Die heilende Stadt Szentes in Ungarn

Szentes

Einleitung:

Im Südosten des Landes liegend ist die ungarische Stadt Szentes zu finden, welche gleich aus mehreren Gründen ein beliebter Ort für Touristen ist. Auf den ersten Blick scheint Szentes den umliegenden Städten zu ähneln, doch wegen ihrer geschichtlichen Entwicklung ist sie dennoch anders als ihre Nachbarstädte. Sie kombiniert das Ambiente einer Großstadt mit einer Kleinstadt und ist zusätzlich dazu mit etlichen Grünanlagen versehen. Während Einheimische stolz auf ihre städtischen Sportler und auf ihre Sehenswürdigkeiten sind, genießen Besucher das Thermalwasser in den Heilbädern und die kulturellen Aktivitäten, die in Szentes angeboten werden.

Geschichte:

Nach derzeitigen Funden wurde die Region von Szentes bereits in der Jungsteinzeit bewohnt. Etliche Jahrhunderte später wird auch vermutet, dass Attila der Hunnenkönig um das Jahr 440 irgendwo in der Gegend sein Zeltlager aufschlug. Nach der Landnahme durch die Ungarn entwickelte sich langsam eine Siedlung, die im Jahr 1332 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Mit der Nähe zur Stadt Csongrád und der Burg Csongrád konnte die Region wachsen, bis die ungarischen Truppen 1526 die Schlacht von Mohács verloren. In den folgenden Jahren flohen viele Bewohner aus Szentes und etliche andere wurden von den Besatzern umgebracht. Die Bevölkerung wurde nach der Besatzung sogar 1709 von der Pest heimgesucht, was fast das Ende der Stadt bedeutet hätte.

Erst im 18. und 19. Jahrhundert konnte sich die Stadt Szentes erholen. Die Bevölkerung wuchs, jedoch fehlte es an einer treibenden Wirtschaftskraft. Im Jahr 1883 wurde die Stadt aber zum Komitatssitz bestimmt, wodurch der Ort schlagartig Kaufleute und Handwerker anlockte. In dieser Zeit konnte sich die Stadt sehr gut entwickeln. Selbst während der sowjetischen Ära wurden keine größeren Industrieanlagen gebaut, wodurch das Stadtbild erhalten blieb. Mit der Wende und der Entdeckung von Heilwasser unter der Stadt erhielt Szentes eine immer größere Bedeutung als touristisches Zentrum und bis heute ist sie international vor allem für das Heilwasser bekannt.

Geographische Lage:

Mit der Lage in der Südlichen Großen Tiefebene ist Szentes eine typische Ebenenstadt. Während die Straßen zahlreiche Grünanlagen aufweisen, befinden sich rund die Stadtgrenzen Ebenen und landwirtschaftlich genutzt Flächen. Lediglich im Westen verläuft die Theiß, welche für grüne Ufer sorgt. Geographisch befindet sich Szentes einige Kilometer nördlich von Szeged. Gleich im Nordwesten ist Csongrád zu finden, etwas östlich befindet sich die Stadt Orosháza. Wegen der Nähe zu Szeged ist die Straßenanbindung mit einer Schnellstraße gesichert und auch innerhalb der Stadt können Orte zu Fuß leicht erreicht werden. Des Weiteren ist noch der Fischersee im Nordosten zu erwähnen, welcher für den lokalen Fischereibetrieb genutzt wird.

Heutige Bedeutung:

Die Bedeutung von Szentes wird national und international vollkommen unterschiedlich aufgefasst. Für die Ungarn ist Szentes eine Stadt der Sportler. Hiesige Sportvereine haben schon an etlichen Meisterschaften auf der ganzen Welt teilgenommen und in den Sportarten Wasserball und Karate oftmals gewonnen. Für Besucher aus dem Ausland ist die Stadt vor allem wegen dem heilenden Wasser bekannt. Das Heilbad Szentes bietet nicht nur Freizeitaktivitäten an, sondern auch längere Kuren, die verschiedenste Krankheiten behandeln. Zusätzlich mit dem touristischen Angebot zählt Szentes daher regional zu den beliebtesten Städten, wobei auch ungarische Gäste diese Thermalwasserstadt schon seit etlichen Jahren kennen.

