Das ungarische Naturschutzgebiet Pannonhalma

Das Pannonhalma Naturschutzgebiet

Einleitung:

Einige der ungarischen Naturschutzgebiete sind oftmals auf eine Art von Landschaft beschränkt. Häufig befinden sich diese Gebiete auf Feldern in Wäldern oder auf Bergen. Es gibt aber auch hier ein paar Ausnahmen und einer der bekanntesten ist das Naturschutzgebiet Pannonhalma. Es setzt sich insgesamt aus vier Landschaftsmerkmalen zusammen und bietet somit eine enorme Auswahl an geographischen Strukturen, aber auch an Tieren und Pflanzen. Für die Ungarn gehört das Pannonhalma Naturschutzgebiet zu einem der schönsten geschützten Orte des gesamten Landes und daher achten die Menschen auch darauf, dass diese Region auch weiterhin erhalten bleibt.

Geschichte:

Vor der Gründung des Naturschutzgebietes Pannonhalma im Jahr 1992 mussten die betreffenden Behörden eine wichtige Entscheidung treffen. In der Umgebung gab es mehrere schützenswerte Gebiete, die aber nicht direkt miteinander verbunden waren. So gab es entweder die Möglichkeit die gesamte Fläche unter Schutz zu stellen und somit auch Ortschaften miteinzubeziehen, was künftige Bauprojekte erschwert hätte, oder das Gebiet aufzuteilen. Letztendlich entschied man sich für eine mosaikförmige Aufteilung, die alle wichtigen Gebiete beinhaltete und andere Orte nicht miteinbezog. So konnten infrastrukturelle Begehren umgesetzt werden und die ungarische Fauna und Flora konnte nun in einem geschützten Habitat leben und gedeihen.

Geographische Lage:

Das Naturschutzgebiet Pannonhalma befindet sich im Nordwesten Ungarns. Geographisch liegen die geschützten Areale südlich von der Stadt Györ und etwas westlich von der Stadt Pannonhalma. Auf einer Fläche von 70,55 Quadratkilometern erstrecken sich vier Abschnitte, die sich teilweise begrenzt und teilweise gar nicht direkt berühren. Zwischen den Abschnitten ist durchaus Infrastruktur zu finden, jedoch können innerhalb der geschützten Gebiete höchstens einfache Straßen und Pfade gefunden werden. Mit dieser Kombination besteht die große Verantwortung, dass nicht zu viel in die Gegend gebaut wird, da dies das Ökosystem beeinflussen könnte und dadurch Tiere abwandern oder aussterben könnten. Derzeitig sind aber keine solchen Bauvorhaben geplant.

Allgemeine Landschaft:

Aufgrund der vielfältigen Verteilung des Pannonhalma Naturschutzgebietes besitzt es gleich vier verschiedene Landschaften, die weitere kleinere Landschaftsteile aufweisen. Die Pannonhalma Hügellandschaft ist die flächenmäßig größte Region, die aus sanften Hügeln mit dezenten Übergängen besteht und insgesamt 24,71 Quadratkilometer ausmacht. Die Meszes Sandpuszta ist nicht nur eine Landschaft, sondern ein natürliches Phänomen, das sonst in der Region nirgendwo zu finden ist. Die Erebe Inseln liegen sehr weit nördlich an der Donau und bieten Wasservögeln den idealen Lebensraum. das letzte Gebiet besteht aus der Holt-Rába Region, welche aus einem Seitenarm der Rába gebildet wird. Das viele Schilf an den Ufern der Gewässer ist ein perfekter Lebensraum für Amphibien, aber auch für Vögel.

Tierwelt:

Keine der vier Gebiete im Pannonhalma Naturschutzgebiet besitzt dieselben Tierarten. Da die Landschaft stark unterschiedlich ist, haben unterschiedliche Tiergattungen, von denen viele auch geschützt sind, ihr Zuhause in jenem Habitat gefunden, dass am besten zu ihnen passt. Während in der Hügellandschaft hauptsächlich Feld- und Waldtiere wie Hasen und Vögel dominieren, ist die Sandpuszta die Domäne von Insekten und kleinen Reptilien. Sowohl die Inseln, als auch die Seitenarme bestehender Flüsse sind wiederum Heimat für zahlreiche Fischarten, Vogelarten und Amphibienarten, die diese Areale seit etlichen Jahrhunderten besiedeln und zum Überleben nutzen.

