Die vielfältigen Gebirge und Berge in Ungarn

Die ungarischen Berge und Gebirge

In Ungarn gibt es insgesamt 4 Bergregionen
Während der Osten Ungarns von flachen Landschaften geprägt ist, sind im Süden, Westen und insbesondere im Norden zahlreiche ungarische Gebirge zu finden (1)
Die östlichen Alpen bilden eine natürliche Grenze zu Österreich
Nahe der ungarische Stadt Sopron beginnen die östlichsten Teile der Alpen und sind ein ausgezeichnetes Ziel für eine Wanderung (2)
Das südungarische Gebirge eignet sich sehr gut für Wanderanfänger
Das Mecsek Gebirge besitzt eine Teils fast unberührte Fauna und Flora und die Naturschutzgebiete laden zu einer Erkundungstour ein (3)
Als des Bükk Nationalparks ist das Bükk Gebirge die Heimat zahlreicher Tiere und Pflanzen
Einer der schönsten Gebirge des Landes ist das Bükk Gebirge in Nordungarn, welches Kultur und Natur miteinander vereint (4)

Einleitung:

Ungarn ist ein Land, welches hinsichtlich seiner geographischen Eigenschaften zum größten Teil aus Ebenen besteht. Wenn man Besucher über die Landschaft des Landes fragt, dann ist die mit Abstand häufigste Antwort, dass Regionen wie die ungarische Puszta die Geographie dominieren. Umso überraschender ist es, wenn man bei der Erkundung der ungarischen Landkarte entdeckt, dass rund ein Drittel der Fläche  von ungarischen Bergen überzogen wird. Zu den Bergketten gehören zwar keine mehrere Tausend Meter hohe Gebirge, jedoch sind die natürlich vernetzten geologischen Strukturen das ideale Ziel für das Wandern, für einen Aktivurlaub oder für die Erkundung der ungarischen Natur.

Geschichte:

Die Entstehung der ungarischen Gebirge reicht viele Millionen Jahre zurück und kann auf insgesamt zwei Prozesse zurückgeführt werden. Im Westen des Landes erhoben sich die ersten Bergspitzen zusammen mit den restlichen Alpen, während sich vor allem in Mittelungarn und in Nordungarn etliche Vulkane entwickelten, die ausbrachen und so inmitten der Ebene ganze Bergketten entstehen ließen. Aufgrund der vielen Eruptionen war die Erde rund um die Berge so fruchtbar, dass schon bald dichte Laubwälder auf den Erhebungen wuchsen. In den späteren Jahrmillionen wurden die Berge vom Wetter und von Flüssen noch weiter geformt.

Für die Ungarn waren die ungarischen Gebirge schon immer ein sehr wichtiger Aspekt. Im Mittelalter wurden Dutzende Burgen errichtet, um den geographischen Vorteil auszunutzen und sich gegen Angreifer verteidigen zu können. Gleichzeitig waren die Berge ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, denn sie boten neben Nahrung und Holz ab dem 19. Jahrhundert auch reiche Adern an Erzen an. Aus der kulturellen Sicht bieten Berge für die Ungarn eine besondere Art der Faszination. Mit überwiegend flachen Landschaften sind die Berge eine interessante und vielseitige Abwechslung. Das Wandern innerhalb der Bergketten hat schon seit Jahrhunderten Tradition, in den letzten Jahren und Jahrzehnten hat der ungarische Tourismus das Angebot sogar immens erweitert.

Bergketten:

Die ungarischen Berge können in insgesamt 4 Regionen zusammengefasst werden, wobei sich jede einzelne Region durch besondere Merkmale unterscheidet. Im Westen des Landes befinden sich die Berge des Alpokalja, welches aus dem Ungarischen als der Fuß der Alpen übersetzt werden kann. Entlang der Westgrenze bis hin zu Sopron erstrecken sich die östlichsten Teile des Alpengebirges. Die nächste Region sind die Transdanubischen Berge, die entlang der Nordseite des Balaton verlaufen und bis zum Donauknie nördlich von Budapest reichen. Ein besonderes Merkmal sind die Zeugenberge beim Plattensee, die sich einsam aus der flachen Umgebung erheben.

Im Südwesten des Landes ist eine weitere Region der ungarischen Berge zu finden, nämlich das Mecsek Gebirge. Gleich an die Stadt Pécs angrenzend bieten die stark vernetzten Berge wunderbare Wanderungen an. Die am beeindruckendste Region ist aber sicherlich das Nordungarische Gebirge. Die Berge verlaufen im gesamten Norden des Landes und hier sind auch die höchsten Bergspitzen zu finden. Neben hunderten Höhlen, Bergflüssen und Schluchten bietet diese Region ein vollkommen neues Bild was die ungarische Landschaft betrifft. Wenn man zum Beispiel auf der Bergstraße zwischen Eger und Miskolc fährt, vergisst man schon nach wenigen Minuten, dass man sich noch in Ungarn befindet, da die Berglandschaft sofort an Österreich oder die Schweiz erinnert.

