Wichtige Informationen zu den Autobahnen in Ungarn

Die Autobahnen Ungarns

Viele internationale Touristen bevorzugen die Autobahn gegenüber der Eisenbahn und den Fluglinien
Die ungarischen Autobahnen sind eine effiziente Möglichkeit, um das Land mit dem eigenen Fahrzeug zu erkunden ohne viel Geld auszugeben (1)
Die rund 1500 Kilometer Autobahn bilden eine Sternform, die von Budapest ausgeht
Das Autobannetz wird jährlich mit neuen Abschnitten erweitert, wodurch sowohl Nachbarländer als auch wichtige inländische Ziele unkompliziert erreicht werden können (2)
Raststätten und Tankstellen stehen regelmäßig zur Verfügung
Die Auslastung auf den ungarischen Autobahnen ist normalerweise nicht zu hoch, die Fahrer sind meistens defensiv und höflich (3)
Manche Aussichten und Sehenswürdigkeiten verschönern die Fahrt entlang der Autobahn
Entlang der Straße tauchen immer wieder architektonische Sehenswürdigkeiten auf, so wie zum Beispiel die Megyeri Brücke auf der M0

Einleitung:

Ungarn ist und war aufgrund der geographischen Lage in Ostmitteleuropa schon immer ein bedeutendes Transitland. Neben der Ungarischen Eisenbahn, dem Flugverkehr und dem Schiffsverkehr spielt daher auch das nationale Straßennetz eine erhebliche Rolle. Die ungarischen Autobahnen werden daher bereits seit Jahrzehnten als hervorgehobene Bereiche der Infrastruktur behandelt, was sowohl der heimischen Wirtschaft als auch internationalen Gästen zugute kommt. Wer sich bei der Anreise nach Ungarn dafür entscheidet mit dem eigenen Auto zu fahren, dem stehen verschiedenste Routen zur Verfügung. Zusätzlich sind die Nutzungsgebühren der ungarischen Autobahnen sowohl kostengünstig als auch unkompliziert. Die folgenden Abschnitte stellen einige für den Urlaub relevanten Informationen zur Verfügung.

Geschichte:

Obwohl es bereits im Jahr 1941 Pläne für erste ungarische Autobahnen gab, konnten diese aufgrund des Zweiten Weltkrieges und der sowjetischen Besatzung erst ab 1964 realisiert werden. Ab diesem Jahr wurde an einer ersten Autobahn zwischen Budapest und dem Balaton gearbeitet, die schließlich 1968 übergeben werden konnte. Bis zur Wende im Jahr 1990 erbaute der Staat zwar immer wieder kleinere Autobahnabschnitte, in 45 Jahren konnten aber nur rund 350km Autobahn errichtet werden. Die wirtschaftliche Öffnung zum Westen zeigte aber bald auf, dass ein effizientes Autobahnnetz eine Grundbedingung für den wirtschaftlichen Erfolg war.

Ab dem Jahr 2000 erlebten die Autobahnen Ungarns eine rasante Entwicklung. Das Straßennetz wurde mit Großinvestitionen jährlich um dutzende Kilometer erweitert und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer stieg jedes Jahr, da die breiten Autobahnen eine weitaus kleinere Gefahr darstellen als zweispurige Landstraßen. Bis zur Wirtschaftskrise gelang es ein beachtliches Netz auszubauen, welches wichtige nationale und internationale Ziele einschloss. Ab dem Jahr 2014 begannen wiederum größere Bauarbeiten, von denen bis heute regelmäßig Abschnitte übergeben werden. Zu den strategischen Zielen gehören dabei längst nicht mehr nur wirtschaftliche Ziele, sondern vermehrt auch touristische Destinationen, die den Reiseverkehr für einheimische und internationale Autofahrer erleichtern.

