Die sehenswerte Budapester Große Markthalle

Die Zentrale Markthalle in Budapest

Bei der Freiheitsbrücke gelegenen konnten Arbeiter die Waren damals direkt von der Donau zum Markt befördern
Die außergewöhnliche Architektur der Budapester Markthalle ist eines der vielen Markenzeichen dieser Sehenswürdigkeit (1)
Ausländische Touristen und Budapester Bürger kaufen hier gleichermaßen ein
Auf drei Stockwerken können Besucher Lebensmittel, Getränke, Souvenirs, Textilien und vieles mehr erwerben (2)
Mit rund 200 Ständen und tausenden Produkten ist für Alle etwas dabei
Bei den angebotenen Lebensmitteln handelt es sich um heimische Erzeugnisse, die das Gütesiegel tragen (3)
Es ist empfehlenswert sich in der Markthalle Hungarika wie eine Wurst oder Salami zu kaufen, da die Qualität sehr hoch ist
Egal ob man einfach nur bummeln möchte oder einen Einkauf tätigen will, die Markthalle lädt zu einem erlebnisreichen Ausflug ein (4)

Einleitung:

Ungarische Märkte haben im gesamten Land eine lang zurückreichende Tradition, die fast so alt ist wie Ungarn selbst. Auch in Budapest entwickelten sich über die Jahrhunderte mehrere Orte, die bis heute Treffpunkte zwischen regionalen Erzeugern und Konsumenten bilden, und der mit Abstand bekannteste dieser Märkte ist die Zentrale Markthalle von Budapest, die auch als Große Markthalle oder Budapester Markthalle bezeichnet wird. In der Innenstadt gelegen kommen tagtäglich tausende Menschen zum bekannten Markt, wobei Einheimische und Touristen gleichermaßen von den hochwertigen Produkten und der belebten Atmosphäre begeistert sind. Abseits der vielen ungarischen Supermärkte kann hier jeden Tag erlebt werden, dass die Nachfrage für heimische Erzeugnisse aus Ungarn immer größer wird und die Betreiber der Stände auch das passende Angebot haben.

Geschichte:

Der Auftrag für den Bau der Zentralen Markthalle von Budapest im späten 19. Jahrhundert stammte vom Bürgermeister Károly Kamermayer, der übrigens der erste Bürgermeister der gerade erst fusionierten Stadt Budapest war. Für die technischen Details erhielt der namhafte Architekt Samu Pecz eine Anfrage und kurze Zeit später begannen die Arbeiten am größten Markt Budapests, dessen Bau in 1894 begann und bereits 1897 endete. Schon bald nach der Eröffnung strömten die Einwohner der Stadt in das riesige Gebäude, um das Sortiment näher zu betrachten und frische Waren zu bekommen.

Betreffend der Logistik hatte Pecz einige Ideen, um die Produkte an die richtigen Stellen zu transportieren. Der Ort der Budapester Markthalle war keinesfalls zufällig gewählt, immerhin befand sich in der Nachbarschaft die Hauptzollstation der Donau, die alle ankommenden Güter überprüfte. Um die tonnenschweren Ladungen nicht unnötig zu schleppen, wurde eine unterirdische Verbindung zwischen den Docks an der Donau und der Markthalle errichtet, die bis heute genutzt wird. Damit schnell verderbende Lebensmittel wie Fische länger haltbar blieben, wurde auch ein eigenes Kellergeschoss integriert, damit Stände solche Produkte länger anbieten konnten.

Im Lauf der Jahrzehnte wurde die Große Markthalle nicht nur ein wichtiger Handelsplatz, sondern auch ein sozialer Treffpunkt um sich mit Freunden und Familienmitgliedern auszutauschen. Auch während der sowjetischen Besatzung wurde der Ort weiterbetrieben, da Supermärkte bis zur politischen Wende praktisch nicht vorhanden waren. In den frühen 1990er Jahren musste die Stadtverwaltung insgesamt zwei Probleme lösen. Einerseits verschlechterte sich der Zustand des Gebäudes immer mehr, wodurch im Jahr 1994 eine komplette Renovierung stattfand. Andererseits klagten viele Kunden über Ungenauigkeiten und Preisschwindel durch betrügerische Händler, weshalb eine eigene Kommission eingerichtet wurde, die jeden Verkäufer immer wieder bezüglich der Genauigkeit und der Preise kontrolliert. Seitdem genießt die Budapester Markthalle einer immer größer werdende Popularität und auch ausländische Gäste haben den Marktplatz für sich entdeckt.

Geographische Lage:

Die besondere Lage macht die Zentrale Markthalle von Budapest zu einem Touristenmagneten. Auf der Ostseite der Donau gelegen ist sie genau bei der Brückenauffahrt der Freiheitsbrücke zu finden, die zur Südseite des Gellért Berges führt. Von Norden her verläuft die legendäre Váci Straße und nicht weit in Richtung Osten steht auch das Ungarische Nationalmuseum. Die Markthalle kann leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden und viele städtische Tourenprogramme geleiten ihre Besucher zu diesem Ort, um die Möglichkeit zu bekommen einige Souvenirs zu kaufen.

