Die westungarische Stadt Ajka

Ajka (Eikau)

Einleitung:

Die ungarische Stadt Ajka ist einer der vielen Orte in Ungarn, die vom infrastrukturellen Ausbau des Landes stark profitiert haben. Während sie vor 20 Jahren für ausländische Touristen noch völlig unbekannt war, bietet Ajka nun mit einer renovierten Innenstadt und interessanten Sehenswürdigkeiten ein schönes Ausflugsziel. Mit einer nördlichen Lage über den Balaton ist die Stadt schnell erreicht und auch die sehenswerten Orte können vom Hauptplatz sehr bald erreicht werden. Zu den interessanten Aspekten gehören einige Kunstausstellungen, aber auch ein Bergbaumuseum. Der Ort hat sich in den letzten Jahren auch in ein Zentrum der Kristallglasherstellung entwickelt, was weitere Aktivitäten ermöglicht.

Geschichte:

Früheste Fundstücke deuten darauf hin, dass die Region von Ajka schon in der Steinzeit bewohnt war. Später siedelten hier Römer, Slawen und letztendlich Ungarn, die im 10. Jahrhundert das Land für sich beanspruchten. Die erste Erwähnung in einem schriftlichen Dokument erhielt die Stadt im Jahr 1214, im selben Jahrhundert wurde die erste Kirche der Gemeinde eröffnet. Bis zum 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort landwirtschaftlich und die Bevölkerung wuchs nur mäßig. 1836 sollte sich dies aber grundlegend ändern, denn in diesem Jahr wurden Kohleerze entdeckt, die schon bald industriell abgebaut wurden. Somit verwandelte sich das landwirtschaftliche Ajka in ein regionales Industriezentrum.

Nach dem Kohleerzfund entdeckten Wissenschaftler später auch Bauxitquellen, die fortan abgebaut wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwandelte die Sowjetunion den Ort in einen einzigen Industriepark und Sehenswürdigkeiten drohten für immer zu verschwinden. Mit dem Ende der Besatzung kollabierte die Wirtschaft von Ajka und es dauerte 30 Jahre bis aus der desolaten Stadt wieder ein aufstrebender Ort werden konnte. Die Industrieanlagen wurden entfernt, die Innenstadt wurde erneuert und einige Investoren konnten davon überzeugt werden, dass Ajka der richtige Ort für ein Unternehmen ist. Mit dem erblühen der Kristallglaserzeugung konnte die Stadt weiter profitieren, wodurch vom damaligen Industriezentrum nur noch wenig zu sehen ist.

Geographische Lage:

Die Stadt Ajka befindet sich rund 25 Kilometer nördlich vom Balaton und liegt über dem mittleren Bereich des Sees. Städte wie Veszprém oder Sümeg befinden sich in der Nähe der Stadt, wodurch sich heute eine Schnellstraßenanbindung in der Region befindet. Die Landschaft selbst ist sehr eben, im Norden und im Süden der Stadt sind einige Wälder zu finden. In südlicher Richtung erheben sich die Berge des Nationalpark Balaton-Oberland, zu denen auch die Zeugenberge gehören. Die Struktur der Stadt ist typisch für die Region, da die historische Innenstadt von Wohngebieten und landwirtschaftlichen Gebieten umgeben wird.

Heutige Bedeutung:

Trotz der historischen Ereignisse ist Ajka heute weder ein Bergbauzentrum noch ein landwirtschaftliches Zentrum. Lange zeigt mussten viele der fast 30.000 Einwohner Arbeit in der Umgebung finden, jedoch hat sich die Lage in den letzten Jahren sehr gebessert. Die Stadt besitzt inzwischen einige Unternehmen, von welchen die Ajka Kristály Kristallglasherstellung wohl die berühmteste ist. Mit zahlreichen Projekten wurde die Innenstadt wunderschön renoviert, wodurch inzwischen zahlreiche ungarische Touristen, aber auch einige ausländische Touristen für einen Tagesausflug vorbeikommen. Es stehen auch Hotels und Pensionen zur Verfügung, sowie einige Geschäfte und Restaurants. Aus wirtschaftlicher Sicht ist Ajka daher eine aufstrebende Stadt, die einen besonderen Wert auf den Tourismus legt.

