Eine ungarische Gänsekeule aus klassische Székely Art

Gänsekeule auf Székely Art (Székely Libacomb)

Die Gans ist in der ungarischen Kulinarik ein wichtiger Bestandteil. In ganz Ungarn gibt es Gänsefarmen und Zuchtanlagen, die jährlich so viel produzieren, dass sie mit dem anderen großen Herstellerland Frankreich durchaus konkurrieren. Der Székely Libacomb ist ein ungarisches Gericht, welches die Gans als Hauptbestandteil und das Sauerkraut als zweite wichtige Zutat nimmt. Somit gibt es hierbei Ähnlichkeiten mit dem Szegediner Gulasch, aber dieses Gericht selbst schmeckt einfach wunderbar.

Auch der Székely Libacomb stammt von den heutigen Széklern, die heute in jenen Teilen Rumäniens leben, die damals noch zu Ungarn gehörten. Aus dieser Region stammen heute einige Rezepte und Gerichte, die heute in ganz Ungarn für ihre Köstlichkeit bekannt sind. Das Rezept für dieses edle ungarische Gericht wurde aus dem damaligen Osten Ungarns nach Budapest gebracht, nachdem Ungarn in den 1920er Jahren zahlreiche Territorien verloren hatten. Manche Székler brachen nach Westungarn auf und nahmen dabei auch das Rezept für die Gänsekeule auf Székely Art mit. Die Ungarn waren von diesem Gericht begeistert und es verbreitete sich sehr schnell als traditionelles und besonderes Gericht aus dem ehemaligen Ungarn. So wird es heute noch in ungarischen Restaurants als Spezialität mit herrlichen Zutaten zubereitet und serviert.

Für die Zubereitung der Gänsekeule auf Székely Art braucht man einige Zutaten. Damit das Gericht wirklich traditionell ungarisch schmeckt, sollte man darauf achten typisch ungarische Zutaten für das Gericht zu kaufen. Es geht natürlich auch mit den eigenen Zutaten, aber schon dieser kleine Unterschied wirkt sich enorm auf den guten Geschmack der Gans aus.

Es werden folgende Zutaten für den Székely Libacomb benötigt:

  • 2 große Gänsekeulen (zwischen 0,8-1kg Gewicht)
  • Gänsefett
  • Zwiebel
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Tomate
  • 2 schärfere rote Paprika
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Apfel
  • 800 g Sauerkraut
  • 2-3 dl Rahm
  • Salz
  • Dill

Die Zubereitung der Gänsekeule auf Székely Art benötigt zwar 8 längere Schritte, aber das zubereiten lohnt sich definitiv. Es ist empfehlenswert sich die Arbeitsliste vorher durchzulesen, bevor man beginnt, damit man anschließend nicht hetzen muss. Zum Gericht passen eine Apfelcrèmesuppe oder ein Rétes als Nachtisch. Nun die Anleitung für die Zubereitung des Székely Libacomb:

  1. Die Gänsekeulen werden als erstes gewaschen und entzweigeschnitten.
  2. Nun werden auf ein wenig Gänsefett die in klein geschnittenen Zwiebelwürfel knusprig gebraten.
  3. Die Pfanne mit den Würfeln wird kurz vom Feuer genommen, um die rote Paprika dazuzugeben und auch das Fleisch hinzuzugeben.
  4. Anschließend wird der Inhalt auf einer starken Flamme erhitzt und gebraten während man immer einzeln etwas salzt und die gewaschene grüne Paprika und die Tomate dazugibt.
  5. Der nächste Schritt ist es die Flamme etwas zu senken und die Pfanne mit einem Deckel zu verschließen. Nun dampft das Gänsefleisch im eigenen Fett vor sich hin. (Wenn das Fett schon bald verdampfen sollte, dann kann man es mit ein wenig Wasser oder neuem Fett ersetzen)
  6. Als nächstes wird das Sauerkraut gewaschen, abgetropft und anschließend mit dem Lorbeerblatt und den mit Streichholzdicke geschnittenen Apfelstücke in die Pfanne gegeben. Auch diese Zutaten dampfen nun vor sich hin.
  7. Wenn das Fleisch und das Sauerkraut fertig gebraten sind, mischt man den Inhalt zusammen und übergießt ihn mit dem Rahm und man gibt auch den fein geschnittenen Dill dazu. Bei Bedarf kann man auch noch etwas nachsalzen, wenn man möchte.
  8. Zum Schluss werden die Zutaten noch einmal verrührt und gemischt und das fertige Gericht wird sofort serviert.

Als Beilage zum Székely Libacomb empfehlen wird ganz besonders frisch gebackenes Weißbrot. Zusätzlich gilt hier das ungarische Sprichwort: Das Sauerkraut schmeckt beim wiederaufwärmen besser. Deshalb kann man das Sauerkraut auch schon einen Tag vorher zubereiten, um sich diese Arbeitsschritte zu ersparen. Es wird empfohlen das Gericht auf gar keinen Fall als Abendessen zu servieren, da es sehr deftig ist, deshalb eignet es sich perfekt als Mittagessen. Wir wünschen gutes gelingen und guten Appetit.