Die berühmten ungarischen Szaloncukor

Die berühmten ungarischen Weihnachtsbonbons (Szaloncukor)

In der Vergangenheit waren die Süßigkeiten in Seidenpapier eingewickelt
Der Szaloncukor ist ein fester Bestandteil der ungarischen Weihnachtstradition und versüßt die Feiertage im gesamten Land (1)
Mit der Zeit findet jeder einen Lieblingsgeschmack  unter den vielen Sorten
Zu den klassischen Füllungen gehören Marzipan und Gelee, jedoch gibt es inzwischen dutzende Geschmacksrichtungen (2)
Wenn man erst einmal ein Szaloncukor probiert hat, ist es schwer wieder aufzuhören
Sowohl in Supermärkten, als auch an Weihnachtsmärkten und in Fachgeschäften können einzelne Szaloncukrok oder ganze Schachteln erworben werden (3)
Inzwischen gilt das Bonbon als offizielles Hungarikum
Traditionell werden die Bonbons auf dem Weihnachtsbaum aufgehängt, sie eignen sich aber auch an anderen Orten als weihnachtliche Dekoration (4)

Einleitung:

Wenn man einmal ein Weihnachtsfest in Ungarn miterlebt hat, dann wird einem sofort bewusst, dass die Feiertage von vielen kulinarischen Besonderheiten begleitet werden. Ungarisches Weihnachtsgebäck wie zum Beispiel Beigli und das schmackhafte Weihnachtsessen sind nur zwei Beispiele für die außergewöhnlichen Genüsse. An den Ästen von Weihnachtsbäumen sind im ganzen Land auch kleine in Folienpapier gewickelte Süßigkeiten zu finden, die im Ungarischen als Szaloncukor bezeichnet werden. Dieses Bonbon ist ein nicht wegzudenkender Teil des Weihnachtsfestes geworden und sowohl Kinder als auch Erwachsene erinnern sich sofort an die schönen Erlebnisse der vergangenen Weihnachten, wenn sie den herrlichen Geschmack des Konfekts genießen.

Geschichte:

Auch wenn der Werdegang des Szaloncukor bis heute nicht ganz geklärt werden kann, so steht inzwischen eine vernünftige Theorie zur Verfügung. Im Frankreich des 14. Jahrhunderts wurden bereits ähnliche Pralinen zubereitet, dessen Rezepte in den nächsten Jahrhunderten auch die Gebiete des heutigen Deutschlands erreichten. Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte das in Seidenpapier gehüllte Konfekt eine große Popularität in Ungarn. Zeitgleich zur Süßigkeit begann im Land auch die Tradition des Weihnachtsbaumes und so eignete sich das Szaloncukor hervorragend als Dekoration für den festlichen Baum. Am Ende des 19. Jahrhunderts existierten in Ungarn bereits 17 verschiedene Rezepte für die Süßigkeit und aufgrund der enormen Nachfrage wurde eigens für die Konditorei Gerbeaud eine Dampfmaschine für die Herstellung gebaut.

Im 20. Jahrhundert änderte sich die Herstellung des Szaloncukor zum größten Teil von der Handfertigung zur maschinellen Massenproduktion. Dadurch konnten sich nicht nur die wohlhabenden Menschen die Leckerei leisten, wodurch Weihnachtsbäume im ganzen Land mit ihnen dekoriert wurden. Im 21. Jahrhundert wurde von einem offiziellen Gremium beschlossen, dass das Szaloncukor wegen seiner über 200-jährigen Tradition und der großen Verbreitung zu einem Hungarikum ernannt werden sollte. Diese Entscheidung war durchaus zutreffend, denn sogar Auslandsungarn in fernen Ländern möchten am 24. Dezember nicht auf das Weihnachtskonfekt verzichten.

