Die weltberühmte Budapester Fischerbastei

Die märchenhafte Budapester Fischerbastei

Ursprünglich sollte die Bastei 1896 fertig werden, tatsächlich wurde sie 1905 übergeben
Als zentrales Element des Burgviertels bietet die Fischerbastei Architektur, Kultur und einen herrlichen Ausblick (1)
Der Name Fischerbastei stammt von den lokalen Fischzünften und dem ehemaligen Fischmarkt
Die 140 Meter lange Hauptmauer besteht aus weißem Stein und wurde in ihrer jetzigen Form nie als Verteidigungsanlage genutzt (2)
Die Aussicht ermöglicht einen Blick auf Sehenswürdigkeiten wie das Parlament, die Margareteninsel oder die Kettenbrücke
Auf den Zinnen können Besucher eine Aussicht auf die Ufer der Donau genießen, die Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist (3)
Ein Spaziergang zu den 8 Meter breiten Steintreppen ermöglicht einen Anblick der Fischerbastei von der östlichen Seite
Die künstlerischen Elemente und die besonderen Türme erzeugen ein märchenhaftes Ambiente (4)

Einleitung:

Die heutige Berühmtheit des Budapester Burgviertels ist sicherlich auf die vielfältigen und einzigartigen Sehenswürdigkeiten der ehemaligen mittelalterlichen Stadt zurückzuführen. Bauwerke wie der Budaer Burgpalast oder die Matthiaskirche sind weltweit bekannt und die Anzahl der Besucher geht jährlich in die Millionen. Neben diesen altehrwürdigen Prachtbauten gibt es aber auch eine legendäre Sehenswürdigkeit, die im Gegensatz zu den anderen Gebäuden relativ jung ist und dennoch ein Symbol des Burgviertels ist. Diese Budapester Sehenswürdigkeit ist die Fischerbastei, die sich entlang der östlichen Mauer des Viertels erhebt und mit ihrer Architektur nicht nur oftmals als Märchenmauer bezeichnet wird, sondern auch eine Aussicht ermöglicht, die zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde.

Geschichte:

Die Form der Fischerbastei erlebte in den vergangenen Jahrhunderten einige Änderungen, die aus verschiedenen Gründen durchgeführt wurden. Im Mittelalter diente die heutige Sehenswürdigkeit als funktioneller Wall gegen mögliche Eroberer. Statt erhabener Türme befand sich hier nur eine einfache Aussichtsplattform die für Märkte verwendet wurde. Nach der Befreiung durch die Türken konnten die Ungarn das Mauerwerk zwar verbessern, diese Änderungen hatten aber wiederum einen funktionellen Grund. Erst anlässlich der großen ungarischen Staatsfeier im Jahr 1896 wurde der international bekannte Architekt und Künstler Frigyes Schulek damit beauftragt aus dem Ostwall ein Kunstwerk zu schaffen.

Bis zum Jahr 1896 konnte die Fischerbastei nicht erbaut werden, der Baubeginn erfolgte sogar erst im Jahr 1899. In mehreren Abschnitten wurden die Pläne von Schulek realisiert und am 9. Oktober 1905 wurde das Bauwerk feierlich übergeben. Schon 39 Jahre später wurde die touristische Sensation während dem 2. Weltkrieg schwer beschädigt und die darauffolgenden Reparaturen waren mehr als dürftig. Erst im Jahr 1984 begann ein großangelegtes Restaurationsprogramm, bei dem die Bastei von Grund auf saniert wurde. Die einzelnen Abschnitte wurden stabilisiert, die Türme nach den ursprünglichen Plänen wieder hergestellt und die Wände der Mauer wieder erhellt. Bis zum Jahr 2003 dauerten die Arbeiten an, doch seitdem erstrahlt die Fischerbastei in ihrem ursprünglichen Glanz.

Namensgebung:

Der Name Fischerbastei, was im Ungarischen Halászbástya bedeutet, stammt von zwei historischen Umständen. Im Mittelalter wurden die städtischen Fischerzünfte damit beauftragt, die einzelnen Mauerbereiche im Osten mit Soldaten bewachen zu lassen. Die gut platzierten Truppen konnten bei einer drohenden Gefahr rechtzeitig Alarm schlagen, was im 13. Jahrhundert äußerst wichtig war. Gleichzeitig gab es am Ort der jetzigen Bastei einen Fischmarkt, der von den Bewohnern der Stadt oftmals aufgesucht wurde. Die Donau war eine hervorragende Fischquelle und die frisch gefangenen Exemplare konnten noch am selben Tag verkauft werden.

Architektur:

Auf den ersten Blick erscheint die Fischerbastei als Mauer eines Märchenschlosses. Die spiralförmigen Türme und die künstlerischen Fassaden erzeugen ein Ambiente, welches einer Märchenprinzessin würdig wäre. Die konkreten Pläne von Frigyes Schulek wurden vom neoromanischen Stil beeinflusst, wobei aber auch die ungarische Geschichte eine große Rolle spielte. So symbolisieren die einzelnen Türme die sieben ungarischen Großfürsten und die Spiralstrukturen erinnern an die Form der Zelte, die von den frühen landnehmenden Magyaren verwendet wurden. Mit den breiten Treppenaufgängen und den wunderschönen Zinnen wird ersichtlich, dass dieses Projekt für die Feierlichkeiten im Jahr 1896 bestimmt war. Ungarische Kunstexperten sind sich einig, dass die Fischerbastei neben dem Parlament und der Oper der wohl wichtigste Vertreter der Eklektik ist.