Sehenswürdigkeiten:

Innerhalb von Ajka sind einige Sehenswürdigkeiten zu finden, die Aktivitäten für ein Tagesprogramm ermöglichen. Am besten kann ein Stadtrundgang im städtischen Park begonnen werden. Der im Zentrum liegende Park bietet nicht nur wunderschöne Promenaden, sondern auch einen kleinen Rudersee an. Innerhalb der Anlage sind verschiedene Blumen- und Baumarten zu finden und auch die Statuen von berühmten Persönlichkeiten der Stadt können hier gefunden werden. Von hier aus sind die zwei religiösen Gebäude der Stadt schnell erreicht. In Ajka finden Besucher sowohl eine römisch-katholische als auch eine evangelische Kirche. Letztere befindet sich auf dem sogenannten Kirchenhügel, auf welchem auch eine weitere Sehenswürdigkeit zu finden ist.

Auf dem Kirchenhügel in Ajka ist das städtische Museum und die Fotogalerie zu finden. Die Ausstellungen befassen sich mit der regionalen Geschichte und präsentieren auch drei bekannte ungarische Künstler. Diese sind Miklós Borsos, István Fekete und Gábor Molnár, deren Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen an vielen Orten des Landes ausgestellt sind. Eine sehr interessante Führung erleben Besucher in der Kristallmanufaktur, die an Werktagen zu einer Tour durch die Fertigungsräume einlädt. Eine abenteuerliche Aktivität ist auch der Besuch des Bergbaumuseums, welches die Geschichte des hiesigen Bergbaus vermittelt und auch den Zugang zu einigen renovierten Stollen gewährt.

Freizeitmöglichkeiten:

Für Besucher in Ajka gibt es verschiedene beliebte Freizeitaktivitäten. Am häufigsten wird eine Tour zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten durchgeführt, um sich kulturell weiterzubilden. Innerhalb des Stadtparks kann man sich erholen oder eine kleine Bootstour auf dem See unternehmen. Im Stadtzentrum bleibend ist es ebenfalls möglich die Hauptstraßen entlang zu gehen und ein wenig zu bummeln. In den lokalen Restaurants werden Besucher typisch ungarische Gerichte zu günstigen Preisen erhalten. Außerhalb der Stadt bieten der Bakonywald und die Zeugenberge nahe dem Balaton zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten an, wobei die meisten Ziele sogar zu Fuß in ein bis zwei Stunden erreicht werden können.

Programme:

Jedes Jahr veranstalten die Bewohner von Ajka Ende Mai das Fest der kleinen Menschen. Kombiniert mit dem Tag des Kindes werden in der Innenstadt diverse Programme für Kleinkinder angeboten. Im städtischen Kino werden einige aktuelle Filme angeboten, die in Ungarischer Sprache zur Verfügung stehen. Sehr stolz sind die Bewohner auch auf die Festivitäten rund um den 20. August, an dem sich die Stadt in ein Rot-Weiß-Grünes Farbenmeer verwandelt. An bestimmten Tagen lädt auch die städtische Bibliothek zu Programmen ein. So gibt es hier Buchvorlesungen, aber auch kleine Theateraufführungen, die von lokalen Gruppen aufgeführt werden.

Zusammenfassung:

Es kann durchaus gesagt werden, dass die Stadt Ajka in den letzten Jahren eine Wende geschafft hat, die in vielerlei Hinsicht vorbildhaft ist. Die ehemalige Industriestadt hat sich heute in einen touristisch relevanten Ort entwickelt, welcher nicht nur für einheimische Touristen von Interesse ist. Die wirtschaftliche Stärkung hat zusätzlich dafür gesorgt, dass große Teile der Stadt renoviert werden konnten und gleichzeitig Aktivitäten wie Shopping möglich gemacht worden sind. Besucher der Stadt erleben ein einladendes Ambiente, dass neben den Sehenswürdigkeiten auch mit der Freundlichkeit der Menschen kreiert wird. Daher sollte Ajka während einem Aufenthalt nördlich des Balaton unbedingt für einen Ausflug besucht werden. Wer länger bleiben möchte, kann auch eine der Unterkunftsmöglichkeiten nutzen und so diese freundliche Stadt und die Umgebung umso intensiver kennen lernen.

Karte der Stadt Ajka


Bildquellen und Bildrechte:

(1)

(2)

(3)

(4)

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2013, H)