Leckere Weihnachtsessen in Ungarn

Ein typisch ungarisches Weihnachtsessen

Ein ungarisches Weihnachtsessen besteht aus Vor- Haupt- und Nachspeise
Das bekannteste Gericht zu Heiligabend ist die ungarische Fischsuppe, die normalerweise als Vorspeise mit Weißbrot serviert wird (1)
Neben traditionellen Gerichten werden auch kreative Rezepte ausprobiert
Am 24. Dezember ist es ebenfalls üblich als Hauptspeise gebackenen Fisch zu essen, die Wahl der Beilage entspricht dabei den individuellen Wünschen (2)
Das Festtagsessen kann entweder leicht oder deftig ausfallen
Am ersten Weihnachtstag isst man in Ungarn ein Szegediner Gulasch, welches am besten mit selbst zubereiteten Sauerrahm schmeckt (3)
Zusammen mit den Liebsten wird jedes Weihnachtsessen ein unvergessliches Erlebnis
Der zweite Weihnachtstag ist kulinarisch gesehen am unabhängigsten, in diesem Fall wird anlässlich der Feiertage Schweinsbraten gegessen (4)

Einleitung:

Für viele Menschen gibt es unter den verschiedenen Traditionen während der Weihnachtszeit in Ungarn einen Aspekt, den sie besonders lieben. Manche freuen sich am meisten über das Schmücken des Weihnachtsbaumes, andere wiederum genießen den Besuch eines Weihnachtsmarktes. Bei Umfragen zur Weihnachtszeit sagt ein Großteil der Bevölkerung jedoch, dass das schönste Erlebnis ein gemeinsames ungarisches Weihnachtsessen mit der Familie ist. Das besondere Festmahl ist jahrhundertelang durch die typisch ungarische Kulinarik geprägt worden, weshalb verschiedene Kompositionen entstanden sind, die heute immer wieder gerne zubereitet werden. Das ungarische Weihnachtsessen kann sicherlich als deftig bezeichnet werden, jedoch sorgen die durchschnittlich 3-gängigen Menüs für eine kulinarische Harmonie.

Geschichte:

Anhand jener ungarischen Weihnachtsessen, die heutzutage serviert werden, können die Ursprünge leicht auf das christliche Mittelalter zurückgeführt werden. Für den Großteil der Bevölkerung waren Lebensmittel wie Fisch oder Hühner- und Rindfleisch nicht täglich leistbar. Aus diesem Grund sparten die Menschen ihr Geld für besondere Feiertage wie Ostern oder Weihnachten, um dem katholischen Glauben entsprechend feiern zu können und die seltenen Lebensmittel zu erwerben. Aus dieser Zeit entstand die Tradition zu Heiligabend Fisch zu essen, was auch in anderen Ländern Europas üblich war.

Zusätzlich zu dieser religiös geprägten Tradition spielten auch die kulinarischen Präferenzen des Landes eine wichtige Rolle. Während der Fisch ein klassischer Bestandteil eines ungarischen Weihnachtsessens war, entwickelten sich in den folgenden Generationen auch weitere Gerichte, die in Ungarn üblich waren. Rindfleisch und Kraut wurden immer häufiger serviert und ab dem 19. Jahrhundert gab es nur noch wenige Haushalte, die nach der Hauptspeise nicht auch eine süße Nachspeise servierten. Ab dem 20. Jahrhundert entstanden letztendlich aufgrund der Lebensmittelvielfalt zahlreiche Rezepte für Weihnachtsessen, die klassische Gerichte mit neuen Ideen kombinierten. Dieser Trend ist bis heute erhalten geblieben, denn in den verschiedensten Medien werden neuartige Rezepte für Weihnachtsessen präsentiert, die inzwischen sogar exotische Speisen aus fernen Ländern beinhalten. 