UNESCO Welterbe:

Nachdem in den 1980er Jahren die Restaurationsarbeiten der Fischerbastei begonnen wurden, erhielten Teile von Budapest den Titel als UNESCO Weltkulturerbestätten. Bei dieser Ernennung wurden auch die Ufer der Donau hinzugefügt und schon bald wurde ersichtlich, dass die Aussicht von der Fischerbastei dieses einzigartige Panorama präsentiert, wodurch auch dieses Bauwerk nach ihrer Fertigstellung aufgenommen wurde. Daher lohnt es sich zum oberen Stockwerk der Zinnen zu gehen und eine Aussicht zu genießen, die so außergewöhnlich ist, dass sie von einem internationalen Komitee als absolut einzigartig eingestuft wurde und einen bedeutenden Beitrag zur menschlichen Kultur leistet.

Teile der Bastei:

Die Struktur der Fischerbastei besteht aus insgesamt drei Wandelementen, sowie 6 Türmen und mehreren dazugehörigen Statuen. Von Süden nach Norden besitzt die Hauptmauer eine Länge von 140 Meter und beginnt ungefähr bei der Matthiaskirche während sie beim Hilton Hotel Budapest endet. An beiden Enden ragen jeweils kürzere Seitenwände in das Burgviertel und bilden somit eine generelle U-Form. Vom Burgviertel aus ist die Bastei aus mehreren Orten erreichbar, vom Osten kommend führen 8 Meter breite Steintreppen die Besucher hinauf. Die Hauptmauer besitzt auch eigene Gänge, die von erhabenen Säulen gestützt werden und einen Ausblick ermöglichen. Ein Aufgang führt zu den oberen Zinnen, von denen dann unter anderem das Parlament und die Kettenbrücke gesehen werden können.

Im Süden der Fischerbastei treffen Besucher auf eine beeindruckende Statue von König Stephan I., der auf die Matthiaskirche blickt. Außer dieser Statue stehen zum Beispiel auch die Abbildungen von János Hunyadi und dem Heiligen György am Gelände, die das Burgviertel bewachen. Ein wirklich besonderes kulinarisches Erlebnis bietet das Halászbástya Restaurant im großen Nordturm, welches sich innerhalb des Kunstwerkes befindet. Die Preise sind zwar etwas teurer als üblich, dafür kann man aber ein Mahl zu sich nehmen und von den oberen Zinnen aus Budapest genießen.

Veranstaltungen:

Als touristisches und kulturelles Zentrum finden bei der Fischerbastei jährlich mehrere Veranstaltungen statt. Angefangen von saisonalen Programmen zu Ostern oder zu anderen Feiertagen bis hin zu Kulturprogrammen mit kleinen Märkten und Bühnen ist hier Alles zu finden. Besonders bei den kleinen Verkaufsständen werden oftmals Souvenirs angeboten, die als Erinnerung mit nach Hause genommen werden können. Bezüglich Bühnenauftritte präsentieren oftmals Musikgruppen ihr können und sorgen gleichzeitig für ein belebtes und einladendes Ambiente. Fast das ganze Jahr über gibt es ebenfalls Künstler und Schausteller, die zum Beispiel einen echten Adler mitbringen, oder selbstgemalte Kunstwerke verkaufen. Mit diesen Elementen verwandelt sich die Umgebung manchmal tatsächlich in einen bezaubernden Markt.

Zusammenfassung:

Bei einem Besuch des Burgviertels ist es unmöglich die Fischerbastei zu übersehen und ein Stadtbesuch wäre auch nie komplett, ohne sich das Kunstwerk von Schulek anzusehen. Die feine und kreative Architektur, sowie die Aussicht auf die Innenstadt machen aus einem Bauwerk einen Ort wie aus einem Märchen. Insbesondere in den Sommermonaten strömen die Menschen zur Fischerbastei, wodurch es empfehlenswert ist den kleinen Aufpreis von rund 600 Forint zu zahlen und den Anblick von den oberen Zinnen zu genießen. Wer sich ein wenig ausruhen möchte, der kann inmitten der Gänge einen Kaffee trinken, oder im Restaurant ein typisch ungarisches Gericht genießen. Wenn man sich die Fischerbastei vom Viertel aus angesehen hat, dann ist es ratsam die breiten Stiegen hinabzusteigen, und sich das Bauwerk von der anderen Seite anzusehen. Erst von hier aus kann das gesamte Monument überblickt werden, welches diesen Ort in einen Traum verwandelt.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Halászbástya

Adresse: Szentháromság Tér 5 / 1014 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.502207 / Längengrad 19.034781 oder 47°30'08.0"N / 19°02'05.2"E

Meereshöhe: 164 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine verfügbar

E-Mail: info@fishermansbastion.com

Webseite: http://www.fishermansbastion.com/

Öffnungszeiten: Die untere Ebene der Fischerbastei ist das ganze Jahr über uneingeschränkt begehbar. Die obere Ebene ist vom 16. März bis 30. April von 09:00 Uhr bis 19:00 Uhr begehbar, zwischen erstem Mai und 15. Oktober ist sie bis 20:00 Uhr begehbar

Eintritt: Erwachsene 700Ft / Studenten und Senioren 350Ft (gilt nur für die obere Ebene)

Zugang: Die Fischerbastei befindet sich inmitten des Burgviertels wodurch die Erreichbarkeit zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln exzellent ist. Mit dem eigenen Fahrzeug ist es jedoch nicht möglich ohne Genehmigung in das Viertel zu gelangen

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Budapester Fischerbastei


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