Die interessante Stadt Tata in Komárom-Esztergom

Tata (Totis)

Im Nordwesten Ungarns gibt eines eine ungarische Stadt, die seit ihren Anfängen immer von einem ungarischen See geprägt wurde. Diese Stadt heißt Tata im Komitat Komárom-Esztergom. Mit ihren 24.000 Einwohnern ist sie vielleicht nicht die größte Stadt in der Region, da sich Tatabánya nur wenige Kilometer im Osten erstreckt, aber dennoch ist sie mit einer interessanten Stadtgeschichte ein kulturelles Zentrum. Tata ist nicht nur für wunderschöne Sehenswürdigkeiten bekannt, sondern natürlich auch für den Öreg-tó, welcher aus dem Ungarischen übersetzt “Alter See” bedeutet. Auch die Veranstaltungen und die Unterhaltungsmöglichkeiten überzeugen Gäste der Stadt schon nach kurzem.

Nach archäologischen funden begann die Geschichte von Tata bereits rund 50.000 vor Christus, doch die erste urkundliche Erwähnung wurde 1221 niedergeschrieben. Der Alte See war schon für die Lackfi Familie ein perfektes Element für eine Burg, und so wurde die Burg von Tata relativ bald errichtet. Sie spielte während der osmanischen Invasion eine immense Rolle, doch sie konnte die Einfallenden nicht aufhalten. Nach der Rückeroberung Ungarns verwaltet die Eszterházy-Familie lange Zeit die Stadt. In dieser Zeit wurde die Burg Eszterházy erbaut und Tata entwickelte sich zu einer florierenden Stadt. Es wurde eine Sekundärschule erbaut, genauso wie viele bürgerliche Häuser, die natürlich einen Blick auf den See hatten. 1938 sollte Tata in Tatatóváros umbenannt werden, doch schon nach einem Jahr holten sich die Einwohner der Stadt ihren liebgewonnen Namen wieder.

Heute ist Tata ein aufstrebender Ort mit einer ausgezeichneten Logistik. Die M1 der ungarischen Autobahnen hat eine direkte Anschlussstelle in der Stadt und auch die ungarische Eisenbahn verläuft bei der Verbindung Budapest-Wien direkt durch Tata. Für Gäste gibt es also viele Möglichkeiten in die Stadt zu kommen. Ein Stadtrundgang sollte direkt bei der Burg von Tata begonnen werden. Hier kann man nicht nur das mittelalterliche Bauwerk bestaunen, sondern auch gleich den Alten See. Anschließend lädt der Országház-Platz zu einer besonderen Sehenswürdigkeit ein. Vor dem Rathaus steht der hölzerne Glocken- und Uhrenturm aus dem Jahr 1763. Er ist nicht nur das Wahrzeichen von Tata, sondern es waren bis jetzt keinerlei Reparaturen nötig. Die Konstruktion hat seit über 250 Jahren keinerlei Mängel gehabt.

Im Stadtzentrum von Tata wird man auch viele ehemalige Mühlen entdecken. Noch im Mittelalter wurde Karstwasser für die Mühlen genutzt, heute haben die Gebäude andere Funktionen, doch ihren Charme haben sie nicht verloren. Geschichtlich kann man natürlich viel im Eszterházy-Schloss erfahren, doch die ehemalige Synagoge der Stadt bietet mehr Schätze als man denkt. Das heutige Kuny-Domokos-Museum bietet Exponate aus der griechischen, römischen und natürlich aus der ungarischen Welt doch zwei Ausstellungsstücke sind ganz besonders. Zum einen besitzt das Museum eine seltene Prunkmaske aus Pannonien, zum anderen kann man eine Okarina in Schädelform bestaunen, die wahrscheinlich einer der letzten Relikte der heidnischen Magyaren ist. Im Schloss Eszterházy erfährt man sehr viel über den Adel und den Hofstaat der letzten 3 Jahrhunderte.

Neben der Synagoge gibt es noch zwei weitere religiöse Gebäude in Tata, die einen Besuch Wert sind. Der Glockenturm sollte eigentlich Teil der Kapuzinerkirche werden, doch diese Pläne wurden niemals umgesetzt. Mit dem Ordenshaus steht das Gotteshaus Besuchern und Gläubigen gleichermaßen zur Verfügung. Die Pfarrkirche mit ihren zwei Türmen ist aufgrund ihrer Größe umso imposanter. Auch die reformierte Kirche begeistert mit ihren schlichten, aber genau richtigen Struktur. Egal welcher Religion man angehört, diese Gotteshäuser sind als Sehenswürdigkeiten von Tata unerlässlich.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums von Tata gibt es zwei weitere bekannte Sehenswürdigkeiten. Der Englische Garten wird  vielleicht einige der Besucher etwas verwirren. Inmitten dieser wunderschönen Anlage sind diverse Ruinen zu finden, welche in der Stadtgeschichte nirgends erwähnt werden. Der Grund hierfür ist, dass die Ruinen und Höhlen alle künstlich sind, um das Ambiente mit einem malerischen Ton zu verschönern, was auch gelungen ist. Ebenfalls sehr interessant ist das geologische Demonstrationsfeld am Kalvarienberg. Hier lernt man nicht nur etwas über den nicht mehr aktiven Steinbruch sondern auch über das Leben vor Millionen von Jahren. Die Ausstellung zeigt Fossilien aus der Trias-, Jura- und Kreidezeit, wobei die Riesenmuscheln wohl am schönsten sind.

Neben diesen einzigartigen Orten in Tata gibt es auch einige Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten in der Stadt. Der Alte See ist natürlich ein Paradies zum Segeln, Surfen und Bootfahren. Für die Angler gibt es gleich anschließend einen natürlichen Klärteich, welcher für seinen Fischreichtum bekannt ist. Ende Juni bietet Tata mit dem Drei-Tage-Festival ein unvergessliches Erlebnis für Besucher. Die Themen Wasser, Musik und Blumen werden in unterschiedlichsten Elementen untergebracht. So gibt es Musikanten, einen Karneval, Feuerwerk, Aufführungen und vieles mehr. Im Sportzentrum trainiert jährlich die ungarische Olympiamannschaft, aber auch andere Gäste dürfen das Zentrum gerne nutzen.

Egal ob man in Tata in einer ehemaligen Mühle die ungarische Kulinarik genießen möchte, oder sich die erhabenen ungarischen Schlösser der Stadt ansieht, die Straßen, Menschen und Gebäude machen aus dieser Stadt eine wahre Idylle. Mit vielen Parkanlagen und interessanten Sehenswürdigkeiten kann man entweder einen wunderbaren Tag in der Innenstadt verbringen, oder sich zu einer Fahrradtour überreden lassen und sich die Gegend auf zwei Rädern ansehen. Im Sommer können sich Familien auch in Fényes Bad entspannen oder auf dem Alten See paddeln. Tata repräsentiert wirklich typisch freundliche und wunderschöne Städte in Ungarn, die vielleicht nicht so bekannt sind wie Debrecen oder Sopron, dafür aber ebenfalls sehr viel zu bieten haben.


Karte der Stadt Tata