Das ungarische Naturschutzgebiet Sopron

Das Sopron Naturschutzgebiet

Wegen der niedrigen Höhenunterschiede kann praktisch jeder eine Wanderung oder einen Spaziergang in den Wäldern unternehmen
Trotz des Naturschutzes führen einige asphaltierte Straßen und zahlreiche Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Sopron (1)
Wanderer werden innerhalb des Waldes auf die unterschiedlichsten Tierarten stoßen
An vielen Orten treffen Besucher auf Informationsschilder, die über die lokale Fauna und Flora aufklären (2)
Die einzelnen Ausflugsorte werden bereits am Anfang jeder Wanderroute angeschrieben
Sehenswürdigkeiten wie der Károly Aussichtsturm bieten schöne Ziele während einer Wanderung uns sorgen für Abwechslung (3)
Der Hauptteil der Flora besteht aus Laubbäumen, es gibt in einigen Gebieten aber auch Nadelbäume
Die gesamten Soproner Hügel sind von uralten Wäldern bedeckt, die bis zur Landesgrenze reichen und etliche Ausflüge ermöglichen (4)

Einleitung:

Aufgrund der Geschichte von Sopron befindet sich die beliebte westungarische Stadt territorial sehr nah zur österreichischen Grenze, wobei die Umgebung noch zu Ungarn gehört. Im Südwesten der Stadt sind mehrere kleine Hügel zu finden, die von großen Wäldern bedeckt sind und eine wunderbare natürliche Region darstellen. Diese Wälder sind Teil des Naturschutzgebiet Sopron, welches garantiert, dass die ungarische Fauna und Flora einerseits geschützt werden kann und andererseits genügend Lebensraum zur freien Entfaltung erhalten kann. Zeitgleich ist das ungarische Naturschutzgebiet auch ein sehr beliebtes Ziel für Wanderungen und kleine Ausflüge rund um Sopron.

Geschichte:

Die Gründung vom Sopron Naturschutzgebiet, oder Soproni Tájvédelmi Körzet im Ungarischen, geht auf ein geschichtliches Ereignis zurück. 1277 musste sich Statthalter István entscheiden, ob die Stadt beim ungarischen Königreich bleiben sollte oder nicht. István entschied sich zugunsten des ungarischen Königreiches und wurde als treuer Anhänger des Königs gefeiert. Als Geschenk wurde Sopron zu einer freien Königsstadt und erhielt dadurch Sonderrechte. 700 Jahre später wurde zu Ehren dieses Ereignisses der Wald der Stadt zum Naturschutzgebiet erklärt, um die Treue des Statthalters zu feiern. Da die Bürger der westungarischen Stadt den Wald schon immer gerne als Ausflugsort nutzten, konnte die Umwandlung in ein geschütztes Gebiet leicht umgesetzt werden.

Geographische Lage:

Das Sopron Naturschutzgebiet befindet sich südlich und südwestlich von Sopron und beinhaltet geographisch das gesamte Waldgebiet der Region. Dieser Wald erstreckt sich auf einer Fläche von 40,95 Quadratkilometern und wird im Westen von den Waldgrenzen abgegrenzt und an allen anderen Seiten von der ungarisch-österreichischen Grenze. Der Wald erstreckt sich in westlicher Richtung weiter jenseits der Grenze, jedoch steht dieser Bereich unter österreichischem Naturschutz. Aufgrund der heute nicht mehr existierenden Kontrollgrenzen gibt es aber eine fließende Grenze der Naturschutzgebiete, wodurch auch kooperative Projekte durchgeführt werden. Umgeben werden die Wälder von flachen Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Allgemeine Landschaft:

Die Topographie vom Naturschutzgebiet Sopron besteht aus mehreren Hügeln, welche als das Soproner Gebirge bezeichnet werden. Die Struktur erzeugt mehrere kleine Hügelspitzen und auch Talstrukturen, die zum größten Teil mit Bäumen überwachsen sind. Mitten im Wald können kleinere Lichtungen entdeckt werden, die sich hauptsächlich in den niedrigeren Bereichen befinden. Auf den Hügeln kann bei guter Sicht ganz Sopron überblickt werden und auch die umliegenden Felder und Ebenen sind bei freier Sicht sehr gut erkennbar. Es führen kleine Straßen von Sopron in das Schutzgebiet, große Häusergruppen oder ähnliche Gebäudekomplexe gibt es hier nicht. Für Wanderer wurden aber einige Pfade erstellt, die durch die Waldlandschaft führen.

Tierwelt:

Die Tierwelt des Sopron Naturschutzgebietes wird als sehr vielfältig und reich eingestuft. Neben etlichen gewöhnlichen Waldbewohnern sind auch einige geschützte Tierarten zu finden, die ihr Zuhause in diesen Wäldern gefunden haben und daher auf das Ökosystem angewiesen sind. Zu den zwei häufigsten Tiergattungen, die unter Schutz stehen, gehören die Vögel und die Amphibien, die hier seit etlichen Jahrhunderten Leben. Ein Vertreter der Amphibien ist der Feuersalamander, welcher aufmerksamen Wanderern immer wieder auffällt. Aufgrund seiner schwarzen Schuppen, die mit gelben Flecken übersäht sind, ist er insbesondere im Wasser leicht zu erkennen. Er hält sich gerne in wasserreichen Gegenden auf.

