Der ungarische Örség Nationalpark

Der Nationalpark Örség

Im Südwesten Ungarns, wenige Kilometer südlich von Körmend und ein paar Kilometer westlich von Zalaegerszeg befindet sich der 2002 eröffnete ungarische Nationalpark Örség. Der Nationalpark ist im Gegensatz zu den anderen ungarischen Nationalparks ein Kooperationsprojekt zwischen Ungarn, Österreich und Slowenien, bei welchem alle drei Länder in der Region einen Nationalpark besitzen, welcher jeweils mit den Parks der anderen Länder kombiniert ist. Das Projekt wurde zum Europäischen Schutzgebiet erklärt, da jeder einzelne Park, als auch die kombinierte Region nicht nur wichtige Orte für die Fauna und Flora sind, sondern auch kulturelle Unikate beherbergen. Der Nationalpark Örség wird insbesondere stark geschützt, da der Park zu den 10 schönsten ländlichen Gegenden Europas erklärt wurde.

Der Nationalpark Örség, welcher sich auf einer Fläche von 440 Quadratkilometer ausdehnt, wäre nach seiner Gründung einige Jahre später fast wieder entfernt worden. Mit dem Grundgedanken, ein internationales Naturschutzgebiet in der Region der Staatsgrenzen von Ungarn, Österreich und Slowenien zu kreieren, wurde das europäische Projekt 2002 abgeschlossen und so wurde auch der Nationalpark Örség gegründet. 2007 jedoch beschloss die Regierung trotz zahlreicher Proteste, den Nationalpark aus Kostengründen mit dem Nationalpark Fertö-Hanság zu vereinen. Nur wenige Zeit nach diesem Beschluss wurden die Änderungen Rückgängig gemacht, da das europäische Projekt eigene Nationalparks aller drei Länder voraussetzte. So ist der Nationalpark heute ein besonderer Anziehungsort für Naturfreude, kulturell Interessierte und Freunde des Wanderns.

Geographisch bietet der Nationalpark Örség eine riesige Vielfalt. Die Gegend wird allgemein von saftig grünen Wiesen auf Hügeln und kleinen Bergen geprägt, die von majestätischen Wäldern unterbrochen werden. Auch einige ungarische Flüsse verlaufen durch den Nationalpark, sowie etliche kleine Quellen aus der Erde. Bei erster Betrachtung haben bereits viele Besucher gesagt, dass die Landschaft der allgemeinen Alpenlandschaft täuschend ähnlich ist. Neben den Waldtieren und Flusstieren leben hier auch zahlreiche bedrohte Tierarten wie der Wespenbussard, der Schwarzstorch und einige Schmetterlings- und Insektenarten. Zu den bedrohten Pflanzenarten gehören unter anderem der Enzian, sowie die seltene Schwertlilie. Somit ist es einer der wichtigsten Prioritäten die hiesige Fauna und Flora zu schützen.

Neben den natürlichen Aspekten spielen auch die Menschen, die im Nationalpark Örség leben, eine sehr wichtige Rolle. In der Gegend sind praktisch nur kleine Siedlungen zu finden, die hauptsächlich von der Landwirtschaft leben und sich sehr gut selbst versorgen, wodurch köstliche biologische Erzeugnisse aus der Region sehr begehrt sind. Auch die Kultur und die Traditionen der Menschen haben sich nicht geändert, was international sehr gelobt wird und auch als Hauptgrund genannt wird, warum es so wichtig ist, auch die Kultur zu erhalten.

Der Name der Nationalpark Örség, welcher aus dem Ungarischen mit Wache übersetzt werden kann, hat mit der Geschichte des Landes zu tun. Bereits einige Jahre nach der Landnahme der Magyaren wurde die hiesige Bevölkerung dazu eingesetzt als Wachposten zu agieren. Die Menschen errichteten Kirchen und Wachtürme, die zur Beobachtung dienten und erhielten für die Bewachung der Gegend viele Rechte und auch Besitztümer. In den späteren Jahrhunderten entstanden enge Verbindungen zu den Menschen in den Nachbarländern, wodurch schon damals eine enge Verbundenheit herrschte. Diese ist bis heute in den Sehenswürdigkeiten des Nationalparks zu finden, da die Kirchen, Siedlungen und Orte aller Nachbarländer von der gemeinsamen Vergangenheit erzählen.

Somit ist der Nationalpark Örség ein absolut einzigartiger Ort in Ungarn. Die vielfältige Natur, sowie die Kultur und die Tradition konnten hier trotz der Jahrhunderte bewahrt werde damit sowohl Menschen als auch die Natur friedlich koexistieren können. Der Park erhielt 2007 sogar den EDEN-Preis und wurde damit zu einem der 10 schönsten ländlichen Gegenden Europas gekürt. Ausschlaggebend für die Auszeichnung waren sowohl die vielen, Wald-, Wiesen-, Sumpf- und Flussgebiete, als auch die Einwohner der Gemeinden, die ein vorbildliches Leben führen und sich problemlos selbst versorgen. Bei einem Besuch im Nationalpark Örség erwarten Besucher diverse interessante Orte, ausgewählte Wander- und Naturwege, organisierte Führungen und vieles mehr. Zusätzlich sind alle Informationsschilder, Ausstellungen und andere Informationsquellen mehrsprachig, damit auch Gäste aus dem Ausland viel über die Natur und die Kultur des Nationalpark Örség lernen können.

Karte des Nationalpark Örség