Ein Vertreter der Hügellandschaft im Pannonhalma Naturschutzgebiet ist der Bienenfresser. Er zählt zu den buntesten Vögeln Europas und ist mit etwas Glück auch  in den Wäldern der Hügel zu entdecken. Die unberührte Sandpuszta ist zum Beispiel Heimat der Zauneidechse. Wegen der vielen Insektenarten ist die Wüste ein wahres Paradies für das jagende Reptil. Die Erebe-Inseln sind das Zuhause des Schwarzmilans, welcher ein gefürchteter Jagdvogel in der Gegend ist und seine Beute auch aus großen Entfernungen finden und fangen kann. Ein hingegen sehr gemütlicher Bewohner der Holt-Rába Region ist der Moorfrosch, der sich in kleinen Tümpeln und an Ufern am wohlsten fühlt.

Pflanzenwelt:

Genauso vielfältig wie die Tierwelt ist auch die Pflanzenwelt vom Naturschutzgebiet Pannonhalma. Die Hügel werden oftmals von Eichenwäldern bedeckt, was für Blumen und Sträucher der ideale Lebensraum ist. In der Sandpuszta können nur die zähesten Pflanzenarten überleben, wodurch zahlreiche Sträucher, aber nur wenige Blumen gefunden werden können. An den beiden wasserreichen Gebieten entdecken Besucher eine Vielzahl an verschiedenen Pflanzenarten. Neben Schilfen und auch Laubbäumen zieren viele Sumpfblumen und Kräuter das Gebiet. Obwohl sich die Temperaturen der Region in den letzten Jahrhunderten geändert haben, konnten sich hier die vielen Pflanzen ohne Probleme an das neue Klima anpassen, da immer eine Wasserquelle vorhanden war.

In den Hügelwiesen vom Naturschutzgebiet Pannonhalma ist zum Beispiel das Purpur-Knabenkraut zu finden. Mit seiner lila Färbung und seinem dichten Blütenwerk verwandelt diese Blume die Wiesen im Frühling und Frühsommer in eine Purpurlandschaft. Die Glanz-Wanzensame ist einer der Pflanzenarten die den Sandboden der kleinen Puszta nutzen kann. Der gewöhnliche Spindelstrauch bewohnt hingegen die Erebe-Inseln und nutzt wassernahe Stellen, um zu wachsen. Aufmerksame Besucher werden in der Holt-Rába Region auch die Sumpf-Schwertlilie entdecken. Sie kann nur in Gewässern überleben und sticht mit ihrer besonderen gelben Farbe hervor. Genauso wunderschön ist auch die weiße Seerose, die immer wieder gesichtet wird.

Kulturelle Elemente:

Das Naturschutzgebiet Pannonhalma besitzt nicht nur einzigartige kulturelle Elemente, sondern gehört teilweise auch zum ungarischen Weltkulturerbe. Auf diesen Hügeln wurden schon nach der ungarischen Landnahme bedeutende historische Gebäude errichtet. Das berühmteste dieser Gebäude ist sicherlich die Benediktinerabtei von Pannonhalma, welche eine Schatztruhe der ungarischen Geschichte ist und auch weltweit vollkommen einzigartig ist. Innerhalb des geschützten Areals gibt es aber auch zahlreiche kleinere Ortschaften, die einen fast schon mediterranen Charme besitzen und daher zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen einladen. Aufgrund der Flüsse ist der Fischfang in diesem Gebiet eine traditionsreiche Aktivität, wodurch auch das Angeln eine beliebte Freizeitbeschäftigung in der Gegend ist.

Zusammenfassung:

Somit kann gesagt werden, dass das Naturschutzgebiet Pannonhalma zu den abwechslungsreichsten Naturschutzgebieten des Landes gehört. Seien es die Uferregionen der Erebe-Inseln oder die fremde Welt der Sandpuszta inmitten einer Wald- und Wiesenregion, für Besucher gibt es allerhand zu entdecken. Ungarn nutzen diesen Ort schon seit Jahren für Wanderungen, jedoch entdecken auch ausländische Gäste die Schönheit der einzelnen Gebiete. Noch dazu ist das Pannonhalma Naturschutzgebiet sehr leicht von Györ oder Pannonhalma zu erreichen, wodurch ein wunderschöner Tagesausflug unternommen werden kann. Naturfreunde sind herzlich dazu eingeladen sich die vielen Tier- und Pflanzenarten anzusehen und auch die geographischen Eigenheiten des Pannonhalma Naturschutzgebietes näher zu betrachten und zu erleben.

Weitere relevante Daten:

-Gesamtfläche: 7055 Hektar

-Streng geschützte Fläche: k.A.

-Verwaltung: Direktion des Nationalpark Fertö-Hanság

-Erreichbarkeit: Das Naturschutzgebiet kann sehr leicht erreicht werden

-Ausflugsschwierigkeit: Außer einem festeren Schuhwerk müssen Besucher nichts Besonderes mitnehmen

Karte des Naturschutzgebiet Pannonhalma


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