Unvergessliche Impressionen vom Erzsébet Aussichtsturm in Budapest

Ein herrlicher Panoramablick vom Erzsébet Aussichtsturm

Den Namen hat der Turm von Königin Elisabeth erhalten, die schon 1882 den Ausblick bewunderte
Der Erzsébet Aussichtsturm wurde nach den Plänen von Schulek Frigyes gebaut und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel (1)
Im Jahr 2001 wurde der Turm vollkommen renoviert, und sieht heute wie zu seinen Ursprungszeiten aus
Die 360° Panoramaaussicht ermöglicht einen Überblick über Budapest, die umliegenden Ortschaften und geographische Landschaften (2)
Im Osten ist Budapest zu sehen, im Norden das Pilis Gebirge, im Westen die Ortschaft Budakeszi
Erst bei dem Ausblick auf die Umgebung wird ersichtlich, dass es in Budapest und der Umgebung zahlreiche Hügel und Berge gibt (3)
Mit einer Höhe von über 500 Metern bieten die 4 Aussichtsebenen einen einmaligen Ausblick
Auf dem János Berg gelegen kann der Turm zum Beispiel mit dem Libegö oder der Kindereisenbahn erreicht werden (4)

Einleitung:

Jenseits der belebten Innenstadt von Budapest sind die hügeligen Westbezirke der Stadt schon seit Jahrzehnten ein Geheimtipp für Menschen, die sich ein wenig entspannen möchten. Die teilweise unberührte Natur und die vielen Ausflugsmöglichkeiten haben aus Orten wie dem János Berg einen Touristenmagneten gemacht, der inzwischen von immer mehr internationalen Gästen entdeckt wird. Auf der Spitze dieses Berges steht der allseits beliebte Erzsébet Aussichtsturm, der einerseits mit seinen über 100 Jahren an Vergangenheit zu den historischen Bauwerken der Stadt zählt und andererseits einen Ausblick auf Budapest und die Umgebung ermöglicht, der sonst nirgendwo in der Stadt möglich wäre. Von grünen Wäldern über Ortschaften in der Nähe bis hin zu weit entfernten Bergen kann auf der obersten Etage des Erzsébet Aussichtsturms einiges entdeckt werden.

Geschichte:

Schon im frühen 20. Jahrhundert stand an der Stelle des Erzsébet Aussichtsturms eine Holzplattform, die eine Aussicht auf die Stadt bot. Paare und Freunde verabredeten sich immer häufiger an der Spitze des János Berges, um die herrliche Aussicht zu genießen. Wegen der großen Popularität wurde im Jahr 1908 beschlossen aus der Holzplattform eine Steinkonstruktion werden zu lassen. Mit den architektonischen Eigenschaften wurde der berühmte Schulek Frigyes beauftragt, der unter anderem auch die Fischerbastei errichten ließ. Als der neue Aussichtsturm im Jahr 1910 eröffnet wurde, waren die Bürger der Stadt hellauf begeistert und noch mehr Menschen kamen täglich hierher.

In den folgenden Jahren wuchs Budapest immer weiter und es kamen tausende Menschen zum Erzsébet Aussichtsturm, um dieses Wachstum aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten. Obwohl das Bauwerk den Zweiten Weltkrieg überstand, wurde in den 1950er Jahren auf der Spitze ein leuchtender sowjetischer Stern angebracht, der fortan als Symbol der Unterdrückung galt. Während der Besatzungszeit wurde der Turm immer unpopulärer, schließlich leuchtete der verhasste Stern jede Nacht vom Berg herab. Daher dauerte es nach der Wende 1990 nicht lange, bis der Sowjetstern für immer entfernt wurde.

Die Zukunft des Erzsébet Aussichtsturms war aber auch danach ungewiss, immerhin verkam das Gebäude in den letzten Jahrzehnten so dermaßen, dass aufgrund von Lebensgefahr niemand mehr den Turm besteigen durfte. Aus diesem Grund begannen 2001 Restaurationsarbeiten, bei denen die ursprüngliche Struktur wiederhergestellt wurde. Im Jahr 2005 erlebte der Erzsébet Aussichtsturm eine Wiedergeburt und seitdem kamen wieder vermehrt Besucher, um die Aussicht zu erleben und die frische Luft der Umgebung zu genießen. Da die Sehenswürdigkeit etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt, ist sie bis heute ein Geheimtipp für ausländische Gäste geblieben, die Besucherzahlen zeigen aber, dass aus dem bisher eher unbekannten Turm langsam wieder eine Hauptattraktion in Budapest wird.

Geographische Lage:

Fast an der Westgrenze der Stadt Budapest gelegen ist der Erzsébet Aussichtsturm direkt auf der Spitze des János Berges zu finden. Die Erreichbarkeit ist trotz der etwas größeren Distanz vom Donauufer sehr gut, immerhin bringen zwei andere Sehenswürdigkeiten ihre Gäste zum Turm. Nur wenige Meter von der Bergspitze entfernt liegt die Bergstation des Libegö, der Passagiere bequem hinaufbefördert. Rund einen Kilometer entfernt ist auch die Station "János Hegy" der Budapester Kindereisenbahn, mit der die Attraktion ebenfalls bald erreicht werden kann.