Typisches ungarisches Weihnachtsessen:

Bezüglich des ungarischen Weihnachtsessens gibt es insgesamt zwei Elemente, die die Rahmenbedingungen für ein typisches Festtagsessen festlegen, wobei diese Rahmenbedingungen natürlich immer wieder neu ausgelegt werden. Zunächst ist es in Ungarn üblich feierliche Speisen am 24., 25. und 26. Dezember zu servieren. An diesen Tagen werden ein Abendessen zu Heiligabend, ein Mittagessen des ersten Weihnachtstages und ein Mittagessen des zweiten Weihnachtstages gekocht und gegessen. Das zweite Element betrifft die Anzahl der Gänge eines solchen Essens. Typischerweise handelt es sich an allen drei Tagen um 3-gängige Gerichte, die aus einer Vorspeise, einer Hauptspeise und einer Nachspeise bestehen.

Regionale Unterschiede:

Je nach ungarischer Region variieren die ungarischen Weihnachtsessen durchaus, wobei die Unterschiede zwischen der ländlichen Bevölkerung und den städtischen Einwohnern am größten sind. Am Land ist es üblich ein traditionelles Essen zuzubereiten. Die benötigten Rezepte stammen häufig von den Vorfahren der eigenen Familie und bei den Speisen wird eher selten eine neue Kombination ausprobiert. In Großstädten wie Budapest oder Miskolc ist das Interesse an ausgefallenen Gerichten umso größer. Sushi als Vorspeise oder ein Rindsteak als Hauptspeise sind keine Seltenheit. Geographisch gesehen bevorzugt man Weihnachtsgerichte je nach regionalen Zutaten. So wird rund um den Balaton eher Fisch gegessen, während in der Region der Puszta eher Wild- und Rindfleisch bevorzugt wird.

Vorspeise:

Die Vorspeise eines ungarischen Weihnachtsessens bildet normalerweise eine Suppe. Am häufigsten wird am 24. Dezember die ungarische Fischsuppe serviert, da sie zu den Klassikern gehört. Ebenfalls beliebt sind Crèmesuppen wie zum Beispiel die Knoblauchcrèmesuppe oder klare Suppen wie zum Beispiel eine Rindsuppe. Passend zu jeder dieser Suppen wird ungarisches Weißbrot serviert, welches zum tunken verwendet wird aber auch als Gegenstück zur pikanten Würze dient. Alternativ dazu werden statt einer Suppe auch Aperetifs wie belegte Brötchen oder Cocktailspieße serviert, jedoch zählen diese Gerichte zu den moderneren Variationen des Weihnachtsessens.

Hauptspeise:

Am 24. Dezember bildet die Hauptspeise normalerweise gebackener Fisch mit einer Beilage. Sehr gerne werden Karpfen, Zander oder Hecht zubereitet, als Beilage eignet sich sowohl Kartoffelpüree als auch Reis. Statt Fisch wird übrigens auch gerne Gefülltes Kraut zu Heiligabend serviert. Am ersten Weihnachtstag ist das Szegediner Gulasch das beliebteste Gericht. Mit einem frischen Laib Weißbrot und selbstgemachten Sauerrahm schmeckt dieses ungarische Weihnachtsessen am besten. Am zweiten Weihnachtstag findet man auf den feierlichen Mittagstischen die unterschiedlichsten Gerichte. Manche Familien bereiten eine Weihnachtsgans zu, während andere Schweinebraten oder Wildfleisch genießen. Wie bei der Vorspeise kommt es immer wieder vor, dass statt den klassischen Gerichten ganz andere Weihnachtsessen zubereitet werden.