Bergtourismus:

Die Faszination der ungarischen Berge ist bis heute erhalten geblieben. Wandern ist einer der beliebtesten Freizeitaktivitäten in Ungarn und daher wurden die Wanderrouten in den letzten Jahren sehr stark ausgebaut. Neben wunderschönen Bergrouten, Waldwegen und Pfaden durch Naturschutzgebiete, stehen auch viele weitere Aktivitäten zur Verfügung. Man kann zum Beispiel mit einer nostalgischen Schmalspurbahn durch die Berge fahren, oder sich in einem der Bergrestaurants ein schmackhaftes Essen gönnen. Inzwischen ist auch das Schifahren in Ungarn populär geworden, da die Pisten besonders für Anfänger ausgezeichnet geeignet sind. Trotz der bereits beeindruckenden Auswahl an Aktivitäten baut der Tourismussektor die Möglichkeiten noch weiter aus.

Mátra Gebirge:

Einer der beliebtesten Ziele für Wanderfreunde aus dem Ausland ist das Mátra Gebirge. Im Norden des Landes liegend steht hier nicht nur der Kétestetö, welcher der höchste Berg Ungarns ist, sondern es kann auch einer der ältesten Wälder des Landes erkundet werden. Eine reiche Fauna und Flora, sowie zahlreiche Routen und Aussichtsplattformen machen einen unvergesslich schönen Wanderurlaub möglich. Wer nach einer langen Wanderung etwas Komfort erleben möchte, kann in den umliegenden Ortschaften in einer gemütlichen Pension ein Zimmer buchen. Egal ob man mit der Familie anreist, oder mit einer aktiven Seniorengruppe, dieses ungarische Gebirge bietet Alles was das Naturherz begehrt.

Bükk Gebirge:

Das Bükk Gebirge ist das zentrale Element des Bükk Nationalparks. Zwischen Eger und Miskolc liegend bietet dieses ungarische Gebirge eine ausgezeichnete Mischung aus Kultur und Natur. Neben dem besonderen Nationalpark gibt es einige international berühmte Sehenswürdigkeiten, so wie den Hámori-See bei Lillafüred. Die Bergstraße kann mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden und ermöglicht einen herrlichen Überblick über die regionale Geologie. Ein Markenzeichen der Berge sind auch die über 1000 Höhlen, von denen heute bereits zahlreiche begangen werden können und immer neue Systeme erforscht und zugänglich gemacht werden. Kulturell sind Eger und Miskolc zwei reiche Schatztruhen an ungarischer Geschichte.

Börzsöny Gebirge:

Für Gäste, die ihren Urlaub in Budapest verbringen, ist das Börzsöny Gebirge seit langem ein guter Tipp für einen kleinen Wanderausflug. Nördlich des Donauknies liegend, ist dieses ungarische Gebirge seit langem nicht nur bei den Budapestern ein beliebtes Erholungsgebiet. Nicht allzu anstrengende Erhöhungen, einige Bergrestaurants und auch Aussichtstürme machen diese Berge zu einer ausgezeichneten Destination. Noch dazu kann man von den südlichen Spitzen aus einen herrlichen Ausblick auf das Donauknie und Visegrád genießen. Wer die Berge schnell erkunden möchte, kann auf die Schmalspurbahn aufspringen und sich die wichtigsten Orte innerhalb eines Tages ansehen und anschließend nach Budapest zurückkehren.

Zusammenfassung:

Es ist verständlich, warum das Wandern in Ungarn fast schon ein Nationalsport ist. Die zahlreichen und abwechslungsreichen ungarischen Berge sind ein Markenzeichen für Kultur, Natur und Gesundheit. Jede Region hat ihre einzigartigen Eigenschaften und angefangen von einfachen Restaurants bis hin zu exklusiven Wellnesshotels ist in den Bergen Alles zu finden. Zusätzlich sind bei den Bergen alle Schwierigkeitsstufen vorhanden, von einfachen Spaziergängen bis hin zu moderaten Bergtouren, die viel Energie benötigen. Mit der immer besser werdenden Infrastruktur können Gäste in Ungarn immer leichter die Wälder und Flüsse der Erhebungen erkunden und ein Entwicklungsstopp seitens des Tourismus ist noch lange nicht in Sicht. Ungarn ist zwar hauptsächlich für seine weiten Ebenen bekannt, jedoch sind die ungarischen Gebirge ein außergewöhnlicher Tipp für herrliche und unvergessliche Ausflüge im Herzen der ungarischen Natur.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Magyarország Hegységei

Anzahl der ungarischen Gebirge: In Ungarn wird zwischen 20 verschiedenen Gebirgen unterschieden

Touristische Infrastruktur: Wandernetze und die touristische Infrastruktur werden jährlich verbessert und besitzen jetzt bereits zum Großteil einen guten Zustand

Vielfalt der Ausflugsziele: Je nach Region stehen Gästen die unterschiedlichsten natürlichen und menschlichen Sehenswürdigkeiten zur Verfügung

Schwierigkeitsgrade der Ausflüge: Von einfachen Spaziergängen bis hin zu belastenden Extremtouren kann Alles organisiert werden


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Cserlajos, 2006, Public Domain

(2) © Urlaub-Ungarn.at

(3) © Urlaub-Ungarn.at

(4) © Urlaub-Ungarn.at

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)