Der sehenswerte Budapester Gellért Berg

Der Budapester Gellértberg

Benannt wurde der Berg nach dem heiligen Gellért, der hier gewirkt haben soll
Von vielen innerstädtischen Orten aus kann der Gellért Berg mit der markanten Freiheitsstatue leicht entdeckt werden (1)
Seit Jahrzehnten gilt der Berg als Freizeitort für Einheimische und Gäste
Ein beachtlicher Teil des Berges besteht aus Grünanlagen und Parks, die zu einem gemütlichen Spaziergang einladen (2)
Kulinarik, Kultur und Sehenswürdigkeiten ergänzen das Programm auf dem Berg
Sehenswürdigkeiten wie die Zitadelle oder die Freiheitsstatue sind beliebte Ziele unter Touristen (3)
Der Ausblick ist sowohl tagsüber als auch Abends einzigartig
Der Ausblick von der Bergspitze aus reicht über ganz Budapest und ermöglicht einen außergewöhnlichen Blickwinkel auf die Stadt (4)

Einleitung:

Durch die besondere geographische Lage von Budapest weist die ungarische Hauptstadt sowohl flache Stadtbezirke im Osten als auch hügelige Bezirke im Westen auf. Die Budaer Stadtseite ist geprägt von kleinen Bergen, doch einer dieser Felsstrukturen liegt direkt am Ufer der Donau, weshalb der Berg in der Stadtgeschichte schon immer eine einzigartige Rolle gespielt hat. Die Rede ist vom berühmten Gellért Berg, der im Ungarischen als Gellért-hegy bezeichnet wird. Dieser beliebte Freizeitort bietet nicht nur Entspannungsmöglichkeiten für die Budapester an, sondern er besitzt auch einige Sehenswürdigkeiten und einen unvergesslichen Panoramaausblick, der jährlich Millionen von Touristen aus der ganzen Welt anlockt.

Geschichte:

Der heutige Gellért Berg war bereits unter keltischen Siedlern bekannt bevor sich die Römer in der Gegend ansiedelten und ihn als Teutanus Berg bezeichneten. Nach der ungarischen Landnahme im 9. Jahrhundert bezeichnete man den ungewöhnlichen Berg als Berg Pest. Die Namensgebung ist darauf zurückzuführen, dass das Wort Pest damals Ofen bedeutete, und die Siedler diesen Namen wegen den heißen Quellen innerhalb der Steinstruktur wählten, die ab und zu Schwefeldampf an die Bergoberfläche beförderten. Ab dem 15. Jahrhundert etablierte sich der Name Gellért Berg, der dem Heiligen Gellért gewidmet war. In den folgenden Jahrhunderten wandelte sich die Bedeutung des Berges einige Male, was auch mit der Stadtgeschichte zusammenhängt.

Während der Osmanischen Besatzung zapften die Türken die heißen Quellen für Bäder an und nutzten den Berg auch als Gedenkstätte. Ab dem 17. Jahrhundert bürgerte sich der Ruf eines Hexenberges ein und lange Zeit wurde vermutet, dass sich auf dem Berg Hexen trafen, um die Städter zu verfluchen. Im 19. Jahrhundert wurde auf der Bergspitze eine Wehranlage nach der ungarischen Revolution 1848-1849 errichtet nachdem der traditionelle Weinanbau an den Berghängen aufgrund von Schädlingen für immer beendet wurde. Ab den 1920er Jahren begann die Stadtverwaltung die Fläche des Berges in Parkareale zu verwandeln und in dieser Zeit wurden auch die Höhlen unter der Erde erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Gellért Berg zum erholsamen Stadtpark, der er heute noch immer ist.

Geographische Lage:

Am Westufer der Donau gelegen erstreckt sich der Gellért Berg fast kreisförmig in die Umgebung. Am Nordende der Struktur liegt die Elisabeth-Brücke, während am südlichen Ende die Freiheitsbrücke und der Gellért Platz zu finden sind. Nicht weit im Norden befindet sich der zweite wichtige Berg an der Donau, nämlich der Budaer Berg, auf welchem das Budapester Burgviertel liegt. Insgesamt ist der Ort sehr zentral gelegen, wodurch Besucher sowohl zu Fuß als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Aufgänge zur Bergspitze leicht erreichen können.

Namensgebung:

Die Wahl des Namens Gellért Berg wurde durch eine ungarische Legende geprägt, die aus dem Mittelalter stammt. Im 11. Jahrhundert erhielt Bischof Gellért den Auftrag heidnische Ungarn zum Christentum zu bekehren, damit sie sich in das neu gegründete christliche Königreich integrieren würden. Nach einem vergeblichen Konvertierungsversuch beschlossen einige Ungarn Gellért auf den Berg nahe der Donau zu bringen und ihn anschließend in ein Fass zu sperren. Das Fass warfen sie danach samt dem Bischof den Berg hinunter und teilten hiermit ihre Meinung vom Christentum mit. Dass sich die Ereignisse genau so abgespielt haben ist bis heute nicht bewiesen, jedoch sorgte die Legende dafür, dass Gellért heilig gesprochen wurde und ihm auch der Budapester Berg gewidmet wurde.

