Informationen zu Gänsen aus Ungarn

Die ungarischen Gänse und die Gänsezucht

Die ungarische Kulinarik bietet Gästen aus dem Ausland eine große Vielfalt an den verschiedensten ungarischen Gerichten und Lebensmitteln. Egal ob man in einem ungarischen Restaurant eine Gulaschsuppe isst, oder sich eine ungarische Salami kauft, all dies trägt zur wunderbaren kulinarischen Landschaft Ungarns bei. Ungarische Gänse und die damit verbundene Gänsezucht gehören ebenfalls zur Kulinarik und insbesondere die Gänseleber aus Ungarn ist ein weltweit führendes Exportprodukt. Menschen schätzen ganz besonders den feinen Geschmack der Leber und die hohe Qualität der dazugehörigen Zucht. Die ungarischen Gänse sind daher nicht nur ein wichtiges Hungaricum, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der ungarischen Wirtschaft.

Die Geschichte der ungarischen Gänse und der Gänsezucht geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Aus diesem Jahrhundert gibt es erste Hinweise darauf, dass die Ungarn erstmals Gänse gezüchtet und sie gemästet haben, um eine besonders schmackhafte Leber zu erhalten. Dokumentiert wird die Gänsezucht seit ungefähr 400 Jahren und seitdem war die ungarische Gans und die Gänseleber besonders in Adelskreisen ein sehr beliebtes Gericht. In Makó zum Beispiel waren die ungarischen Gänse zum Beispiel dafür bekannt, dass sie besonders große Lebern hatten, die auch einzigartig im Geschmack waren. Das Stopfen der Gänse selbst ist übrigens keine ungarische Erfindung. Bereits in antiken Kulturen wurden Gänse gestopft um möglichst große Lebern zu erhalten.

Die heutige Gänsezucht in Ungarn ist ein wichtiger Bestandteil der ungarischen Wirtschaft. Seit Jahren gibt es zwischen Frankreich und Ungarn einen Konkurrenzkampf, welches Land die besseren Gänse und Gänselebern produzieren kann. Seit 2007 hat Ungarn Frankreich überholt und dabei auch die Qualität behalten. Europaweit kaufen Kunden die ungarische Gänseleber, die in den eigenen Ländern meist sehr rar ist. Aus diesem Grund sind die ungarischen Gänsezüchter auch verpflichtet hygienische und gesundheitliche Bedingungen so hoch wie möglich zu erhalten. Daher neigt der Trend der ungarischen Gänse in die Richtung, dass Gänse, die den Stopfprozess ertragen, zumindest in Bodenhaltung, wenn nicht sogar in Freilandhaltung leben können. In Städten wie Hortobágy ist es keine Seltenheit, wenn man am Stadtrand große Gänsegruppen am Bauernhof entdeckt, die das Klima der ungarischen Puszta genießen können.

Die ungarischen Gänse und die dazugehörige Gänsezucht sind auch für viele gastronomische Betriebe sehr wichtig. Auf ungarischen Speisekarten wird man immer wieder Gerichte mit ungarischer Gänseleber entdecken. Bei einem ungarischen Weihnachtsessen gehören köstlich gefüllte Gänse zum Weihnachtsfest und auch für Jadgpasteten und einen Budapester Lungenbraten gehört die Gänseleber dazu und verleiht diesen Gerichten einen herrlichen Geschmack. Besonders werden bei den ungarischen Gänsen die vielen Vitamine geschätzt, die sich in der gemästeten Leber sammeln und 2 bis 3 mal so viele Vitamine enthalten wie in herkömmlichen Lebern.

International gerieten ungarische Gänse und die Gänsezucht in Verruf, nachdem die Tierschutzorganisation Vier Pfoten den ungarischen Betrieben vorgeworfen hat, den Stopfprozess so grausam wie möglich zu gestalten und Gänseleber von schlechter Qualität zu verkaufen. Als Antwort darauf haben ungarische Gänsezüchter diverse Beweise für illegale und radikale Aktivitäten der Tierschutzmitglieder erbracht. Beide Problematiken sind mit objektiven Argumentation der Parteien nicht zu lösen, eine Tatsache gibt es aber, welche egal aus welchen Gründen auch immer unumstritten ist. Die ungarische Gänseleber ist von sehr hoher Qualität und wird deshalb international geschätzt. Es werden alle EU-Kriterien eingehalten und meistens auch übertroffen. Für Freunde der Gänseleber ist eine köstliche Leber auf einem ungarischen Markt ein herrlicher kulinarischer Erwerb und auch in ungarischen Restaurants erhält man ungarische Gänse und Gänseleber von höchster Qualität.

Ob man den Stopfprozess für die Gänseleber duldet oder nicht ist jedem selbst überlassen. Die ungarischen Gänse und die Gäsnezucht bieten ein Hungaricum an, welches seit 400 Jahren Tradition ist und vor vielen Jahren den Adel, und heute Feinschmeckern und Gansliebhabern schmeckt. Für Menschen, die das Stopfen ablehnen ist die ungarische Gänseleber nicht das richtige, doch für all jene die Gänseleber schätzen, sollten auf jeden Fall die Leber einer ungarischen Gans probieren. Der Geschmack ist herrlich und die vielen Vitamine sind für den Körper sehr gesund. Deshalb kann man im ungarischen Supermarkt, aber auch im heimischen Supermarkt bedenkenlos bei der ungarischen Gänseleber zugreifen. Der Prozess der Gänsezüchter ist vielleicht nicht für jeden der optimale, die Qualität selbst leidet darunter aber keinesfalls. Andernfalls wäre Ungarn heute nicht der weltgrößte Exporteur von der Gänseleber.