Architektur:

Bei der Betrachtung der Großen Markthalle fällt Besuchern sofort auf, dass sie gleich mehrere Stilrichtungen aufweist. Diese architektonische Bauweise wird als Historismus bezeichnet, dessen Merkmale die Verbindung von mehreren Stilen ist. Beim nordwestlichen Eingang ragen zum Beispiel zwei Türme in die Höhe, die der Neogotik zugeordnet werden können. Die farbenfrohen barocken Dachziegel sind schon von weitem zu Erkennen und stammen aus der berühmten Zsolnay Manufaktur in Pécs. Eine prompte Stiländerung erlebt man beim Betreten des Innenraumes, denn sowohl das Stahldach als auch die Stahlelemente in den drei verschiedenen Stockwerken, die eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern bieten, sind Merkmale des 19. Jahrhunderts. Der Bau an sich ähnelt mit seiner länglichen form stark einer Kirche mit einem großen Hauptschiff, was wiederum ein eigenes Stilelement bildet.

Geschäfte und Delikatessenläden:

Nach den Renovierungen im Jahr 1994 wurde reichlich Platz für die verschiedensten Geschäfte in der Budapester Markthalle geschaffen. Heute stehen Verkäufer an rund 200 verschiedenen Ständen, die sowohl Lebensmittel als auch Textilien und Souvenirs anbieten. Im Erdgeschoss können Besucher zahlreiche Hungarika entdecken, die das ungarische Gütesiegel aufweisen. Lebensmittel wie zum Beispiel ungarische Salami, ungarischer Honig oder Makoer Zwiebeln sind ansprechend sortiert und selbstverständlich laden die Verkäufer bei vielen Ständen zu einer Gratisprobe ein. Die Preise der Waren ähneln jenen von Supermärkten und zusätzlich werden biologische und frische Produkte angeboten, die auch dementsprechend gut schmecken.

Im Obergeschoss der Zentralen Markthalle von Budapest sind einige Stände zu finden, die Stoffe, Kleidung und auch Souvenirs anbieten. Von Handtaschen über Glaskugeln mit dem Parlament bis hin zum ungarischen Schnaps ist die Auswahl enorm. Gleichzeitig laden hier auch kleine Restaurants zu einem Imbiss ein, sei es eine herzhafte Gulaschsuppe oder ein Lángos zum Mitnehmen. Im Kellergeschoss dominiert bis heute der Fischverkauf, inzwischen sind aber auch Fleischer hierher umgezogen, damit ihre Produkte länger frisch bleiben. Mit den Liften und den Rolltreppen kann schnell zwischen den Stockwerken gewechselt werden, wodurch der Handelsplatz in Ruhe erkundet werden kann.

Themenschwerpunkte:

Jedes Jahr finden in der Großen Markthalle Veranstaltungen statt, die sich auf einen gastronomischen Schwerpunkt konzentrieren. An den Pilztagen präsentieren die Händler zum Beispiel ihre feinsten Pilze, die aus Ungarn oder den Nachbarländern stammen. Zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten verliert man meistens fast den Überblick bei der großen Auswahl an Osterschinken und Weihnachtsgänsen. Im Sommer stehen zum Beispiel heimische Karpfen und Zander im Mittelpunkt, die in eigenen Wassertanks gehalten werden, bevor sie von Restaurants oder Privatkunden aufgekauft werden. In den letzten Jahren gab es aber auch immer wieder internationale Themenbereiche, so sind Gerichte aus dem Ausland und Lebensmittel wie Meeresfrüchte immer wieder im Trend.

Zusammenfassung:

Das Einkaufen in der heutigen Zeit ist natürlich auf Supermarkteinkäufe ausgerichtet, die Faszination für Märkte wird aber von Jahr zu Jahr größer. Aus diesem Grund ist die Budapester Markthalle eine ausgezeichnete Möglichkeit, um das Marktleben kennen zu lernen und die Atmosphäre zu erleben. Während manche die Architektur und die Auslagen genießen, feilschen andere mit den Ladenbesitzern, ob ab einer gewissen Kaufmenge nicht doch ein Rabatt möglich wäre. Im Erdgeschoss warten leckere ungarische Lebensmittel, danach kann im oberen Stockwerk ein Kaffee genossen werden bevor man sich im Kellergeschoss einen guten Wein aussucht oder die Fische in den Tanks beobachtet. Das Angebot der Stände hat sich in den letzten Jahrzehnten sicherlich etwas geändert, doch bei einem Besuch in der Budapester Markthalle kann man sich sicher sein, dass dieser Markt genauso authentisch und traditionsreich ist, wie jeder andere Markt in Ungarn auch. Der einzige Unterschied liegt darin, dass während dem Kauf einer ungarischen Salami eine beeindruckende Architektur betrachtet werden kann, die bereits mehrmals für den Erhalt des Titels "Schönstes Marktgebäude Europas" gesorgt hat. 

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Nagy Vásárcsarnok / Központi Vásárcsarnok

Adresse: Vámház Körút 1-3 / 1093 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.487194 / Längengrad 19.058291 oder 47°29'13.9"N / 19°03'29.9"E

Meereshöhe: 105 Meter

Telefonnummer: +36 1366 3300

E-Mail: Derzeit keine verfügbar

Webseite: Derzeit keine verfügbar

Öffnungszeiten: Die Markthalle ist außer an Sonn- und Feiertagen jeden Tag geöffnet. Am Montag beginnt die Öffnungszeit um 06:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr. Von Dienstag bis Freitag ist die Markthalle bis 18:00 Uhr geöffnet und am Samstag öffnet sie um 08:00 Uhr und schließt um 15:00 Uhr

Eintritt: Kein Eintrittspreis

Zugang: Mit der Lage am südlichen Stadtzentrum dauert ein Spaziergang von der Kettenbrücke hierher rund 30 Minuten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Halle aber schnell erreicht

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung

Karte der Budapester Markthalle


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