Die Börzsöny Berge in Ungarn

Das Börzsöny-Gebirge in Nordungarn

Aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Bedeutung sind die Berge heute umso naturbelassener
Im Norden Mittelungarns liegend bietet das Börzsöny Gebirge mit seinem flachen Anstiegspunkten zahllose Wanderrouten an (1)
Wanderungen können einige Stunden, aber auch mehrere Tage dauern
Einer der beliebtesten Orte ist der Csóványos Berg, auf dem ein Aussichtsturm mit einer unvergesslichen Aussicht steht (2)
Die umliegenden Dörfer werden teilweise von den Bahnen befahren, wodurch man auch Sightseeing betreiben kann
Insgesamt drei Schmalspurbahnen bringen Besucher mit den nostalgischen Waggons und Zügen durch das Gebirge (3)
Trotz der geringen touristischen Entwicklung stehen Wanderern zahlreiche Raststätten und natürliche Sehenswürdigkeiten zur Verfügung
Im Sommer lädt der Nagyhideg Berg zu einem Essen im Touristenhaus ein, im Winter machen hier die Schifahrer eine kleine Pause (4)

Einleitung:

Der Norden Ungarns ist schon seit vielen Jahren als beliebte Wanderregion bekannt, die zahlreiche ungarische Gebirge aufweist. Eines dieser Gebirge ist das Börzsöny Gebirge, das aufgrund seiner Entwicklung verschiedene geographische Merkmale aufweist. Im Gegensatz zu anderen Bergketten sind diese Berge touristisch weniger erschlossen, was aber etlichen Naturfreunden sehr gut gefällt, da man hier stunden- und sogar tagelang wandern kann, ohne allzu viele touristische Einrichtungen zu entdecken. Dennoch gibt es auch innerhalb des Börzsöny Gebirges zahlreiche Aktivitäten und sehenswerte Orte, die einen herrlichen Ausflug in die ungarische Natur sehr gut ergänzen.

Geschichte:

Das Börzsöny Gebirge zählt aufgrund seiner Entstehung zu den jüngsten Bergformationen des Landes. Aufgrund geologischer Untersuchungen kann die Bergbildung auf vor 15-18 Millionen Jahren eingegrenzt werden. In der Miozän Periode brach an der Stelle des heutigen Zentrums ein Urvulkan aus, was in der Region des Karpatenvorlandes öfters vorkam. Dieser Vulkan hinterließ eine einzige Erhöhung, welche sich aber in den nächsten Jahrmillionen in ein verteiltes Gebirge entwickelte. Einerseits änderten sich die klimatischen Bedingungen, andererseits sorgte der überdurchschnittliche Niederschlag für zahlreiche Quellen und Flüsse innerhalb der Täler. Diese Änderungen ermöglichten die Ansiedelung von Bäumen und Tieren, die seit etlichen Jahrtausenden diesen Ort für sich beansprucht haben.

Für die Menschen war das Börzsöny Gebirge einerseits ein früher Lebensraum, andererseits eine natürliche Mauer. Ausgrabungen deuten darauf hin, dass Urmenschen bereits in der Steinzeit hier gelebt haben. Viele Jahrhunderte später siedelten sich die Ungarn im Gebiet an. Es wurden Dörfer und Ortschaften besiedelt, jedoch nur am Fuße des Gebirges, nicht innerhalb der Bergtäler selbst. Die wichtigste Rolle spielten die Steinstrukturen im Mittelalter, als ungarische Burgen in der Region errichtet wurden. Zwei Beispiele sind die bekannte Burg Nógrád und die Burg Hont. Nach diesen Jahrhunderten entwickelte sich das Gebiet nur mäßig, da es bis auf kleinere Bergwerke keine bedeutenden Wirtschaftsaspekte gab. Erst im 20. Jahrhundert entdeckte der heimische Tourismus die Berge und allmählich kommen immer mehr internationale Besucher zu einer Wanderung hierher.

Geographische Lage:

Die Ausbreitung des Börzsöny Gebirges und die Lage der Berggrenzen besitzen interessante Merkmale. Die nördlichen und westlichen Bereiche enden genau bei der ungarisch-slowakischen Grenze, während der südliche Anteil des Gebirges von der Donau und dem Donauknie begrenzt wird. Im Osten sind keine größeren Bergketten zu finden, wodurch das Gebiet sehr eben ist. Größere Städte gibt es hier nicht, jedoch liegen am Fuße des Gebirges zahlreiche Siedlungen und kleinere Städte wie zum Beispiel Nógrád oder Szob.

Tier- und Pflanzenwelt:

Einen großen Beitrag zum lokalen Naturschutz leistet der Nationalpark Donau-Ipoly, der sich im Südwesten des Börzsöny Gebirges befindet. Hier, aber auch in den restlichen Bergen können Wanderer typisch mitteleuropäische Tierarten entdecken. Nicht selten trifft man auf Hirsche, Rehe, Wildschweine und auch Mufflons, die aber vom Menschen eingesiedelt wurden. Neben diese Wildarten sind auch die zahlreichen Vogelarten nennenswert. Adler und Falken haben hier eine perfekte Heimat gefunden und bei zahlreichen Gelegenheiten können die Vögel bei der Jagd beobachtet werden. Ihre Beute sind zum Beispiel Feldhasen, die insbesondere in den flacheren Gebieten leben. Selbstverständlich gibt es auch weitere Waldbewohner wie Füchse, Echsen und etliche Insektenarten.