Namensherkunft:

Der Name Szaloncukor ist die ungarische Variante einer deutschen Wortkombination. Im 19. Jahrhundert war es üblich den Weihnachtsbaum im Salon aufzustellen und sowohl in Österreich als auch in Ungarn wurde diese Tradition von Anfang an gepflegt. Da sich die Süßigkeiten auf dem Baum befanden, nannte man sie Salonzuckerl und dieser Name verbreitete sich auch schnell. In Ungarn fand eine einfache Übersetzung statt und aus Salon wurde Szalon und aus Zuckerl wurde Cukor. Interessanterweise ist der Begriff Salonzuckerl heute nicht mehr üblich, um die Süßigkeit zu bezeichnen, stattdessen werden Begriffe wie Weihnachtsbonbon oder Weihnachtskonfekt verwendet.

Zubereitung:

Die Zubereitung eines Szaloncukor erfolgt aufgrund der enormen Nachfrage heutzutage fast nur noch maschinell. Mit spezialisierten Fertigungsmaschinen werden die in Schokolade gehüllten Pralinen in Folienpapier gewickelt und gestapelt. Es stehen aber auch zahlreiche Unternehmen zur Verfügung, die das Weihnachtsbonbon in Manufakturen herstellen und in entsprechend kleineren Mengen verkaufen. Das Café Gerbaud oder die Konditorei Szamos bieten jedes Jahr eine begrenzte Menge an handgemachten Erzeugnissen an, die direkt vor Ort gekauft oder bestellt werden können. Manche Familien haben auch die Tradition die dekorativen Leckereien selber herzustellen, da es inzwischen zahlreiche Rezepte hierfür gibt. Der Aufwand ist natürlich etwas größer, dafür kann man Gästen und Verwandten aber handgemachte Szaloncukor anbieten.

Geschmacksrichtungen:

Es werden inzwischen von so vielen Unternehmen Szaloncukor hergestellt, dass sich eine breite Palette an Geschmacksrichtungen etabliert hat. Es gibt zwei klassische Füllungen, die bis heute am beliebtesten sind. Eine dieser Füllungen ist ungarischer Marzipan, während die andere Gelee mit Fruchtgeschmack ist. Auf einem klassischen ungarischen Weihnachtsbaum wird man diese zwei Geschmacksrichtungen entdecken. Zusätzlich zu diesen Füllungen stehen aber dutzende weitere zur Verfügung, wodurch jeder Mensch sehr bald einen Lieblingsgeschmack findet. Szaloncukor mit Vollmilchschokolade, mit Kokosfüllung, mit Orangenfüllung oder mit Trüffelschokoladenfüllung sind nur wenige Beispiele. Die äußere Hülle aus Schokolade ist aber normalerweise bei allen Arten gleich.

Weihnachtliche Bedeutung:

Das Szaloncukor ist im November oftmals ein erstes Zeichen dafür, dass die Weihnachtszeit begonnen hat. Wenn die Leckereien bereits in Supermärkten verkauft werden, dann werden der Advent und Weihnachten zumindest kommerziell eingeläutet. Insbesondere Kinder lieben die Süßigkeiten und können es kaum erwarten am 24. Dezember die Bonbons aus der Folie auszupacken und zu essen. Allgemein assoziieren Menschen mit einem Szaloncukor die schöne Zeit, die an den Feiertagen zusammen mit der Familie verbracht wird. Während lustige Geschichten über das bisherige Jahr erzählt werden und während Alle ihre Geschenke auspacken, sind die Bonbons immer in der Nähe und werden gerne gegessen.

Szaloncukor als Baumschmuck:

Die Tradition des Szaloncukor als Baumschmuck entwickelte sich zwar relativ rasch, jedoch ist sie nachvollziehbar. Die ursprünglichen Weihnachtsbäume wurden mit Früchten und selbstgemachten Dekorationen geschmückt, später wurden auch Süßigkeiten aufgehängt. Das Szaloncukor hatte den Vorteil, dass es wegen seiner Verpackung leicht mit einem Haken ausgestattet und aufgehängt werden konnte, was bei anderen Süßigkeiten eher schwierig war. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Dekorationen lag in der Tatsache, dass das Seidenpapier und später die Folie des Konfekts in mehreren Farben erhältlich war und ist. Wenn das Farbmotto in einem Jahr Gold war, dann wurden goldene Szaloncukrok aufgehängt, ansonsten gab es auch rote und blaue Folien.

