Der ungarische Donau-Ipoly Nationalpark

Der Nationalpark Donau-Ipoly

Die ungarischen Nationalparks wurden gegründet um besondere Regionen des Landes samt ihrer Fauna und Flora zu schützen. Das Donauknie im Norden des Landes bietet mit einer 90° Biegung der Donau ein einzigartiges Ökosystem, welches einen strengen Naturschutz verdient hat. Aus diesem Grund schützt heute der Nationalpark Donau-Ipoly diese Region. Geographisch befindet sich der Nationalpark nördlich von Budapest, bei der Höhe von Vác und Visegrád. Aber auch die Szentendre Inseln sind ein Teil des geschützten Areals, was die Form des Gebietes noch weiter erweitert. Neben der Natur ist das Donauknie auch ein wichtiger kultureller Schatz.

1997 wurde der Nationalpark Donau-Ipoly offiziell anerkannt. Seitdem umfasst der Nationalpark 603 Quadratkilometer an Fläche. Die Donau ist das Hauptelement des Ökosystems und beim Donauknie durchfließt sie den Pilis-Berg und das Börzsöny-Gebirge. Wie bei einem Portal wachen die Gebirge mit ihren unterschiedlichen geologischen Strukturen über das Gebiet und bieten einen großzügigen Lebensraum für die hiesige Pflanzen- und Tierwelt. Obwohl die Gebirge nur eine Höhe von 936 Metern erreichen, kann man die Umgebung auf den Spitzen fast schon als Hochgebirgsketten bezeichnen. Das vulkanische Gestein, welches das Börzsöny-Gebirge bildet, sorgt für Schutthänge, die das Entdecken von Plateaus unmöglich machen.

Zu dem eigentlichen Areal des Nationalpark Donau-Ipoly gehört auch das Gebiet östlich vom ungarischen Fluss Ipoly. Die Donau trennt also den Nationalpark in einen südlichen und in einen nördlichen Teil. Ausnahmen dieser Regelung sind die vielen kleinen Inseln, die in der Donau zu finden sind. Die bekanntesten sind zweifelsohne die Szentendre-Inseln, welches sich bei der gleichnamigen Stadt Szentendre befinden. Diese Inseln sind besonders für die Vegetation sehr wichtig, da die Pflanzen und Bäume bei einem Wasserüberschuss sterben würden. Die Gebirgsregion bietet aber noch einen weiteren faszinierenden Aspekt neben der Felsstrukturen, nämlich über 200 Höhlen, die sich im Gebirge erstrecken. Das viele Karstwasser und die zahlreichen Quellen, wobei manche von ihnen 600 Meter über dem Meeresspiegel entspringen, haben sich über die Jahrtausende einen Weg durch das Gestein gebahnt. Einige der Höhlen sind auch für Besucher zugänglich.

Die Fauna und Flora des Nationalpark Donau-Ipoly sind natürlich an das Uferleben angepasst. Große Laubwälder erstrecken sich ab dem Ufer die Berge hinauf, während die geschützten Pflanzenarten des Nationalparks ihren Lebensraum in den unberührten Wiesen zwischen den Wäldern haben. Ein ständiger Bewohner dieses Habitats ist die Ungarische Nasenheuschrecke, die zwar im ganzen Nationalpark Donau-Ipoly zu finden ist, aber eine geringe Population aufweist. Diese und weitere Käferarten sind im Laub oder im Wald immer wieder anzutreffen. Lurche und Salamander gehören zu den bedrohten Tierarten der Region und deshalb ist man bemüht ihre Lebensräume so sauber wie möglich zu halten. Eine weltweit einzigartige Tierart ist eine sauerstoffabhängige Wasserschnecke, die nur im Flusstal beim Donauknie und nirgendwo sonst zu finden ist. Wo in großen Flüssen Fische vorhanden sind, da gibt es auch eine vielfältige Vogelwelt. Kaiseradler, Uhu und der Schwarzstorch sind nur einige Arten der zahlreichen Ufer- und Wasservögel.

Erkundet kann der Nationalpark Donau-Ipoly auf viele Arten werden. Sehr gut bietet sich natürlich eine Bootstour an, die die Wasserwelt näher bringt und auch die vielen Vogelarten präsentiert. Wandertouren sind ebenfalls sehr gut möglich, da die verschiedenen Lehrpfade Strecken zur Verfügung stellen, die das Ökosystem von nächster Nähe zeigen. Ebenfalls sehr interessant sind die Höhlensysteme der Gebirge, die nicht nur normale Höhlen, sondern auch Tropfsteinhöhlen bieten. Der Aspekt der ungarischen Kultur und der ungarischen Geschichte kann besonders gut bei Visegrád erforscht werden, aber auch Szentendre ist ein sehr guter Repräsentant. Die verträumten Städte am Donauufer sind schon lange beliebte Ausflugsziele um die Kulinarik und die Kultur des Landes erleben zu können. Genießen Sie die Vielfalt vom Nationalpark Donau-Ipoly und lernen Sie eine Region Ungarns kennen, die mächtige Flüsse, uralte Gebirge und eine wunderschöne Vegetation miteinander verbindet.

Karte des Nationalpark Donau-Ipoly