Nachspeise:

Nach einer deftigen Vor- und Hauptspeise wird das ungarische Weihnachtsessen mit einer süßen Nachspeise beendet. Sehr bekannt sind ungarische Beigli, die entweder als Nuss- oder Mohnrollen zur Verfügung stehen. Die Zubereitung dieser Rollen ist etwas komplizierter, dafür schmecken sie selbstgemacht umso besser. Auch das Szaloncukor und Weihnachtsgebäck wird oftmals für Kinder und Erwachsene angeboten, um nach dem Hauptgang eine süße Versuchung zu erhalten. Bei den alternativen Nachspeisen ist man besonders kreativ, da viele Menschen jedes Jahr eine neue Süßigkeit zubereiten möchten. Angefangen von Früchtebrot über kleine Torten und Tiramisu bis hin zu ausgefallenen Strudelarten sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Beilagen:

Generell werden Beilagen bei einem ungarischen Weihnachtsessen individuell gewählt und daher gibt es nur wenige traditionelle Beilagen. Üblich ist es zu Suppen oder dem Szegediner Gulasch Weißbrot anzubieten, da es den Geschmack intensiver wiedergibt als Schwarzbrot. Klassischer Salat wird eher selten gegessen, dafür aber Nudelsalat beziehungsweise Kartoffelsalat. Auch Sauerkraut gehört zu den beliebten Beilagen, da es oftmals die Schärfe der Hauptgerichte reduziert, wobei bei einigen Gerichten sogar noch zusätzlich Paprikapulver oder Crèmes hinzugefügt werden. Getrunken wird generell Wein oder nichtalkoholische Getränke wie Wasser oder Softdrinks. Schnäpse werden entweder vor dem Essen oder nach dem Essen angeboten, um den Appetit anzuregen oder die Mahlzeit abzuschließen.

Zusammenfassung:

Die Vielfalt und die Variationsmöglichkeiten des ungarischen Weihnachtsessens sind sicherlich einer der Gründe, warum das festliche Essen so beliebt ist. Die gesunde Kombination aus traditionellen und geschichtlichen Gerichten sowie modernen Einflüssen und neuen Ideen haben es ermöglicht, dass theoretisch jedes Jahr ein ganz neues Essen serviert werden kann. Manche bevorzugen Fischgerichte am 24. Dezember und Gefülltes Kraut am 25. Dezember, andere wiederum kochen thailändische Nudelgerichte oder eine Apfelcrèmesuppe. Zusammen mit den schmackhaften Beilagen und abwechslungsreichen Getränken ermöglicht das ungarische Weihnachtsessen sowohl leichte Menüs, als auch deftige Speisekombinationen, bei denen sicherlich niemand hungrig bleibt. Trotz all der kulinarischen Köstlichkeiten und den weitreichenden Geschmackserlebnissen ist der schönste Aspekt des ungarischen Weihnachtsessens dennoch, dass man diesen Feiertagsbrauch mit seiner Familie, seinen Freunden oder seinen Verwandten gemeinsam feiern kann. Ob man nun zusammen mit einer ungarischen Familie das Weihnachtsessen genießt, oder die eigenen Freunde und Verwandten mit einem ungarischen Menü überrascht, dass Erlebnis ist in beiden Fällen wunderschön und unvergesslich.

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Karácsonyi Ételek

Ursprünge der Tradition: Katholisches Christentum im Mittelalter

Kulturelle Bedeutung: Das Weihnachtsessen bietet die oftmals seltene Gelegenheit Zeit mit der gesamten Familie und den Verwandten zu verbringen

Verbreitung im Land: Christen im ganzen Land bereiten Weihnachtsessen vor

Anzahl der Gänge: Ein ungarisches Weihnachtsessen besteht aus einer Vorspeise, einer Hauptspeise und einer Nachspeise

Feiertage mit Weihnachtsessen: Weihnachtsessen werden üblicherweise am Abend des 24. Dezember, zu Mittag des 25. Dezember und zu Mittag des 26. Dezembers serviert

Vorspeisen: Ungarische Fischsuppe / Crèmesuppen / klare Suppen

Hauptspeisen: Gebackener Fisch / Gefülltes Kraut / Szegediner Gulasch / Schweinsbraten / Weihnachtsgans

Nachspeisen: Beigli / Gerbeaud Schnitten / Szaloncukor / Weihnachtsgebäck

Getränke: Wein / Schnaps / Wasser / Limonaden


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