Geologische Besonderheiten:

Wie bereits erwähnt bezeichneten die Ungarn den Gellért Berg schon im Mittelalter als "Ofenberg". Der 235 Meter hohe Felsen aus Dolomitgestein besitzt nämlich mehrere heiße Thermalquellen, von denen die meisten für Heilbäder oder für die Trinkwasserversorgung genutzt werden. Vor der Nutzung dieser Quellen strömte immer wieder Dampf aus Steinritzen, was nicht nur zum Vergleich mit einem Ofen führte, sondern später auch der vermeintliche Beweis für Hexentreffen war. Diese Quellen haben über die Jahrtausende den Berg ausgehöhlt, was zu zahlreichen Höhlenstrukturen führte. Die berühmteste ist sicherlich die Iván-Höhle, die ihren Eingang am Südende des Gellért Berges hat. 

Sehenswürdigkeiten:

Auf der Fläche des Gellért Berges können Besucher einige Sehenswürdigkeiten entdecken, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am Westende der Freiheitsbrücke befindet sich zum Beispiel die Budapester Felsenkirche, die das natürliche Höhlensystem nutzte, um eine ganze Kirche in den Fels zu meißeln. Am Westende der Elisabethbrücke kann hingegen das Denkmal des Heiligen Gellért erkundet werden. Rund um die Statue des Märtyrers erhebt sich eine Kolonnade und direkt unter der Statue verläuft ein beachtlicher Wasserfall, der bis zum Fuße des Berges hinunterfällt.

Auf der Spitze des Gellért Berges sind zwei weitere Sehenswürdigkeiten zu finden, die für den eigentlichen Wiedererkennungsfaktor sorgen. Am höchsten Punkt erhebt sich die Budapester Freiheitsstatue, die von vielen Orten der Innenstadt aus gesehen werden kann und ein sehr beliebtes touristisches Ziel ist. Diese Statue wurde ursprünglich für die Befreiung durch die Roten Armee gebaut, heute repräsentiert sie die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes. Gleich hinter der Statue liegt die Budapester Zitadelle, die zunächst als Mahnmal von Habsburg-Österreich errichtet wurde und später im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle bei der Belagerung von Budapest gespielt hat. In der gut erhaltenen Zitadelle stehen sowohl Ausstellungen als auch ein Restaurant und ein kleines Hotel zur Verfügung.

Panorama-Aussicht:

Im Jahr 1987 wurde beschlossen, dass der Gellért Berg Teil des Budapester UNESCO-Weltkulturerbes werden sollte und der Ausblick von der Panoramaterrasse bei der Zitadelle war ein ausschlaggebender Grund für diese Entscheidung. Bei einer überwältigenden Sicht auf die Stadt können fast alle Bezirke von Budapest überblickt werden. Sehenswürdigkeiten wie der Budaer Burgpalast, die Budapester Brücken, das Parlament und vieles mehr können leicht entdeckt werden. Zusätzlich ermöglicht die Aussicht auch einen Blick auf die Häuserreihen der Stadtseite Pest, die das Donauufer zieren. Am Abend oder in der Nacht ist es von derselben Terrasse aus möglich die hell erleuchtete Stadt zu überblicken und einen ganz neuen Eindruck von den Donauufern zu erhalten.

Zusammenfassung:

Bei den wunderschönen Parkanlagen und den vielseitigen Sehenswürdigkeiten ist es keine Überraschung, dass der Gellért Berg zu den beliebtesten touristischen Zielen der Stadt gehört. Manche Besucher genießen von der Bergspitze die Aussicht, während andere bei einem Spaziergang die lokale Fauna und Flora entdecken. Mit einer außergewöhnlichen Geologie und einer noch beeindruckenderen Lage am Donauufer ist der Berg im Herzen von Budapest ein Zentrum der Kultur und der Natur. Mit den vielen geschichtlichen Ereignissen und der spannenden Legende rund um den Heiligen Gellért ist der Gellért Berg weit mehr als eine einfache Erhöhung in Westbudapest, er ist ein Teil der Stadtgeschichte und zusätzlich der Bewahrer mehrerer natürlicher und menschlicher Sehenswürdigkeiten. Noch dazu ist es keinesfalls schwer den Berg zu finden, immerhin ist die Freiheitsstatue auf der Bergspitze fast überall sichtbar.

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Gellért Hegy

Adresse: Citadella Sétány / Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.487021 / Längengrad 19.044722 oder 47°29'13.3"N / 19°02'41.0"E

Meereshöhe: 211 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine Verfügbar

E-Mail: Derzeit keine Verfügbar

Webseite (nicht offiziell): http://www.budapest.com/stadtfuhrer/sehenswurdigkeiten/kunstdenkmal/gellertberg.de.html

Öffnungszeiten: Der Berg kann jederzeit begangen werden

Sehenswürdigkeiten: Felsenkirche / Freiheitsstatue / Zitadelle / Statue des Heiligen Gellért

Zugang: Im Südwesten des Zentrums gelegen kann der Berg zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreicht werden

Informationen: Erinnerungstafeln sind auf Ungarisch vorhanden

Karte des Budapester Gellértberges


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