Die Bükk Berge in Ungarn

Das Bükk-Gebirge in Nordungarn

Das Bükk Gebirge hat etliche Bergspitzen mit einer Gesamthöhe von über 900 Meter
Das Bükk Gebirge beeindruckt mit seinen vielfältigen Bergregion, während große Teile von Wäldern bedeckt sind ist zum Beispiel der Bél Fels eine massive Steinstruktur (1)
Der geringe menschliche Einfluss ist in allen Gebieten der Berge sichtbar
Die Bergstraße zwischen Miskolc und Eger bietet einen wunderschönen Einblick in die Natur und dauert durchschnittlich nur eine halbe Stunde wodurch sie für Gäste mit nur wenig Zeit sehr zu empfehlen ist (2)
Es fahren insgesamt drei Schmalspurbahnen im Bükk Gebirge
Ein beliebtes Transportmittel ist die Schmalspurbahn, welche Gäste nostalgisch mit seinen alten Zügen durch die Berge und Wälder bringt und an sehenswerten Stationen anhält (3)
Neben einer Taschenlampe und gutem Schuhwerk steht einer Höhlenerkundung nichts im Weg
Über 1000 Höhlen wurden im Gebirge bereits entdeckt, viele von ihnen wie die Istállós Felshöhle können betreten werden, ohne spezielle Höhlenkenntnisse zu besitzen (4)

Einleitung:

Aufgrund der allgemein ebenen geographischen Lage Ungarns ist Nordungarn einer der beliebtesten Ausflugsregionen des Landes. Hier sind nämlich mehrere ungarische Gebirge und Bergketten zu finden, die diverse Aktivitäten ermöglichen. Einer dieser Berggruppen ist das Bükk Gebirge, welches landesweit und international für einige Eigenschaften bekannt ist. Zum Beispiel ist in dem Gebiet das größte zusammenhängende Waldgebiet des Landes zu finden, wodurch die Region auch die Lunge Ungarns genannt wird. Diese Wälder werden durch den Bükk-Nationalpark geschützt, wodurch wiederum zahlreiche Wanderwege und Ökopfade entdeckt werden können. Auch kulturell gilt das Bükk Gebirge als sehr abwechslungsreich da hier nicht nur bedeutende ungarische Städte liegen, sondern auch malerische Kleindörfer, die schon an Alpenorte erinnern.

Geschichte:

Die einzelnen Gesteinsschichten des Bükk Gebirges lassen die Ursprünge der Berge auf die mittlere Jura Periode zurückdatieren. Die ersten Erhöhungen entstanden in einem Zeitraum von 160 Millionen Jahren und obwohl es für diese Region eher ungewöhnlich ist, spielten vulkanische Aktivitäten keine große Rolle bei der Entstehung der einzelnen Spitzen. In der Miozän Periode, welche vor knapp 5 Millionen Jahren endete, war das Gebirge bereits durchschnittlich 350 Meter hoch und die ersten tiefen Täler entstanden. Seitdem wuchs das Bükk Gebirge kontinuierlich und auch die Fauna und Flora konnte wegen klimatischen Abkühlungen langsam gedeihen.

Für die Menschen war das Bükk Gebirge schon immer ein herausforderndes Territorium. Die steilen Hänge und der dichte Wald machten selbst nach der magyarischen Landnahme im späten 9. Jahrhundert den Bau von größeren Ortschaften unmöglich. Im Mittelalter nutzten hauptsächlich christliche Orden das Gebiet, die ihre Klöster bei den Bergen bauten. Wegen dem schwierigen Zugang gab es auch nie eine große Forstindustrie, wodurch die alten Wälder ihre Größe behalten konnten. Erst im 20. Jahrhundert wurden Bergstraßen gebaut und Schmalspurbahnen angelegt, damit die Region besser erkundet und durchquert werden konnte. Eine internationale Popularität erhielt das Bükk Gebirge 1977, als im Gebiet ein Nationalpark gegründet wurde. Danach wurden zahlreiche natürliche Sehenswürdigkeiten mittels Wanderwegen zugänglich gemacht.

Geographische Lage:

Für Besucher, die die ungarische Natur erleben möchten, besitzt das Bükk Gebirge eine sehr gute geographische Lage. Die Berge liegen etwa 20 Kilometer nordöstlich vom Mátra Gebirge und die Ausbreitung besitzt eine annähernd rundliche Form. Am Fuße der südwestlichen Berge liegt die historische Stadt Eger, während sich im Nordosten die drittgrößte Stadt Ungarns Miskolc befindet. Eine Bergstraße verbindet beide Städte, wobei diese Straße bereits einen malerischen Einblick in die Wälder und Berge gewährt. Innerhalb des Gebirges gibt es fast keine Siedlungen, die meisten befinden sich an allen Seiten rund um die Berglandschaft.

Tier- und Pflanzenwelt:

Die natürlichen Hindernisse des Bükk Gebirges haben nur einen geringen menschlichen Eingriff ermöglicht, wodurch die lokale Tierwelt sehr reich an Tierarten und Exemplaren ist. Entlang der kleinen Bergflüsse und den Teichen sind zum Beispiel Frösche und auch Fische wie der Barbus, der ein Flusskarpfen ist, entdeckbar. In den felsigen Regionen sind auch durchaus Salamander und Echsen zu finden, während Fledermäuse in den zahlreichen Höhlen der Umgebung leben. An oberster Stelle der Nahrungskette stehen zwei Tierarten, die nur noch in wenigen europäischen Wäldern entdeckt werden können. Diese sind der Wolf und der Luchs, welche seit etlichen Jahrtausenden in den unberührten Wäldern leben.

