Die imposante Budapester Zitadelle

Die Budapester Zitadelle

Ursprünglich befand sich hier ein Obervatorium, dass bei der Revolution 1848 zerstört wurde
Wegen der Vielzahl an Möglichkeiten ist die Budapester Zitadelle sowohl tagsüber als auch abends ein sehr beliebtes Ausflugsziel (1)
In den Sommermonaten strömen Besucher zur Zitadelle, um sich die Anlage und die Freiheitsstatue anzusehen
Die ehemalige Festung bietet heute Ausstellungen und gastronomische Einrichtungen an, die sich tweilweise innerhalb der Wehranlage befinden (2)
Die meisten Bereiche der Festung sind frei begehbar
Bei einem Spaziergang durch den Innenhof können mehrere Stellen gefunden werden, von denen aus eine wunderschöne Aussicht vorhanden ist (3)
Außer dem Bunkermuseum stehen drei weitere Ausstellungen zur Verfügung
Durch den Abstieg in die Bunkeranlage können die unterirdischen Tunnel der Verteidiger von 1945 entdeckt werden (4)

Einleitung:

Der Gellért Berg gehört zusammen mit dem Budaer Burgviertel zu den markantesten geographischen Erhebungen von Budapest. Der Berg am Ufer der Donau wird von einem zusammenhängenden Parknetz verbunden, in welchem mehrere Budapester Sehenswürdigkeiten gefunden werden können. Auf der Spitze des Berges stehen gleich zwei Wahrzeichen von Budapest, die die Umgebung, aber auch das gesamte Stadtbild prägen. Während bei der Ostspitze die Freiheitsstatue in den Himmel ragt, erhebt sich gleich dahinter die beeindruckende Budapester Zitadelle. Die Verteidigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert wird heutzutage täglich von tausenden Besuchern bestaunt, immerhin bietet die Festung nicht nur interessante Ausstellungen, sondern auch gastronomische und kulturelle Besonderheiten.

Geschichte:

An der Stelle der Budapester Zitadelle befand sich ab dem Jahr 1815 eine Sternwarte, die von der städtischen Universität betrieben wurde. Das wissenschaftliche Gebäude erwies sich als sehr nützlich, doch als die ungarische Revolution von 1848 ausbrach war das Bauwerk dem Untergang geweiht. Die ungarischen Truppen postierten mehrere Artilleriegeschütze in der Nähe des Observatoriums und während dem Gegenangriff der Österreicher wurde es vollkommen vernichtet. Nach der Niederschlagung der Revolution beschlossen die Besatzer ein Mahnmal zu errichten, das die Ungarn immer daran erinnern sollte, wer die Herrscher in diesem Land waren. Daher wurde zwischen 1850 und 1854 an Stelle der Sternwarte eine Festung errichtet.

Unter der Leitung von Julius Jacob von Haynau wurden die Arbeiten der Budapester Zitadelle rasch fertiggestellt und die ersten Soldaten konnten mit ihrer Wache beginnen. Die folgenden Jahre zeigten aber, dass das Mahnmal nur wenig Wirkung auf die Menschen hatte. Als der österreich-ungarische Ausgleich von 1867 ausgerufen wurde, war die Festung nichts weiter  als ein Verbleibsel einer vergeblichen Kontrolle. 1899 beschloss man daher die Zitadelle ganz der ungarischen Bevölkerung zu überlassen, die selbst noch nicht wusste, wie wichtig das Bollwerk im Zweiten Weltkrieg werden würde. Als ab 1941 die ersten größeren Luftangriffe auf Budapest stattfanden, errichteten ungarische und deutsche Truppen eine Flugabwehrstellung und ein Tunnelsystem, um auf einen Angriff auf Budapest gewappnet zu sein.

Obwohl es den Soldaten der Budapester Zitadelle nicht gelang die russische Armee aufzuhalten, war die Eroberung für die Rote Armee ein blutiges Unterfangen. Nur mit mehreren Panzern und etlichen Toten konnte die gut beschützte Festung eingenommen werden. Nach dem Krieg war ersichtlich, dass diese Festung längst nicht mehr zeitgemäß war, wodurch sie in eine touristische Sehenswürdigkeit umgewandelt wurde. Nach der Wende 1990 fand eine Modernisierung statt und seitdem gilt das einstige Mahnmal als kulturelles und touristisches Zentrum. An manchen Stellen des Mauerwerks wurden die Schäden des Krieges absichtlich beibehalten, um daran zu erinnern, dass vor nicht allzu langer Zeit die beliebte Festung eine tatsächliche Militäranlage war.

Heutige Festung:

Auch wenn die Angriffe auf die  Budapester Zitadelle verheerend waren, sind bei der Maueranlage fast keine Spuren des Zweiten Weltkrieges mehr zu sehen. Die 220 Meter lange Festung besitzt praktisch alle ursprünglichen Gebäude und auch die Mauer, die eine Höhe zwischen 12 und 16 Metern aufweist, ist heute fast vollständig rekonstruiert. Die Betreiber der Zitadelle haben beschlossen eine Kombination aus Geschichte und Kultur zu ermöglichen, bei der sowohl Ausstellungen vorhanden sind, als auch Restaurants und Unterkünfte angeboten werden. Viele Teile der Festung sind frei begehbar und Orte wie die Aussichtsplattform im Osten ermöglichen einen herrlichen Ausblick auf Budapest und die Umgebung.