Sehenswürdigkeiten:

Szentes bietet in der Innenstadt eine große Auswahl an architektonischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Schon am Kossuth Platz beginnend beeindruckt das Rathaus aus dem Jahre 1911. Der renovierte Platz lädt dazu ein, einen kleinen Stadtrundgang zu unternehmen. Im Westen kann man einige Minuten entlang der Kurca spazieren, welche durch die Innenstadt fließt. Die religiösen Gebäude der Stadt laden zu einer Besichtigung ein, so wie zum Beispiel die Synagoge, welche heute als Bibliothek dient. Sehr interessant sind auch die römisch-katholische Herz-Jesu Kirche und die reformierte Großkirche, welche beide in der Innenstadt zu finden sind.

Einen angenehmen Spaziergang kann man innerhalb von Szentes auch im Széchényi Park machen, in welchem die Csallány Gábor Ausstellung zu finden ist, die sich mit der zeitgenössischen Kunst auseinandersetzt. Sehenswert ist auch die olympische Eiche, welche Márton Lörincz 1937 der Stadt vermachte und sie seitdem ein Zeichen des Sports ist. Kulturelle Museen und Ausstellungen sind unter anderem auch im Péter-Pál Bürgerhaus, im Haus der Künste oder im Koszta-József Museum zu finden. Angefangen von heimischen Künstlern bis hin zu international bekannten Persönlichkeiten sind zahlreiche Menschen vertreten. An vielen Orten sind auch Statuen und Büsten zu finden, wodurch Szentes den inoffiziellen Namen "Stadt der Statuen" erhalten hat.

Freizeitmöglichkeiten:

Das Heilwasser in Szentes bietet eine große Auswahl an Freizeitmöglichkeiten. Im Heilbad Szentes kann man sich sowohl im Freibad vergnügen, als auch ein heilendes Bad nehmen. Wegen dem regen Tourismus gibt es in der Innenstadt auch etliche Möglichkeiten, um eine kleine Shoppingtour zu unternehmen. Kulinarisch werden Gäste mit zahlreichen ungarischen Restaurants verwöhnt, welche neben heimischen Gerichten auch oftmals internationale Gerichte anbieten. Wer einen Aktivurlaub nutzen möchte, kann neben den Parks auch die Sportplätze in der Sportlerstadt nutzen, egal ob man Laufen oder Radfahren möchte. Sehr empfehlenswert ist es auch während einem Spaziergang einige Nebenstraßen zu begehen. In diesen merkt man, dass das Ambiente der Großstadt auf einmal aufhört und man sich in eine Kleinstadt versetzt fühlt.

Programme:

Jedes Jahr finden in Szentes dutzende Stadtprogramme statt, die gerne genutzt werden. In den Wintermonaten findet zum Beispiel das Winterabschiedsfest statt, bei denen verkleidete Menschen den Winter vertreiben und gleichzeitig zahlreiche Musikgruppen auftreten. Im Juli und August ist die städtische Freilichtbühne beim Kossuth Platz geöffnet, bei welchem regionale und internationale Theatergruppen auftreten und ihre Gäste beeindrucken. Neben diesen und weiteren Aktivitäten bieten auch die Hotels der Stadt zahlreiche Familienprogramme in der Region statt. Während diesen Programmen können Teilnehmer zum Beispiel Go-Kart fahren, die Natur entdecken oder eine kulinarische Reise unternehmen.

Zusammenfassung:

Die einladende Stadt Szentes ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass auch Städte im Osten des Landes in der Lage sind, sich in Orte des Tourismus zu verwandeln. Ständige Renovierungen und Erweiterungen haben aus der vor 30 Jahren noch unbekannten Stadt einen Kurort gemacht, der auch jenseits der ungarischen Grenzen bekannt ist. Mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, dem Thermalbad und den Freizeitprogrammen können Familien und einzelne Besucher genügend Aktivitäten für mehrere Tage planen. Sei es ein Spaziergang in der Innenstadt oder ein Bad im heilenden Wasser, Szentes kann allen Besuchern empfohlen werden, die sich in Südostungarn befinden und eine grüne Stadt entdecken möchten, die mit ihrem Charme und ihrer Vielfalt zu einem längeren Aufenthalt einlädt.

Karte der Stadt Szentes


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