Der ungarische Körös-Maros Nationalpark

Der Nationalpark Körös-Maros

Im Südosten Ungarns erstreckt sich zwischen den Städten GyulaSzeged und Kecskemét ein ungarischer Nationalpark, welcher nicht nur essentiell für Wandervögel ist, sondern auch den natürlichen Übergang zwischen der ungarischen Puszta und einer gemäßigten Geographie präsentiert. Es handelt sich hierbei um den Nationalpark Körös-Maros. Mit einer Gesamtfläche von ungefähr 511 Quadratkilometern besteht der Nationalpark aus verschiedenen Landschaftsaspekten. Neben Übergängen von Steppenregionen bis hin zu Ursumpflandschaften spielen ganz besonders die ungarischen Flüsse Körös und Maros eine Rolle bei der heutigen Form.

Der Nationalpark Körös-Maros wurde im Jahre 1997 als Nationalpark deklariert, doch bereits 1975 gab es in der Region ein Trappenreservat, um den heimischen Vögeln einen ausgezeichneten Lebensraum zu ermöglichen. Während die Körös in Norden des Nationalparks das Areal begrenzt, ist die Maros die südliche Grenze. Zusätzlich besteht die westliche Grenze aus der Theiß und die östliche Grenze aus der Staatsgrenze zu Rumänien. Innerhalb des Nationalpark Körös-Maros sind auch die Städte Hódmezövásárhely und Békéscsaba zu finden. Diese Kombination aus natürlichen Grenzen und ungarischen Städten haben die Gründer des Parks veranlasst, dass Gebiet in 13 unterschiedliche Gebiete aufzuteilen und nicht das ganze Gebiet als Nationalpark zu deklarieren.

Von den drei Grundlandschaften im Nationalpark Körös-Maros ist die Pusztalandschaft sicherlich die bekannteste. Wie im Nationalpark Hortobágy erstrecken sich weite Salzsteppen im Norden des Gebietes und bieten der heimischen Fauna und Flora einen Lebensraum. Auch das Trappenreservat befindet sich in der Pusztalandschaft. Die Verantwortlichen für das Reservoir sorgen dafür, dass die Trappenbestände jedes Jahr genügend Futterstellen für den Winter haben und auch genug ruhige Nistplätze in der Puszta finden. Das Prinzip bewährt sich schon seit der Gründung des Reservates, denn bis heute gab es kein Jahr, in welchen die Trappenbestände nicht kontinuierlich gestiegen sind.

Die zweite Landschaft des Nationalpark Körös-Maros sind die vielen Moore und Sümpfe des Gebietes. In der Sárrét-Wasserwelt gibt es sogar noch zwei Urmoore, welche seit Jahrtausenden bestehen und sich praktisch nicht verändert haben. Dieser Lebensraum bietet nicht nur Wasservögeln eine Heimat. In den kleinen Bächen zum Beispiel ist es nicht unüblich auf Otter zu treffen, die eine beträchtliche Population im Nationalpark Körös-Maros haben. Zu den Vogelarten gehören zum Beispiel der Stelzenläufer, die Uferschnepfe und der Wasserläufer. Obwohl während der Industrialisierung Ungarns viele Sümpfe trockengelegt wurden, erhält man bis heute die interessanten Sumpfgebiete um die Tiere und Pflanzen zu schützen.

Zuletzt gibt es im Nationalpark Körös-Maros natürlich auch die Wasserwelten in den Flüssen des Parks und auch an den Ufern. Besonders letztere laden zu gemütlichen Spaziergängen ein. Der Flussverlauf wird von Laubbäumen wie Weiden-Pappeln begleitet, welche viel Schatten spenden. Die Wiesen um die Flüsse erstrahlen in einem saftigen Grün und bieten neben vielen Vogelarten auch einigen Pflanzenarten einen Lebensraum. Manche Gattungen wie das Siebenbürgische Feuerauge und die Gewitterblume sind streng geschützt, da sie in Ungarn und europaweit nur noch sehr selten sind. Aber auch die Westblindmaus lebt in diesen Wiesen und steht ebenfalls unter strengem Schutz. Die Flüsse der Region sind wahre Oasen, da sie einigen Pflanzenarten eine Lebensgrundlage bieten, die wiederum die Lebensgrundlage für pflanzenfressende Tiere sind. So kommt es nicht selten vor, dass man hier etliche Tierarten auf einmal entdecken kann.

Für Gäste ist der Nationalpark Körös-Maros die perfekte Gelegenheit um gleich mehrere ungarische Landschaften kennen zu lernen. Bis auf streng geschützte Areale, die selbstverständlich markiert sind, ist der Nationalpark frei zugänglich. Viele Informationsschilder und Wegweiser zeigen Besuchern den aktuellen Standort und bieten Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt. Für Freunde der ungarischen Kultur ist auch das Schloss Wenckheim innerhalb des Nationalparks sehenswert. Auch der Fehér-See als Repräsentant der ungarischen Seen bietet mit der Sóstó-Viehfarm eine Attraktion für groß und klein. Hier findet man die dortigen Bestände an Graurindern und Zackelschafen. Somit bietet der Nationalpark Körös-Maros wirklich ein breites Spektrum an ungarischer Natur und Geographie.

Karte des Nationalpark Körös-Maros