Die wunderschöne Donau Stadt Komárom in Komárom-Esztergom

Komárom (Komorn)

In Ungarn gibt es viele ungarische Burgen und Festungen, doch die im Komitat Komárom-Esztergom liegende Stadt Komárom im Norden des Landes kann wahrlich Stadt der Festungen bezeichnet werden. Die Stadt liegt im Norden zur slowakischen Grenze an der Donau und hat knapp 20.000 Einwohner. Aufgrund der ungarischen Geschichte und der Lage am Donauufer hat die Stadt viel erlebt und sich mit der Zeit in ein einziges großes Bollwerk aus Festungen verwandelt. Diese Festungen sind heute der wichtigste Bestandteil der Sehenswürdigkeiten von Komárom und nicht nur Freunde der Geschichte können bei einem Ausflug in die Festungen etwas lernen.

Die Geschichte von Komárom beginnt mit dem römischen Imperium. Schon damals wurde hier eine Siedlung errichtet, die den Flussverkehr der Donau überwachen sollte. Um das Jahr 1000 ließ König Stephan I. eine Erdburg errichten und verlieh der Stadt sogar Komitatsrechte. Im Lauf der Jahrhunderte errichtete man in Komárom immer mehr Festungen, da immer neue Feinde versuchten Ungarn zu erobern. Als Napoleon Bonaparte Österreich überrannte, floh Kaiser Franz I. in eine der Festungen von Komárom, um dem Kriegsherrn zu entkommen. Im 19. Jahrhundert wurde dann beschlossen, dass Komárom mit 8 Festungen in ein Bollwerk verwandelt werden sollte. Bis 1877 dauerten die Bauarbeiten an, wobei 1848-1849 die tapferen Ungarn die Festungen sogar besetzten und einen Sonderfrieden aushandelten. Bis 1990 wurden dann die Festungen von der Sowjetunion missbraucht, doch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dienen die Burgen und Festungen nun als Attraktion für Gäste und Touristen der Stadt.

Heute besteht Komárom aus zwei Stadtteilen, wobei man diese Aufteilung der Stadt in Europa nur sehr selten finden wird. Der Stadtteil südlich der Donau gehört zu Ungarn und der Stadtteil nördlich des Flusses zur Slowakei. Der Grund hierfür ist der Vertrag von Trianon, welcher nach dem Ersten Weltkrieg die Fläche Ungarns massiv verstümmelte. So wurde auch Komárom getrennt. Eine intensive Zusammenarbeit und eine gute Städtepartnerschaft sind aber das Ergebnis nach dieser Trennung. Die eiserne Elisabethbrücke verbindet die beiden Stadthälften, welche für den Grenzübertritt sehr gut geeignet ist. Komárom kontrolliert bis heute auch den Schiffsverkehr entlang der Donau. Ein reger Verkehr erfordert natürlich auch viele Hafenstrukturen um die vielen Schiffe verwalten zu können.

Neben dem einzigartigen Stadtbild gibt es in Komárom aber selbstverständlich auch einige Sehenswürdigkeiten. Die erste Station sind natürlich die Festungen der Stadt. Die mit Abstand größte Festung der Stadt ist die Monostori-Festung mit einer Fläche von sagenhaften 40000 Quadratmetern und 640 Räumlichkeiten. Nicht zu Unrecht wurde die Stadt mit dieser Festung als Gibraltar der Donau bezeichnet. 400 Kanonen überwachten allein in Friedenszeiten die Umgebung. Gäste werden aber natürlich nicht mehr anvisiert, sondern mit einer Führung durch den Komplex geführt, welcher anschließend im Festungsshop endet, der den einzigartigen Fort-Sandberg-Wein anbietet. Zu ehren der ungarischen Helden von 1848 und 1849 werden die alljährlichen Komáron Tage veranstaltet, die unter anderem die Revolution als Thematik behandelt.

Zwei weitere Festungen befinden sich noch auf der ungarischen Seite von Komárom. Die Igmándi-Festung dient heute als Schaustätte der römischen und pannonisch-römischen Kultur in den frühen Jahrhunderten. Im Gegensatz zur Monostori-Festung hat diese zwar nur 6000 Quadratmeter Grundfläche, aber die Ausstellung ist definitiv einen Besuch Wert. Die Csillageröd Festung ist vielleicht die unbekannteste der drei Festungen, aber dafür hat sie die typische Form einer Festung im 19. Jahrhundert und deshalb sollten sich kriegsgeschichtlich Interessierte das Mauerwerk näher betrachten und somit auch die Verteidigungsmechanismen besser kennen lernen. Die restlichen 5 Festungen befinden sich seit 1919 auf slowakischer Seite, was aber nicht bedeutet, dass man sie nicht besichtigen kann.

Nach all den Festungen bietet Komárom aber noch zwei weitere Dinge, die für Gäste der Stadt sehr interessant sind. Nach einem großen Rundgang sollte man sich zunächst das Rathaus ansehen. Mit riesigen Anker zieht es die Aufmerksamkeit auf sich. Der Grund für die nautischen Details ist die Seefahrtshistorische Ausstellung innerhalb des Rathauses. Das Museum wurde von Ferenc Juba ins Leben gerufen und ist heute ein beliebtes Museum, welches die Seefahrt auf der Donau genau erläutert. Besonders nach einem langen Spaziergang entlang der Wälle ist das Heilbad der Stadt der perfekte Ort, um sich etwas zu entspannen. Hier kann man nicht nur die Füße ausstrecken, sondern das heilende Wasser gibt dem Körper auch heilende Elemente.

Komárom ist also in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere ungarische Stadt. Die Teilung der Stadt 1919 zeigt trotzdem, wie sehr eine Stadtbevölkerung zusammenhält, auch dann, wenn nur noch eine Brücke die letzte Verbindung darstellt. Auch die Festungslandschaft von Komárom ist nicht nur beeindruckend, sondern auch geschichtlich relevant. Die Innenstadt selbst bietet ausgezeichnete Möglichkeiten um in einem Restaurant ein typisch ungarisches Gericht zu essen, während man einen raren Fort-Sandberg-Wein trinkt. Die Donau selbst ist für Komárom natürlich für den Schiffsverkehr wichtig, aber auch Touristen haben die Gelegenheit von hier aus Bootstouren zu unternehmen und die ungarische Fauna und Flora kennen zu lernen.


Karte der Stadt Komárom