Ausstellungen:

Insgesamt vier Ausstellungen können am Gelände der Zitadelle von Budapest gefunden werden, die interessante Exponate aufweisen. Vom westlichen Parkplatz kommend fallen sofort die riesigen Photographien des historischen Budapest auf. Die Ausstellung "Budapest Anno 1850-1945" zeigt Aufnahmen verschiedener Orte innerhalb von Budapest, die sich im Lauf der Jahre stark geändert haben. Im Innenhof der Wehranlage sind einige Schaufenster ausgestellt, die einerseits die Entstehungsgeschichte der Zitadelle beschreiben, andererseits auch den Namensgeber des Berges vorstellen. Die vermeintliche Lebensgeschichte des heiligen Gellért wird anhand von Bildern und Texten gezeigt, ebenfalls wird auch auf seinen Tod verwiesen, bei dem er der Legende nach von den landnehmenden Ungarn in ein Fass gesperrt wurde und dann den Berg hinuntergerollt wurde.

Entlang der südlichen Mauer der Budapester Zitadelle ist die dritte Ausstellung zu finden, die sich der Belagerung von 1945 widmet. Gleich mehrere nicht mehr einsatzfähige Haubitzen und Artillerien wurden hier aufgestellt, die beim tatsächlichen Angriff der Wehranlage eingesetzt wurden. In den Sommermonaten steht manchmal auch eine Zusatzausstellung zur Verfügung, bei der Kriegsmaterialien jeglicher Art wie Waffen und Panzer präsentiert werden. Die letzte Ausstellung bildet das Panoptikum 1944, welches durch den Innenhof begehbar ist. Die ehemaligen Tunnelanlagen der deutschen Truppen wurden wieder hergestellt und können nun erkundet werden, wobei Objekte und Wachsfiguren das Erlebnis abrunden.

Gastronomie und Tourismus:

Obwohl viele Besucher tagsüber auf die Bergspitze kommen, um sich die Zitadelle von Budapest anzusehen, stehen auch am Abend zahlreiche Programme zur Verfügung. Gleich zwei Restaurants, das Citadella Panorama Restaurant und das Citadella Folklore Restaurant, laden zu einem typisch ungarischen Gericht mit einer herrlichen Aussicht ein. Falls man bei einem guten Cocktail oder Wein die hell erleuchtete Stadt sehen möchte, dann eignet sich die Citadella Lounge hervorragend dazu. Egal für welches Angebot man sich entscheidet, die Lage in einer ehemaligen Festung ist sicherlich einzigartig und faszinierend.

Die Budapester Zitadelle weist aber nicht nur rein gastronomische Möglichkeiten auf. Entlang der Nordseite der Mauer gibt es mehrere Souvenirstände, an denen ein kleines Geschenk für nach dem Urlaub mitgenommen werden kann. Das hauseigene Event Center lädt zu Gruppenversammlungen und Veranstaltungen ein, es werden im Innenhof aber auch oftmals kleine Theaterstücke und ähnliche Ereignisse abgehalten. An bestimmten Wochentagen kann auch eine Führung rund um die Festung gebucht werden, bei der die gesamte Geschichte detailliert erzählt wird, während die einzelnen Festungsteile besucht werden. Auch ohne einen Besuch in einem der Restaurants kommen Gäste gerne nachts zur Zitadelle, um die einmalige Beleuchtung am Donauufer erleben zu können.

Zusammenfassung:

In der Liste der beliebtesten Orte in Budapest steht die Budapester Zitadelle seit Jahren immer unter den Top 10. Die Lage auf der Spitze des Gellért Berges und die reiche Festungsgeschichte machen aus dem ehemaligen Mahnmal einen einzigartigen touristischen Ort. Manche sehen sich die Freiheitsstatue oder das Bunkermuseum an, andere wiederum möchten ein Mittagessen genießen, während ein besonderer Ausblick zum entspannen einlädt. Ironischerweise wurde aus einer Festung, die eigentlich dazu gedacht war die Bürger von Budapest in Angst leben zu lassen, ein Symbol der Stadt, dass heute sowohl von den Einwohnern als auch von den Touristen gemocht wird. Als einer der höchsten Punkte der Stadt und gleichzeitig einer der berühmtesten ungarischen Festungen ist die Budapester Zitadelle ein Ausflugsort, der Tourismus mit Geschichte verbindet und sowohl tagsüber als auch abends ein lohnenswertes Ziel ist.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Citadella

Adresse: Spitze des Gellértberges / 1118 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.487004 / Längengrad 19.046362 oder 47°29'13.2"N / 19°02'46.9"E

Meereshöhe: 201 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine verfügbar

E-Mail: Derzeit keine verfügbar

Webseite (nicht offiziell): http://www.budapest.com/stadtfuhrer/sehenswurdigkeiten/kunstdenkmal/zitadelle.de.html

Öffnungszeiten: Die Zitadelle kann jederzeit besichtigt werden

Eintritt: Kein Eintrittspreis

Zugang: Die Zitadelle befindet sich auf der Spitze des Gellértberges und kann sowohl zu Fuß als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreicht werden. Kostenpflichtige Parkplätze stehen ebenfalls zur Verfügung

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und teilweise in Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Budapester Zitadelle


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