Wie es in der Region üblich ist, wird das Börzsöny Gebirge größtenteils von Laubbäumen bedeckt. Am häufigsten trifft man auf Eichen, aber auch Buchen sind innerhalb der Wälder häufig zu finden. Wegen der zahlreichen Quellen und des häufigen Niederschlags erstrahlen die Blätter der Bäume in einem besonders saftigen grün. Zwar ermöglichen die Baldachine der Bäume nur wenige Stellen, an denen Sonnenlicht direkt bis zum Boden kommt, aber an diesen Stellen wachsen auch Blumen und Gräser, die teilweise unter Naturschutz stehen. Neben den Wanderwegen fallen besonders die gelben Primeln und die violetten Silberblätter auf, die das grün des Bodens farblich unterbrechen.

Touristische Orte:

Das Börzsöny Gebirge ist bis heute hauptsächlich für außergewöhnlich schöne Wanderwege bekannt. Ein beliebtes Ziel ist der Csóványos Berg, der die Überreste des Urvulkans darstellt mit dem Aussichtsturm einen herrlichen Ausblick ermöglicht. Sehr schön sind auch die südlichen Bergspitzen, von denen man direkt zur Donau hinuntersehen kann. Sehenswert sind auch die Burgen, aber auch die Ortschaften an den Berggrenzen, die unter anderem für ihre historischen Kleinkirchen und Kapellen bekannt sind. Um für ortsunkundige Besucher Ausflüge zu erleichtern fahren insgesamt drei Schmalspurbahnen durch die Berge und halten an interessanten Orten und größeren Wanderwegen an. Häufig fahren Gäste aber einfach nur von einer Endstation bis zur anderen, um die Umgebung und die Natur zu genießen.

Aktivitäten:

Die unterschiedlichen geographischen Bereiche des Börzsöny Gebirges ermöglichen verschiedene Freizeitaktivitäten, bei denen für alle Gäste etwas dabei ist. Traditionellerweise unternimmt man Wanderausflüge, die ein paar Stunden dauern können, aber auch mehrere Tage. Entlang der gut beschilderten Wege gibt es auch etliche Rastplätze, bei denen man sich etwas ausruhen kann. Sehr gerne werden auch die Schmalspurbahnen genutzt, um Wanderziele schneller zu erreichen. In den letzten Jahren ist sogar das Schifahren am Nagyhideg Berg möglich geworden, der insbesondere bei Schianfängern sehr beliebt ist. Wer genügend Kondition besitzt, kann die Berge übrigens auch mit dem Fahrrad erkunden.

Wanderungen:

Das Gelände im Börzsöny Gebirge ist sehr wanderfreundlich. Das Gebirge kann aus allen Himmelsrichtungen betreten werden und auch innerhalb der Wälder ist es neben den bestehenden Wanderwegen auch möglich, einen eigenen Pfad zu finden. Besucher starten ihre Wanderungen normalerweise in einem der umliegenden Ortschaften und wählen dann eine Bergspitze oder eine Burg aus. Sehr schön ist das Gebiet des Nationalparks, aber auch in den nördlichen Bereichen sind mit den vielen Quellen ebenfalls interessante Orte vorhanden. Es muss jedoch bedacht werden, dass es im Zentrum der Berge weder Übernachtungsmöglichkeiten noch Restaurants gibt, der Abstieg von hier ist aber in 2-3 Stunden möglich.

Zusammenfassung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Börzsöny Gebirge ein Geheimtipp für Wanderer aus Mittelungarn. Mit der Nähe zu Budapest konnte man die Berge bald erreichen und mit einer Wandertour beginnen. Heute ist aus dem Geheimtipp eine beliebte Wanderregion geworden, die unter ausländischen Touristen aber immer noch teilweise unentdeckt ist. Daher sind diese Berge sicherlich ein ausgezeichneter Ausflugsort, da mit den Sehenswürdigkeiten und den Schmalspurbahnen für Familien mit Kindern, für ambitionierte Pensionisten und auch für alle anderen Menschen einige Aktivitäten zur Verfügung stehen. Egal ob man gerade auf das Donauknie blickt, oder in den steinigen Regionen einen sonnenden Feuersalamander entdeckt, dass Börzsöny Gebirge hat seinen Ruf als naturbelassene Umgebung bis heute behalten und diese Eigenschaft macht eine Wanderung durch die alten Wälder umso interessanter und schöner.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Börzsöny Hegység

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.955908 / Längengrad 18.933458 oder 48°03'11.9"N / 20°32'30.7"E

Lage: Das Gebirge befindet sich im Norden Ungarns

Höchster Punkt: Csóványos (938m)

Arten von Sehenswürdigkeiten: Ortschaften, Burgen, Schmalspurbahnen, Aussichtstürme, Schipisten

Webseite: http://www.borzsony.eu/

Zugang: Aufgrund der geographischen Ausbreitung ist das Gebirge von allen Seiten aus gut zugänglich, oftmals beginnen Wanderer ihre Tour bei Nógrád oder am nördlichen Donauufer

Benötigte Ausrüstung: Für einen Aufenthalt reicht festes Schuhwerk, für längere Wanderungen wird eine komplette Wanderausrüstung empfohlen

Vielfalt der Ausflugsmöglichkeiten: Das Gebirge bietet Ausflüge für wenige Stunden, für einen Halbtag, für einen ganzen Tag oder für mehrere Tage

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch vorhanden

Karte des Börzsöny Gebirges


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Szeder László, 2009, Creative Commons 3.0

(2) Antissimo, 2010, Creative Commons 3.0

(3) Stipkovits Fülöp, 2009, Creative Commons 3.0

(4) Antissimo , 2010, Creative Commons 3.0

Rechte:

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