Straßennetz und Qualität:

Inzwischen stehen in Ungarn über 1500 Kilometer an Autobahnen zur Verfügung, die von Touristen genutzt werden können. Aufgrund der Tatsache, dass die großen Autobahnabschnitte erst im 21. Jahrhundert mit moderner Technologie errichtet wurden, weist das Netz durchschnittlich eine sehr hohe Qualität auf.  Diese Qualität wird regelmäßig von Automobilclubs und den Benutzern selbst bestätigt und auch im Vergleich zu anderen postkommunistischen Ländern stechen die ungarischen Autobahnen heraus. Das Autobahnnetz des Landes ist sternförmig ausgerichtet wobei Budapest das Zentrum dieser Form ist. Von der Landeshauptstadt aus verlaufen die einzelnen Strecken in alle Himmelsrichtungen und erreichen in den meisten Fällen die Grenzen der Nachbarländer. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Streckenabschnitte zusammen:

M0:

Die M0 ist das zentrale Element der ungarischen Autobahnen. Diese Ringautobahn, die fast ganz Budapest umschließt, verbindet alle Autobahnen miteinander und mit der Hauptstadt.

M1:

Die M1 ist die Westautobahn, die Budapest mit Wien verbindet. Sie ist die wichtigste touristische Autobahn die Fahrer schnell aus dem Westen nach Ungarn befördert. Angebundene Städte sind zum Beispiel Györ, Tatabánya und Mosonmagyaróvár.

M3:

Die M3 ist die Ostautobahn des Landes und verläuft von Budapest in Richtung der Ukraine. Wichtige touristische Städte entlang der Autobahn sind zum Beispiel Miskolc, Eger und Nyíregyháza.

M5:

Die M5 Autobahn verläuft von Budapest in den Südosten des Landes und ermöglicht eine Weiterfahrt nach Serbien. Städte wie Szeged oder Kecskemét können über diese ungarische Autobahn leicht erreicht werden.

M6:

Die M6 Autobahn erstreckt sich im Süden des Landes und bringt die Fahrer nach Kroatien. Wichtige angebundene Städte sind Dunaújváros, Paks und Pécs.

M7:

Die M7 ist die touristisch zweitwichtigste Autobahn, da sie entlang des Balaton verläuft. Von Budapest aus ist der Plattensee in Kürze erreicht, die Autobahn verläuft aber bis zur nordkroatischen Grenze im Westen des Landes.

Infrastruktur und Straßenregeln:

Entlang der ungarischen Autobahnen können Fahrer sämtliche Aspekte entdecken, die auch in anderen Ländern üblich sind. In regelmäßigen Abständen stehen Tankstellen und Rastplätze zur Verfügung, an einigen Orten können auch Restaurants und Unterkünfte genutzt werden. Die Beschilderungen beschreiben sowohl kommende Abfahrten als auch weiter entfernte Ziele, die einzelnen Schilder sind gut positioniert und leicht verständlich. Generell gelten auf den Autobahnen dieselben Gesetze wie auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die für PKW maximal erlaubte Geschwindigkeit beträgt 130kmh, außer bei anders gekennzeichneten Strecken. Rasen lohnt sich in Ungarn übrigens nicht, da die Polizei mit etlichen stationären und mobilen Radargeräten ausgestattet ist.

Fahrverhalten der Autobahnnutzer:

Das Fahrverhalten der ungarischen Autobahnnutzer kann als typisch mitteleuropäisch bezeichnet werden. Die meisten Fahrzeuge halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und durch die vielen dreispurigen Streckenabschnitte ist es auch problemlos möglich LKWs und langsamere Fahrzeuge zu überholen. Die Fahrer auf ungarischen Autobahnen sind sehr häufig defensiv und Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen wird meistens bei Spurwechselmanövern geholfen. Durch die gute Auslastung der Straßen kommt es nur selten zu Staus, bei Stoßzeiten, wenn die Menschen zum Beispiel in die Arbeit fahren, kann es etwas hektischer werden. Im Großen und Ganzen kann das Fahrverhalten aber als defensiv und höflich beschrieben werden.