Eine weitere geschützte Spezies im Naturschutzgebiet Sopron ist der Schwarzstorch. Im Gegensatz zum weißen Storch sucht sich der Schwarzstorch ein Habitat aus, welches alte Wälder beinhaltet. Er ist aber aufgrund seiner fischreichen Ernährung auch auf kleine Tümpel und Flüsse angewiesen, damit er genügend Nahrung erhalten kann. In der Klasse der Vögel können aufmerksame Besucher des Waldes auch den Uhu entdecken. Mit seiner braunen Färbung ist er zwar optimal im Wald getarnt, jedoch ist er für Ornitologen und Besucher nicht schwer zu entdecken. Sein außergewöhnliches Gefieder und seine großen Augen machen den Uhu zu einem prominenten Waldbewohner in der Region.

Pflanzenwelt:

Neben einer Vielzahl an geschützten Tierarten sind im Naturschutzgebiet Sopron auch diverse geschützte Pflanzenarten zu finden. Der Wald an sich besteht zum größten Teil aus Laubbäumen, welche schon zu Anbeginn der ungarischen Geschichte bekannt waren, jedoch schon sicherlich mehrere Jahrtausende existiert haben. Auf den Lichtungen, aber auch direkt im Wald, sind kleinere Pflanzen zu finden, die das durchdringende Sonnenlicht nutzen, um zu überleben. Eine geschützte Pflanzenart ist zum Beispiel die Besenheide. Diese Pflanze ist durch ihre rosa Blüten besonders auffallend, die in kleinen Sträuchern wachsen. Ebenfalls geschützt sind die Heidelbeeren, die immer wieder in Sträuchern zu finden sind und von Besuchern trotz der Verlockung nicht abgeerntet werden dürfen.

Innerhalb des Soproner Naturschutzgebietes ist auch der Echte Seidelblast zu finden. Diese Pflanze wurde damals als Heilpflanze verwendet, jedoch ist heute bestätigt, dass sie giftig ist. Wunderschön ist auch das europäische Alpenveilchen. Es besitzt eine dunkelrosa bis hellpurpurne Färbung und beeindruckt mit einer außergewöhnlichen Blütenform. Die Weiße Pestwurz kann bis zu 30 Zentimeter hoch werden und besitzt eine kräuterförmige Wuchsstruktur. Diese und noch viele weitere Pflanzenarten können beobachtet werden. Aufgrund der großen Waldfläche überleben die Pflanzen auch große Hitzewellen, jedoch erlebt man als Besucher die schönsten Pflanzen in der Frühlingszeit, wenn die Arten erblühen.

Kulturelle Elemente:

Innerhalb des Naturschutzgebiet Sopron können Gäste zwei kulturelle Elemente auffinden, die einen Besuch wert sind. Im Westen des Naturschutzgebietes sind die Überreste der Brennbergmine zu finden. Diese Kohlemine wurde im 18. Jahrhundert eröffnet, um die Industrie mit dem damals wertvollen Stoff zu versorgen. Die verbliebenen Reste aus dieser Zeit können immer noch besichtig werden. Sehr interessant ist auch ein keltischer Friedhof aus der Eisenzeit. Diese Überreste von Gräbern beweisen, dass der Wald bereits in der Eisenzeit existiert hat und schon damals Menschen hier gewohnt haben. Über 200 Gräber sind zu finden, welche teilweise 3000 Jahre und älter sind und Archäologen viele Fundstücke beschert haben.

Zusammenfassung:

Somit kann gesagt werden, dass das Naturschutzgebiet Sopron ein ideales Ziel für einen kleinen Ausflug ist. Der Wald bietet im Frühling eine abwechslungsreiche Flora, und im Sommer strotzt das Waldgebiet aufgrund der vielen Tiere voller Leben. Die kulturellen Elemente runden einen Besuch weiter ab, wodurch ein Halbtagsprogramm sehr zu empfehlen ist. Von Sopron aus kann der Wald in kurzer Zeit erreicht werden, immerhin ist er nicht einmal zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Während einem Aufenthalt in der allertreuesten Stadt ist es daher eine wunderschöne Gelegenheit die ungarische Fauna und Flora im Soproner Naturschutzgebiet kennen zu lernen und die eigene Seele etwas entspannen zu lassen, während man durch den jahrtausendealten Wald spaziert.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Soproni Tájvédelmi Körzet

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.670275 / Längengrad 16.564412 oder 47°40'13.0"N / 16°33'51.9"E

Gesamtfläche: 4095 Hektar

Streng geschützte Fläche: 705 Hektar

Verwaltung: Direktion des Nationalpark Fertö-Hanság

Webseite: http://www.ferto-hansag.hu/index.php?pg=menu_2949

Zugang: Von Sopron aus führen sowohl Straßen als auch Wanderwege in das Naturschutzgebiet hinein

Benötigte Ausrüstung: Für einen Aufenthalt reicht festes Schuhwerk

Vielfalt der Ausflugsmöglichkeiten: Das Naturschutzgebiet bietet Ausflüge für wenige Stunden, für einen Halbtag oder auch für einen ganzen Tag

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch vorhanden

Bilder Naturschutzgebiet Sopron

Sopron Naturschutzgebiet 1
Sopron Naturschutzgebiet 2
Sopron Naturschutzgebiet 3
Sopron Naturschutzgebiet 4
Sopron Naturschutzgebiet 5
Sopron Naturschutzgebiet 6
Sopron Naturschutzgebiet 7
Sopron Naturschutzgebiet 8
Sopron Naturschutzgebiet 9
Sopron Naturschutzgebiet 10

Karte des Naturschutzgebietes Sopron


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