Der ungarische Kiskunság Nationalpark

Der Nationalpark Kiskunság

Die ungarischen Regionen bieten eine Vielfalt an natürlichen Landschaftsgebieten. Nordungarn präsentiert hügellige Landschaften, während der Osten mit der weiten Puszta lockt und der Westen rund um den Balaton saftige Grünflächen bietet. Südlich von Budapest verlaufen die Donau und die Theiß fast parallel und erzeugen somit eine natürliche Barriere, die das Land Richtung Süden begleitet. Auf der Höhe von Kecskemét erstreckt sich der Nationalpark Kiskunság in einem mosaikförmigen Muster auf einer Fläche von über 500 Quadratkilometern. Jeder ungarische Nationalpark ist einzigartig, doch der Nationalpark Kiskunság bietet in bestimmten Arealen geographische Strukturen, die man sich in Ungarn sicher nicht erwarten würde.

Als der Nationalpark Kiskunság 1975 zum Nationalpark erklärt wurde, spielten einige Faktoren eine wichtige Rolle.  Einer dieser Faktoren war die Lebensvielfalt in einer eher unwirtlichen Umgebung. Besonders die nördlichen Gebiete des Nationalparks werden von Pusztasteppen dominiert, die nur ab und zu von Wassertümpeln unterbrochen werden. Umso beeindruckender ist die heimische Fauna und Flora, die sich in dieser Gegend eingelebt haben und mit den Lebensbedingungen problemlos zurechtkommen. Im zweitgrößten Salzgebiet Ungarns können natürlich nur Pflanzen überleben, die die hohe Salzkonzentration überleben. Zu diesen Pflanzen gehören die Strandflieder, die Salz-Kresse und der Falsche Schaf-Schwingel. Bis 1800 brachte die Donau immer wieder Überschwemmungen, doch mit den beginnenden Wasserregulierungen konnte sich die Salzsteppe herausbilden, was bezaubernde natürliche Formen bewirkte.

Auch die Fauna des Nationalparks Kiskunság ist beeindruckend. Die streng geschützte Großtrappe findet in der Puszta ihre Nistplätze, aber auch andere Vögel wie der Rotfußfalke und die Brachschwalbe haben die Gegend zu ihrem Lebensraum auserkoren. Innerhalb des Nationalparks verlaufen kleine Verästelungen der Donau durch das Gebiet, was auch für viele Säugetiere eine perfekte Heimat ist. So kommt es nicht selten vor, dass man während einer Erkundung Otter und Wiesel entdeckt. Auch domestizierte Tiere wie das Graurind sind mit der größten Population nahe Apaj vertreten. Die zwei ungarischen Seen Kolon und Iszák sind vor allem für Enten und Zugvögel eine wichtige Station während der Reise in den Süden.

Ein Phänomen des Nationalpark Kiskunság wird man aber mitten in Ungarn sicher nicht erwarten. Unter den Dünen von Fülöpháza versteht man wandernde Dünen, die bis heute ihren Weg durch die Landschaft bahnen. Aufgrund der Neulenkung der Donau durch den Menschen wurde sehr viel Sand und Lössgestein zusammengetragen, woraus eine kleine ungarische Wüste entstand. So sieht man teilweise, dass saftig grüne Wiesen plötzlich in einer Sandlandschaft enden, als würde das Wasser den Boden unter den Dünen nicht betreten. Diese Landschaft ist besonders für Smaragdeidechsen und Grashüpfer das perfekte Terrain um sich tagsüber zu sonnen.

Die heutige kulturelle Form, die in den Dörfern des Nationalpark Kiskunság zu finden ist, hätte es sicherlich nicht gegeben, wenn die Kumanen nicht dieses Territorium für sich genutzt hätten. Das bewaffnete Hirtenvolk hatte eine Autonomie in Ungarn und beeinflusste somit auch die Struktur von Städten, Dörfern und Handelsrouten. Auch die Agrarwirtschaft und die Viehwirtschaft sind ein Faktor für das besondere Aussehen der Landschaften. Deshalb wurden die geschichtlichen Ereignisse einerseits im Hirtenmuseum bei Bugapuszta und andererseits im Csárdamuseum “Nyakvágo” verewigt. Die Wurzeln der ungarischen Geschichte werden hier lebhaft und interessant vermittelt, um einen präzisen Einblick die in die Geschichte der Region zu erhalten.

Solch eine Kombination aus Salzsteppen, Oasen, saftigen Wiesen und Wüstenlandschaften findet man nur im Nationalpark Kiskunság. Für Besucher sind die Museen ständig geöffnet, und Wandertouren sind an den markierten Wegen erlaubt. Selbstverständlich sind auch organisierte Ausflüge möglich und man kann auch einiges über die traditionelle ungarische Kultur erfahren. Zusätzlich ist innerhalb des Nationalparks Kiskunság natürlich auch Unterhaltung in Form von ReitenCampenAngeln und vieles mehr möglich. Somit ist der Nationalpark für Erwachsene aber auch für Kinder sehr gut geeignet, da man direkt vor einer wandernden Sanddüne stehen kann, während hinter einem eine Großtrappe auf ihr Nest aufpasst, oder im nächsten Fluss Otter auf die Jagd gehen.

Karte des Nationalpark Kiskunság