Glas Honig mitnehmen und den köstlichen Geschmack selbst entdecken, den so viele Menschen bereits kennen und wertschätzen.