Das ungarische Naturschutzgebiet Gödöllö

Das Gödöllö Naturschutzgebiet

Einleitung:

Die Region östlich von Budapest ist für weite Ebenen und sanfte Hügel bekannt. Hier finden Touristen kleine Siedlungen, aber auch mittelgroße Städte, die einen hohen kulturellen Wert haben. Einer dieser Städte ist Gödöllö, welche geschichtlich eng mit Budapest verbunden ist. Bei Gödöllö ist aber nicht nur eine interessante Stadt zu finden, sondern auch das Gödöllö Naturschutzgebiet. Das geographisch längliche ungarische Naturschutzgebiet ist die Heimat zahlreicher Wald- und Ebenenbewohner, aber auch der Standort von wichtigen kulturellen Elementen der ungarischen Geschichte. Da die Distanz zur Landeshauptstadt nicht sehr groß ist, hat sich das Naturschutzgebiet Gödöllö zu einem Touristenmagneten entwickelt.

Geschichte:

Das es das Naturschutzgebiet Gödöllö heute gibt, ist hauptsächlich der Stadt Gödöllö zu verdanken. In den vergangenen Jahrhunderten war dieser Ort ein Erholungszentrum für Budapester Adelige und Geschäftsleute. Zu den damaligen Zeiten schätzte man die Natur abseits der Großstadt sehr, wodurch das Waldgebiet östlich von Gödöllö immer gepflegt wurde. Im Jahr 1990 wurde beschlossen, Gödöllö unter besonderen kulturellen Schutz zu stellen und gleichzeitig wurde auch ein großes Gebiet unter Naturschutz gestellt, damit nicht nur die Bauwerke erhalten bleiben, sondern auch die lokale ungarische Fauna und Flora ihre Heimat behalten und nutzen können.

Geographische Lage:

Die große Beliebtheit des Naturschutzgebietes Gödöllö liegt an der Nähe zu Budapest. Das geschützte Areal ist gerade einmal 20 Kilometer vom Budapester Stadtzentrum entfernt, wodurch eine Anfahrt nicht einmal eine halbe Stunde dauert. Östlich von Gödöllö gelegen erstreckt sich das Gebiet länglich von Norden nach Süden. Die Gesamtgröße des Naturschutzgebietes beträgt 119,96 Quadratkilometer und der größte Anteil dieses Gebietes ist bewaldet. Alle Bereiche sind zusammenhängend, wodurch Besucher theoretisch das gesamte Gebiet zu Fuß erkunden können, ohne andere Verkehrsmittel zum Erreichen von anderen Teilgebieten nutzen zu müssen. Die Form ähnelt einem Halbmond, welcher im südlichsten Teil fast abgeschnitten ist und dadurch im südlichen Schluss eine Art Naturschutzinsel entsteht.

Allgemeine Landschaft:

Die Landschaft vom Gödöllö Naturschutzgebiet wird von sanften Hügeln und Ebenen geprägt. Auf den Gödöllö Hügeln befinden sich viele bewaldete Regionen, die hin und wieder von Feldern oder Ebenen unterbrochen werden. Im Westen sind bereits die Vororte von Budapest zu finden, während im Osten zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Felder zu sehen sind. Innerhalb des geschützten Gebietes sind auch kleinere Gewässer zu finden, welche meist von Flüssen abgespalten sind. Die Unterbrechungen zwischen den Waldgebieten machen Wanderausflüge sehr einfach, da der Wald von mehreren Stellen aus betreten werden kann, wobei es auch zahlreiche Wanderwege innerhalb der Hügellandschaft gibt, die genutzt werden können.

Tierwelt:

Aufgrund der großen Fläche des Gödöllö Naturschutzgebietes arbeiten Wissenschaftler immer noch an einer kompletten Liste der Tierarten, die dieses Gebiet als Lebensraum nutzen. Am besten erforscht sind die Vogelarten, welche sowohl in den Wäldern, als auch in den Ebenen zu finden sind. Sie nutzen die ruhige Umgebung um im Frühling und Sommer zu nisten, bevor sie im Winter in den Süden ziehen. Neben einigen geschützten Vogelarten gibt es aber auch weitere Tierklassen, auf die Wanderer immer wieder treffen. Zum Beispiel findet man an warmen Tagen einige Eidechsen, aber auch Feldhasen und viele verschiedene Insektenarten, die für die Vögel als proteinreiche Nahrungsquelle dienen.

