Der historisch bedeutsame Nationalfeiertag am 15. März

Der Ungarische Nationalfeiertag am 15. März

Einer der wichtigsten ungarischen Feiertage ist der 15. März. Dieses Datum repräsentiert nicht nur den Beginn eines der wichtigsten Ereignisse der ungarischen Geschichte, sondern auch einen kulturellen und abwechslungsreichen Tag im heutigen Ungarn. Es gibt zwar weitere Nationalfeiertage, jedoch kann der 15. März, oder der Tag der ungarischen Revolution 1848, als Begründungsdatum für das bürgerliche Ungarn angesehen werden. An diesem Tag gibt es nicht nur Paraden und Feierlichkeiten, sondern auch viele informative, aber auch politische Veranstaltungen, welche einerseits erinnern und gleichzeitig Referenzen zur heutigen Zeit herstellen.

Der Nationalfeiertag am 15. März geht auf das Jahr 1848 zurück. Nach der Zurückdrängung der Osmanen aus Ungarn erklärte das Habsburgerreich das gesamte Königreich Ungarn zu einem österreichischen Teilgebiet. In dieser Zeit litten viele Bürger an Hunger und Armut, da die Entwicklung in Ungarn zwar wirtschaftlich orientiert war, von dieser Entwicklung jedoch fast ausschließlich Österreich profitierte. Während in anderen europäischen Länder blutige Revolutionen stattfanden, versammelten sich am 15. März 1848 viele junge Menschen unter politischen Persönlichkeiten wie Sándor Petöfi und Kossuth Lajos, um mehr Rechte für Ungarn zu fordern.

Zunächst schien es so, dass diese Forderungen erfüllt werden. Ungarn sollte ein Parlament erhalten und auch die Rechte sollten neu überdacht werden. Schon nach kurzer Zeit eskalierte die Situation aber und Ungarn und Österreich hatten sich den Krieg erklärt. Österreich nutzte im folgenden Jahr die eigenen und russische Streitkräfte, um die Revolution blutigst niederzuschlagen. 1849 endete die Ungarische Revolution mit tausenden Opfern, darunter vielen Zivilisten.

Die Revolution und die damit verbundenen Ereignisse vom 15. März 1848 waren aber alles andere als vergebens. Nur wenige Jahre später, 1867, wurde der Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn ausgerufen, und nicht einmal 100 Jahre nach der Revolution wurde Ungarn 1918 zum souveränen Staat erklärt. Daher wird dieses Ereignis bis heute als einer der Wichtigsten in der gesamten ungarischen Geschichte angesehen.

Heute verbinden die Ungarn mit dem Nationalfeiertag am 15. März verschiedene Gefühle. Für viele Menschen ist dies ein besonderer und patriotischer Tag, an dem an die Helden des Revolutionskrieges erinnert wird. Andere wiederum sehen dieses Datum als Vorlage dafür, wie auch heute Änderungen in Ungarn betrachtet werden sollen. Natürlich wird nicht von einer Revolution ausgegangen, jedoch von einer Ideologie, die neue Ideen nicht versteckt sondern offen präsentiert und auch vertritt.

Am Nationalfeiertag des 15. März wird man als Besucher insgesamt zwei Arten von Dekorationen im gesamten Land finden. Das erste Element ist die ungarische Fahne, die an diesem Tag praktisch überall gehisst ist und von Gebäuden, Fenstern und Stangen weht. Das zweite Element ist die sogenannte Kokárda, welche eine kreisförmige Ansteckflagge mit Bändern ist, die sich die Ungarn gerne auf die Kleidung anstecken. In einem Rot-Weiß-Grünen Farbenmeer sind auch Straßen, Statuen, Fahrzeuge und Plätze geschmückt.

Der Nationalfeiertag am 15. März wird von vielen Menschen auch aktiv genutzt. Aus dem kulturellen Bereich gibt es jedes Jahr diverse Veranstaltungen und Ausstellungen, die sich mit der Revolution und deren Persönlichkeiten beschäftigen. Künstler präsentieren auch gerne Kunstwerke und Gedichte, die das Revolutionsthema nutzen und tragen zum Beispiel auch diese Gedichte vor.

Auch die ungarische Politik nutzt den ungarischen Nationalfeiertag am 15. März. Es werden oftmals Analogien an die damalige Zeit hergestellt, wobei die jeweils amtierenden Parteien das Datum nutzen, um die eigenen Politik zu bestätigen und Oppositionelle gerne zu einer symbolischen Revolution gegen die derzeitige Regierung aufrufen. Bei solchen Kundgebungen sind auch immer viele politisch interessierte Menschen anwesend, die sich die Redner anhören.

Am 15. März sind die Geschäfte generell geschlossen, wodurch sehr viele Menschen die Möglichkeit haben, diesen Feiertag auf ihre persönliche Art zu feiern. Die Feierlichkeiten sind aber natürlich nicht nur für Ungarn. Für Besucher aus dem Ausland bieten sich viele Möglichkeiten. Man kann sich zum Beispiel eine Parade ansehen, die bunt geschmückten Straßen betrachten und sich vielleicht selber eine Kokárde anstecken und so dieses Stück ungarische Geschichte am 15. März mitzufeiern.