Die unvergessliche Stadt Visegrád in Pest

Visegrád (Plintenburg)

Die ungarische Stadt Visegrád wird von ihren 1700 Einwohnern zwar als kleinste Stadt Ungarns bezeichnet, aber diese  Stadt im Komitat Pest hat mehr zu bieten als man glaubt. Visegrád liegt am Ufer der Donau, besser gesagt direkt am berühmten Donauknie und im Donau-Ipoly Nationalpark. Neben einer freundlichen Innenstadt entdeckt man im Osten der Stadt sofort die Zitadelle von Visegrád, welche sich majestätisch auf dem Visegráder Gebirge  erhebt und nicht zu übersehen ist. Deshalb ist die Stadt ein wichtiges Zentrum für all jene Gäste, die sich für ungarische Burgen interessieren. Aber auch für Freunde des Wellness und der Natur gibt es in Visegrád einiges zu entdecken.

Schon in der Zeit des Römischen Imperiums war Visegrád ein sehr begehrter Ort. Die perfekte strategische Lage für eine Burg und für die Überwachung der Donau war essentiell zum Schutz der Umgebung. Später nutzten auch ungarische Könige die Gelegenheit, um aus der militärischen Festung einen Palast zu errichten. 1325 verlegte Karl I. zum Beispiel seine Residenz nach Visegrád. Auch der berühmte Vlad Tepes, auch bekannt als Graf Drakula, war um 1465 ein Gefangener der Burg. Nach der Invasion der Osmanen verfiel die Burg und damit drohte auch der umgebenden Stadt das Existenzaus. Im 19. Jahrhundert wurde die Zitadelle als Erbe der Ungarn deklariert und deshalb siedelten sich auch wieder neue Bürger am Bergfuß an und bauten seit langem wieder Häuser in Visegrád. Zuletzt spielte Visegrád eine wichtige Rolle für die Visegrád Gruppe, welche aus Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei besteht. Ziel dieser vier Nationen war es 1991 nicht nur der NATO, sondern auch der EU beizutreten, was den Ländern erfolgreich gelang.

Ein Stadtrundgang in Visegrád sollte unbedingt bei der Zitadelle von Visegrád begonnen werden. In der Festung angekommen erlebt man einen herrlichen Ausblick auf das Donauknie und die nähere Umgebung. Die Zitadelle selbst bietet einige Ausstellungen und Attraktionen an. Man kann sich im Bogenschießen üben, oder einen echten Jagdfalken halten. Innerhalb der Gemäuer zeigen Ausstellungen das Leben in Visegrád, wie es im Mittelalter ausgesehen hat. Ganz besonders beeindruckend sind die Palastspiele von Visegrád. Einmal im Jahr verwandelt sich die Zitadelle in eine Zeitmaschine und Krieger, Gaukler und Schausteller bieten den Gästen ein großes Spektakel. Als eine Erinnerung an den Besuch kann man sich natürlich auch kleine Souvenirs kaufen, die an Visegrád erinnern.

Für Interessierte der europäischen Geschichte ist der Königspalast in Visegrád die nächste Station während einer Stadtbesichtigung. Der prunkvolle Palast ist für Gäste begehbar und Informationen erklären die wichtigen Ereignisse innerhalb des Palastes. 1335 trafen sich in diesem Palast Karl Robert, Kasimir von Polen und Johannes von Böhmen. Die drei Regenten beschlossen an diesem historischen Ort eine enge Kooperation zwischen den drei Ländern, welche bis ins späte 20. Jahrhundert andauerte und für die Visegrád Gruppe sorgte. Auch der Garten und die Wasserspiele sind sehr sehenswert, da man viel über den ungarischen Adel erfahren kann.

Im Zentrum von Visegrád gibt es noch zwei Dinge, die eines Besuches definitiv Wert sind. Zum einen befindet sich in der Stadt das Görgey-Haus, welches dem damaligen ungarischen General im Freiheitskampf 1848-1849 Artúr Görgey gehörte. Schon zu seinen Lebzeiten war man sich uneinig darüber, ob dieser Mann ein Held oder ein Verräter sei und so wurde er auch bis zu seinem Tod 1916 behandelt. Die Ausstellung präsentiert sein Leben, seine Taten und lässt den Besuchern offen, sich eine persönliche Meinung zu bilden. Sehr beliebt ist auch das Lepence Strandbad in Visegrád. Dieses Bad ist auch ein Thermalbad und bietet neben den Möglichkeiten des Wassersportes auch Wellness an.

Nach den Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten kann man noch in Visegrád wunderschöne Spaziergänge am Ufer der Donau oder in der näheren Umgebung unternehmen. Der Sibrik-Hügel ist zum Beispiel ausgezeichnet für eine kleine Wandertour. Während man durch die Natur spaziert entdeckt man diverse Ruinen von römischen Befestigungen, die noch wunderbar erhalten sind. Auch eine Erkundung der Natur ist hier sehr gut möglich, zum Beispiel im Nationalpark Donau-Ipoly, oder im Ausflugszentrum auf dem Mogyoró-Berg. Bootstouren sind mit dem Flussverlauf ebenfalls wunderbar und ein Tag am Strand ist mit dem Strandbad ebenfalls möglich. Obwohl Visegrád nur 1700 Einwohner hat, bietet die Stadt so viel, dass man schon mehr als einen Tag benötigt, um sich die vielen Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele anzusehen. Erleben sie Visegrád und probieren Sie auch ein köstliches ungarisches Gericht, während Sie das gesamte Donauknie überblicken.

Karte der Stadt Visegrád