Auf den Ebenen des Naturschutzgebietes Gödöllö sind immer wieder Raben zu entdecken. Sie ernähren sich von kleinen Feldtieren, aber auch von Körnern. Ein sehr bunter, und damit leicht zu entdeckender Waldvogel ist der Karmingimpel. Sein rundlicher Schnabel und die rote Färbung machen ihn in der grünen Waldumgebung leicht auffindbar. Mit genügend Glück und reichlich Geduld ist es den Besuchern auch möglich eine Schleiereule zu sichten. Diese majestätische Kreatur beeindruckt nicht nur mit seiner beachtlichen Größe, sondern auch mit einem besonders geformten Gesicht. Nahe den Gewässern sollte man auch nach Erdkröten Ausschau halten, die gerne Pfade überqueren und trotz ihrer geringen Größe doch sehr weit springen können.

Pflanzenwelt:

Die großen Wälder des Gödöllö Naturschutzgebietes sind nicht durch Zufall entstanden. Aufgrund eines Übergangsklimas und zahlreichen mineralhaltigen Bodenstrukturen, konnten die Bäume hier seit Jahrtausenden gedeihen. Bei den Bäumen handelt es sich hauptsächlich um Laubbäume, die während den warmen Monaten einen schattenspendenden Baldachin erzeugen. Die klimatischen Bedingungen haben aber dafür gesorgt, dass hier Pflanzen- und Krautarten zu finden sind, die für die Region eher untypisch sind. Am häufigsten sind die geschützten Pflanzen in den Tälern der Hügel zu finden, die den perfekten Lebensraum für die verschiedenfarbigen Pflanzen ermöglichen.

Gleich für zwei verschiedene Färbungen im Naturschutzgebiet Gödöllö ist der Blutrote Storchschnabel verantwortlich. Diese Pflanze besitzt im Sommer eine lila Färbung, welche großflächig auf der Blüte vorhanden ist. Im Herbst hingegen verwandeln die Blätter dieser Pflanze ihre Färbung von grün zu rot, was ein einzigartiges Ambiente kreiert. Eine weitere Farbe erhalten die Täler vom Frühlings-Adonisröschen. Er ist dafür bekannt, dass er eine komplett grüne Färbung besitzt, nur die Blüte auf der obersten Spitze besitzt ein sattes gelb. Ab und zu sind bei sichtbaren Steinen auch Fetthennen zu finden, die eine längliche Form besitzen und ebenfalls eine gelbe Farbe aufweisen, die den Stein dementsprechend aus einer bestimmten Entfernung gelb erscheinen lässt.

Kulturelle Elemente:

Selbstverständlich wird mit dem Naturschutzgebiet Gödöllö die Stadt Gödöllö in Verbindung gebracht. Alte Herrenhäuser und edle Stadtgebäude bilden architektonische Meisterwerke. Aber es gibt in der Region noch viel mehr zu entdecken. Auf den Feldern und in den umliegenden Siedlungen können zum Beispiel Überreste von Erdfestungen gefunden werden, die lange vor der Zeit der Ungarn errichtet wurden. Auch die Máriabesnyöi Basilika ist einen Besuch wert. Diese Kirche in Gödöllö war einer der größten Zentren des Ablasshandels im gesamten Land. Aus der römischen Zeit sind auch einige wenige Reste des pannonischen Limes übrig geblieben, die einen großen Wall aber nur noch erahnen lassen.

Zusammenfassung:

Zusammenfassend ist das Gödöllö Naturschutzgebiet ein sehr lohnendes Ausflugsziel, wenn man sich in Budapest befindet. Die gute geographische Lage und die einfache Begehbarkeit machen aus diesem Ort den perfekten Wanderort. Hobbieornitologen werden definitiv auf ihre Kosten kommen, da das Gebiet von Vögeln dominiert wird und Tierfreunde werden auch auf dem Boden zahlreiche Tiere finden. Mit etwas Glück können sogar Wildschweine gesichtet werden, die aber relativ scheu sind. Egal ob man alleine anreist, oder mit der gesamten Familie, die Entdeckung des Gödöllö Naturschutzgebietes sorgt für einen erlebnisreichen Tag in der Natur, ohne sehr weit reisen zu müssen. Wer die ungarische Natur erleben möchte, wird hier genau diese finden, ohne zivilisatorische Einflüsse zu bemerken.

Weitere relevante Daten:

-Gesamtfläche: 11996 Hektar

-Streng geschützte Fläche: 3128 Hektar.

-Verwaltung: Direktion des Nationalpark Donau-Ipoly

-Erreichbarkeit: Das Naturschutzgebiet kann sehr leicht erreicht werden

-Ausflugsschwierigkeit: Außer einem festeren Schuhwerk müssen Besucher nichts Besonderes mitnehmen

Karte des Naturschutzgebiet Gödöllö


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