Kaufmöglichkeiten:

Ab Mitte November ist es schwer einen Ort zu finden, an dem kein Szaloncukor verkauft wird. Besonders in ungarischen Supermärkten und in Lebensmittelgeschäften werden ganze Packungen für die Familie schon sehr früh angeboten. Auch namhafte Konditoreien beginnen ab Dezember ihre selbstgemachten Bonbons zu verkaufen und in den letzten Jahren hat der Online-Versand eine besondere Popularität bekommen. Ein weiterer Ort für den Kauf von Szaloncukor sind ungarische Weihnachtsmärkte, bei denen etliche Sorten angeboten werden. Am Budapester Weihnachtsmarkt zum Beispiel dürfen nur selbstgemachte Erzeugnisse verkauft werden wodurch man sich sicher sein kann, dass die gekauften Weihnachtsbonbons nach einer jahrhundertealten Tradition hergestellt wurden.

Zusammenfassung:

Es gibt zahlreiche Bereiche des Weihnachtsfestes die sich in Ungarn über die letzten Jahrzehnte geändert haben, so wie zum Beispiel die Einführung des Weihnachtsmanns. Das Szaloncukor hingegen ist so dermaßen beständig in den Feiertagen verankert, dass ein Weihnachtsfest in Ungarn ohne die Süßigkeiten kein richtiges Fest ist. Trotz seiner jungen Entstehungsgeschichte wurde diese Tradition sehr schnell in der Gesellschaft etabliert, was zu einer äußerst großen Vielfalt der Leckerei geführt hat. Kritiker und Gourmets haben bereits oftmals gesagt, dass jeder einen individuellen Lieblingsgeschmack entdecken muss. Manche lieben Szaloncukor mit einer Marzipanfüllung, andere wiederum fangen mit dem Geschmack der Geleefüllung nichts an. Daher ist es eine äußerst schmackhafte Aktivität während einem Weihnachtsurlaub in Ungarn auszuprobieren, welcher Geschmack einem persönlich am besten gefällt. Fakt ist aber, dass auch heuer und in den folgenden Jahren das Szaloncukor von den Ästen des Weihnachtsbaumes herunterhängen wird, bevor es bis zum Ende der Feiertage aufgrund seiner Köstlichkeit schon längst verzehrt worden ist.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Szaloncukor

Herkunft: Ähnliche Süßigkeiten waren in Frankreich bekannt, im 19. Jahrhundert entstand in Ungarn der Weihnachtsbrauch des Szaloncukor

Verbreitung: Szaloncukor sind in ganz Ungarn verbreitet, jenseits der Landesgrenzen sind sie zum größten Teil unbekannt

Ursprüngliche Bedeutung: Das Bonbon galt als weihnachtliche Leckerei für die Mittel- und die Oberschicht

Herstellung: Szaloncukor werden meistens industriell hergestellt, in Manufakturen werden die Süßigkeiten noch nach alten Rezepten handgefertigt

Verkaufszeitraum: Mitte November bis Ende Dezember

Verkaufsorte: Weihnachtsmärkte / Supermärkte / Konditoreien / Manufakturen

Geschmacksrichtungen: Marzipan / Gelee / Orange / Erdbeere / Vollmilchschokolade / Apfel etc.

Dekorationsmöglichkeit: Die Bonbons werden normalerweise auf dem Weihnachtsbaum aufgehängt, sie werden aber auch häufig auf Tellern und in Schüsseln angeboten

 


Bildquellen und Bildrechte:

(1) © Urlaub-Ungarn.at

(2) © Urlaub-Ungarn.at

(3) © Urlaub-Ungarn.at

(4) © Urlaub-Ungarn.at

Alle Bilder dieses Artikels gehören rechtlich dem Informationsportal Urlaub-Ungarn.at. Die Weiterverwendung dieser Bilder ist ohne die Zustimmung der Rechteinhaber bedingt gestattet.

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)