Namensherkunft:

Als der Erzsébet Aussichtsturm im Jahr 1910 eröffnet wurde, stand dieser Name bereits lange fest, denn die Erbauer beschlossen das Bauwerk nach Königin Elisabeth zu benennen. Einer Geschichte nach kam die Königin das erste Mal im Jahr 1882 auf den Berg und sah sich den Ausblick auf die Stadt an. Danach soll sie folgendes gesagt haben: "Ich wundere mich über die Menschen, die für einen Urlaub so weit reisen, während diese Berge und diese Aussicht mit den schönsten Plätzen der Erde konkurrieren kann". Wegen dieser Aussage und aufgrund der Beliebtheit der Königin unter der ungarischen Bevölkerung widmete man den Aussichtsturm jener Person, die die Schönheit dieses Ortes schon damals erkannte. 

Architektur:

Der architektonische Stil von Schulek Frigyes spiegelt sich definitiv im Stil des Erzsébet Aussichtsturms wider. Das kreisrunde Gebäude weist ein neoromanes Äußeres auf und erinnert ein wenig an ein Märchenschloss aus einem fernen Königreich. Der Turm besitzt eine Länge von rund 53 Metern und ragt 23,5 Meter in die Höhe, insgesamt liegt er auf einer Höhe von 527 Metern, was weit über der Seehöhe von Budapest ist. 100 Stufen geleiten Gäste in die Höhe, die großen Steinblöcke aus Kalkstein wurden in den umliegenden Bergen abgebaut und zur Verfügung gestellt. Je höher man auf den Aussichtsturm hinaufgeht, desto schmäler wird er und Besucher können aus 4 verschiedenen Aussichtsebenen wählen.

Aussicht:

An wolkenlosen und klaren Tagen ist es auf dem Erzsébet Aussichtsturm möglich eine Distanz von bis zu 80 Kilometern zu überblicken. Diese enorme Distanz sorgt dafür, dass Besucher manchmal einige Minuten auf einer Ebene verweilen, um sich das Panorama genauer anzusehen. In östlicher Richtung kann die westliche Stadthälfte Buda überblickt werden, in der zum Beispiel das Burgviertel eindeutig gesehen werden kann. Jenseits der Donau ist es ebenfalls möglich das Parlament zu entdecken, aber auch andere historische Orte sind bei genauerer Betrachtung zu sehen. Hierfür empfiehlt es sich ein Fernglas oder eine Kamera mit großem Zoom mitzunehmen, um alle Gebäude erblicken zu können.

In den anderen Himmelsrichtungen bietet der Erzsébet Aussichtsturm die Möglichkeit, die umliegende Landschaft sowie nahe Ortschaften zu sehen. Im Westen liegt zum Beispiel Budakeszi, während im Norden sogar das Pilis Gebirge entdeckt werden kann, bei dem das berühmte Donauknie verläuft. Generell können in allen Himmelsrichtungen einige Bergspitzen bewundert werden, die in der gesamten Umgebung verstreut sind. Sehr markant ist zum Beispiel der Nagy-Hárs Berg, auf dessen Spitze der Káan Károly Aussichtsturm gefunden werden kann. Je länger die Gegend erkundet wird, desto mehr neue Elemente können entdeckt werden, was die Impression noch weiter verschönert. 

Zusammenfassung:

Während einer Sightseeingtour durch Budapest stößt man immer wieder auf Türme oder Aussichtsplattformen, von denen aus ein Teil der Stadt überblickt werden kann. Der Erzsébet Aussichtsturm hingegen ermöglicht einen Blick auf die gesamte Stadt, noch dazu aus einer Höhe die sonst nur mit Fluggeräten wie einem Heißluftballon oder einem Hubschrauber erreichbar wäre. Zusätzlich handelt es sich nicht um einen einfachen Turm, sondern um ein malerisches Bauwerk, dessen Stil ein wichtiger Eckpfeiler der ungarischen Architektur ist. Die immer größer werdenden Besucherzahlen zeigen, dass der Erzsébet Aussichtsturm trotz der etwas größeren Entfernung vom Zentrum ein lohnenswertes Ziel ist. Die Aussicht ist dermaßen beeindruckend, dass vor einigen Jahren auf der Turmspitze sogar das größte digitale Bild der Welt angefertigt und verewigt wurde, dessen Motiv der Ausblick auf die Umgebung war. Aus diesen Gründen ist der Erzsébet Aussichtsturm ein besonderer Tipp, wenn man jenseits der bekanntesten städtischen Sehenswürdigkeiten auch andere wunderschöne Orte kennen lernen möchte.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: János-Hegyi Erzsébet Kilátó

Adresse: Jánoshegyi Út / 1121 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.518331 / Längengrad 18.958961 oder 47°31'06.0"N / 18°57'32.3"E

Meereshöhe: 510 Meter

Telefonnummer: +36 1224 5900

E-Mail: onkormanyzat@hegyvidek.hu

Webseite: http://www.hegyvidek.hu/kerulet/latnivalok/janos-hegyi-erzsebet-kilato/

Öffnungszeiten: Der Aussichtsturm ist jeden Tag von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet

Eintritt: Kein Eintrittspreis

Zugang: Der Aussichtsturm befindet sich auf dem János Berg am westlichen Ende von Budapest. Am besten kann er mit der Budapester Kindereisenbahn oder dem Libegö Sessellift erreicht werden

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch  zur Verfügung

Karte des Erzsébet Aussichtsturms János Berg


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Tanár, 2008, Creative Commons 3.0

(2) MotorosGeri, 2011, Creative Commons 3.0

(3) Tanár, 2008, Creative Commons 3.0

(4) Tanár, 2008, Creative Commons 3.0

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)