Vignettengebühr:

Für die Nutzung der ungarischen Autobahnen müssen Gebühren bezahlt werden, wobei das System sehr flexibel ist. In Ungarn wurde die elektronische Vignette eingeführt, wodurch die Kleberei auf der Windschutzscheibe entfällt. An den offiziellen Kaufstellen (Tankstellen, Trafiken, Online etc.) geben Fahrer das Kennzeichen ihres Fahrzeuges an und erhalten einen Beleg. Das Kennzeichen wird anschließend an Kontrollpunkten auf der Autobahn automatisch überprüft. Es ist ganz wichtig, dass nach dem Kauf kontrolliert wird, ob das Kennzeichen richtig von den Verkäufern eingetippt wurde. Es stehen sowohl Vignetten für das gesamte Autobahnnetz zur Verfügung, als auch Regionalvignetten für einzelne ungarische Komitate, falls man zum Beispiel nur eine Grenzregion besuchen möchte. Eine 10-Tageskarte kostet für einen PKW zum Beispiel 2975 Forint (rund 10€).

Zukünftige Pläne:

Trotz des bereits guten Netzwerkes ist es in Ungarn ein strategisches Ziel die Landestraßen weiter auszubauen. In den kommenden Jahren wird ein wichtiger Fokus darauf liegen bestehende ungarische Autobahnen bis an die Landesgrenzen zu erweitern. Wer aus dem Westen oder Norden nach Ungarn anreist, der wird von den künftigen Bauprojekten am meisten profitieren. Doch auch die Anbindung von größeren ungarischen Städten im Landesinneren wird derzeit umgesetzt, was auch viele touristische Vorteile bringt. Bis 2020 sollen insgesamt über 500km neue Autobahn entstehen.

Zusammenfassung:

Das gut ausgebaute Straßennetz und die hohe Qualität der Infrastruktur haben dafür gesorgt, dass die ungarischen Autobahnen sehr gerne von internationalen Touristen genutzt werden. Ob man mit dem Wohnwagen das Land erkunden möchte, mit dem Familienvan zum Balaton fährt oder die Anreise nach Budapest lieber mit dem eigenen Fahrzeug antritt, es stehen alle Möglichkeiten offen. Das unkomplizierte Vignettensystem und der hohe Grad der Sicherheit machen die Landestraßen zu einer sehr attraktiven Möglichkeit das Ziel in Ungarn zu erreichen. Mit den ambitionierten Plänen des Landes und den kommenden neuen ungarischen Autobahnen wird es von Jahr zu Jahr einfacher sowohl Ziele im Herzen des Landes als auch in den äußeren Regionen zu erkunden. Zusätzlich können an mehreren Stellen des Autobahnnetzes auch einzelne Sehenswürdigkeiten und architektonische Bauwerke entdeckt werden, die die Fahrt abwechslungsreich gestalten und zu einer gemütlichen Fahrt einladen.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Magyar Autópályák

Anzahl der Autobahnen: Es stehen 6 komplette Autobahnen und mehrere Autobahnabschnitte zur Verfügung

Gesamtlänge der Autobahnen: Rund 1500 Kilometer

Nahtlose Autobahnübergänge an den Grenzen: Österreich, Serbien, Kroatien, Slowenien, Rumänien

Beschilderung: Blaue Tafeln mit leicht verständlichen Weganweisungen auf dem gesamten Autobahnnetz

Infrastruktur: Raststationen, Tankstellen, Restaurants, Pensionen, Sehenswürdigkeiten

Arten der Autobahnvignette: Landesvignette oder Komitatsvignette

Aktuelle Preise der Autobahnvignette: https://www.virpay.hu/index-de.htm?session=NjQ1MDc5Mg==

Art der Autobahnvignette: Elektronische Vignette

Höchste erlaubte Geschwindigkeit auf der Autobahn: 130 km/h

Besondere Regelungen: Grundsätzlich gelten dieselben Gesetze für die Fahrt auf ungarischen Autobahnen wie auch in anderen Ländern Mitteleuropas


Bildquellen und Bildrechte:

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(2) Pan Peter12, 2015, Creative Commons 4.0

(3) Pan Peter12, 2012, Creative Commons 3.0

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