Die Flora des Bükk Gebirges ist unter anderem für die Namensgebung des Gebietes verantwortlich. Bükk bedeutet im Ungarischen Buche und der größte Anteil an Bäumen sind Buchen. Auf einer Gesamtfläche von 100.000 Hektar stehen zahllose Buchen nebeneinander, die nicht nur etlichen Tieren ein Zuhause ermöglichen, sondern Tonnen von CO2 in Sauerstoff umwandeln. Inmitten dieser uralten Wälder sind typische Bergpflanzen sowie Pilzarten zu finden. Zwei Vertreter sind der Violette Dingel und der Bunte Eisenhut. Diese Pflanzen sind praktisch an allen Stellen des Gebirges zu finden die trotz der Bäume genügend Sonnenlicht bis an den Boden durchlassen.

Touristische Orte:

Das Bükk Gebirge bietet sowohl natürliche Sehenswürdigkeiten, als auch historische Bauwerke und Orte an. Ein Beispiel ist der Hámori See bei Lillafüred, der mit seiner Lage einer der romantischsten Orte der Berge ist. Das legendäre Szalajka Tal lädt Besucher inzwischen sogar mit einem kleinen Museum ein, während insgesamt drei Schmalspurbahnen Gäste durch die Berge führen. Das Szentléleki Kloster ist zum Beispiel ein Überbleibsel der christlichen Orden im Mittelalter und die Dédes Burgruine kann heute ohne Hindernisse entdeckt werden. Da die Wanderwege inzwischen gut vernetzt sind, treffen Besucher immer wieder auf Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten, wenn eine mehrtägige Tour geplant wird.

Aktivitäten:

Sehr einladend ist die Eigenschaft des Bükk Gebirges, dass Freizeitaktivitäten ohne größeren Aufwand durchgeführt werden können. Wenn man ein Auto oder ein Fahrrad zur Verfügung hat, dann bietet die Bergstraße einen sehr schönen ersten Einblick in die Natur. An mehreren Stellen kann man gleich auf die Wanderwege wechseln. Auch die Schmalspurbahnen bringen Wanderer näher an die Ziele und zeigen zahlreiche Elemente der Region. Mit fast 1100 Höhlen sind die Berge auch ein Paradies für kleine Höhlentouren, wobei viele Höhlen inzwischen ohne besondere Ausrüstung erkundet werden können. Einige Touristen suchen auch immer wieder die regionalen Gasthäuser auf, um die Kulinarik der Berge zu genießen.

Wanderungen:

Seit der Wende 1990 wurden die Wanderwege sehr übersichtlich angelegt und mit zahlreichen Informationsschildern erweitert. Am einfachsten ist es, wenn man sich vor der eigentlichen Wanderung eine Wanderkarte besorgt, welche zum Beispiel in Eger, in Miskolc oder in Szilvásvárad in den touristischen Büros bekommen werden kann. Die Wanderung kann direkt am Bergrand oder mittels der Schmalspurbahnen im Berggebiet begonnen werden. Der Schwierigkeitsgrad kann frei gewählt werden, so können Besucher kleine Spaziergänge von 2-3 Stunden unternehmen, aber auch ernsthafte Wandertouren durchführen, die aber mehrere Tage in Anspruch nehmen und daher als Quartier eine oder mehrere Übernachtungsmöglichkeiten beinhalten sollten.

Zusammenfassung:

Die Faszination des Bükk Gebirges entsteht einerseits wegen ihren riesigen Waldgebieten und den steilen Bergelementen. Vielmehr erlebt man aber immer noch das Gefühl wie vor tausend Jahren, dass die Natur zwar Menschen duldet, wegen der Berglandschaft aber nie große Siedlungen auf den Bergen ermöglichen wird. Deshalb ist ein Ausflug in das Bükk Gebirge ein besonderes Erlebnis, welches nicht nur Wanderer, sondern auch Familien begeistert. Neben den zahlreichen sehenswerten Orten ist auch die Luftzusammensetzung einer der besten im Land, wodurch die Wanderwege auch für Menschen mit Atembeschwerden gut geeignet sind. Egal ob man durch das Szalajka Tal schreitet, oder sich am Hámori See entspannt, das Bükk Gebirge ist bis heute eine Quelle des Lebens, die schon von zahlreichen Gästen aus aller Welt entdeckt wurde und dennoch eine einzigartig natürliche Umgebung behalten hat.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Bükk Hegység

Geographische Koordinaten: Breitengrad 48.053316 / Längengrad 20.541856 oder 47°52'18.7"N / 20°00'46.6"E

Lage: Das Gebirge befindet sich im Norden beziehungsweise Nordosten Ungarns

Höchster Punkt: Istállós-kö (959m)

Arten von Sehenswürdigkeiten: Ortschaften, Höhlen, Schmalspurbahnen, natürliche Sehenswürdigkeiten, Museen

Webseite: http://www.elmenyekvolgye.hu/bukk-hegyseg

Zugang: Die zwei beliebtesten Zugangspunkte sind die Städte Eger und Miskolc, von wo aus Straßen und Wanderwege in das Gebirge führen

Benötigte Ausrüstung: Für einen Aufenthalt reicht festes Schuhwerk, für längere Wanderungen wird eine komplette Wanderausrüstung empfohlen

Vielfalt der Ausflugsmöglichkeiten: Das Gebirge bietet Ausflüge für wenige Stunden, für einen Halbtag, für einen ganzen Tag oder für mehrere Tage

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch vorhanden

Karte des Bükk Gebirges


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Hu Totya, 2008, Creative Commons 3.0

(2) © Urlaub-Ungarn.at

(3) Zolchew, 2008, Creative Commons 3.0

(4) Gyurika , 2009, Creative Commons 3.0

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)