Orosháza (Orodiense Castra)
Orosháza befindet sich im Osten Ungarns, nicht weit von der rumänischen Grenze entfernt. Die Stadt mit rund 30.000 Einwohner ist zusätzlich in der Großen Ungarischen Tiefebene und liegt zwischen Szeged und Békécsaba. Orosháza ist in vielerlei Hinsicht eine ausgezeichnete Destination. Zum einen kann man eine große Auswahl an kulturellen Orten genießen, und zum anderen findet man in der Stadt das berühmte Thermalbad Gyopáros, welches auch Perle der Tiefebene genannt wird und jährlich von tausenden Besuchern genutzt wird.
Der Grund für den starken protestantischen Einfluss in Orosháza hat ihre Wurzeln in der Geschichte der Stadt. Der Beginn der Stadt war relativ mühsam. 1466 wurde Orosháza das erste mal urkundlich erwähnt, die Einwohnerzahl war aber über die nächsten Jahre eher konstant niedrig. Nach der Eroberung der Osmanen verschwand der Ort von der Bildfläche. In 1744 aber siedelten 70 protestantische Familien nach Orosháza und belebten der Ort damit wieder. Wirtschaftlich konzentrierte man sich stark auf die Landwirtschaft, doch glücklicherweise schloss man den Ort an das ungarische Eisenbahnnetz an und so siedelten sich verschiedene Fabriken in Orosháza an. In den Zwischenkriegsjahren galt der Ort als das größte Dorf Ungarns, 1946 erhielt die Stadt letztendlich das Stadtrecht.
Einen Stadtrundgang in Orosháza sollte man am besten bei der evangelischen Kirche beginnen. Hier wird eine Glocke aus dem Ort Zomba aufbewahrt, von wo die damaligen protestantischen Siedler herkamen, als sie den Ort neu belebten. Beim Györy Vilmos Platz befindet sich eine ganz besondere Kirche, welche mit dem Feuerturm der Stadt verbunden wurde, und damit erst 1830 fertiggestellt wurde. Innerhalb der Kirche fand man ein Gefäß mit der Stiftungsurkunde, was damals und heute eine wichtige Entdeckung war.Gleich in der Nähe kann man sich auch die evangelischen Kramerläden, das Gemeindehaus und die Schule im Zopfstil ansehen. Vor dem Gymnasium steht der Gedenkpark an die Siedler von Zomba, welcher aus Statuen und einem wunderschönen Park besteht.
Es gibt drei Besonderheiten in Orosháza, die man auf keinen Fall auslassen sollte. Zum einen findet man im Wasserturm der Stadt das einzige Brunnenmuseum in ganz Ungarn.Weiters ladet das Thermalbad Gyopáros zu einem unvergesslichen Badeerlebnis ein. Das Heilbad ist nicht nur national, sondern auch international eines der berühmtesten Heilbäder Ungarns. Etwas außerhalb der Stadt findet man die Csárda von Monor. Das nostalgische Gebäude zeigt den typischen Aufbau einer ungarischen Csárda bestehend aus einem schilfbedeckten Barockgebäude. In dieser Csárda kehrten sehr oft die berühmten Betyaren ein. Somit kann man einen erlebnissreichen und wunderschönen Tag in Orosháza verbringen und viel über die Kultur der Großen Ungarischen Tiefebene erfahren.

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