Die beeindruckende Große Synagoge in Budapest

Die Große Synagoge in Budapest

Zur Zeit der Errichtung ab dem Jahr 1854 lebten bereits 23.000 Juden in Budapest
Die beeindruckende Große Synagoge in der Dohány Straße ist die zweitgrößte der Welt und die größte in Europa (1)
Während den Führungen werden interessante Aspekte der Synagoge vermittelt
Der maurische Stil spiegelt sich sowohl in der Außenarchitektur als auch innerhalb des Altarraumes wider (2)
Der Garten der Synagoge ist einen Besuch Wert, da man auch am jüdischen Friedhof vorbeigeht
Im Rahmen der Erinnerungskultur wurden verschiedene Mahnmale errichtet, die an die Opfer des Holocaust erinnern sollen (3)
Innerhalb des Museums erklären Gemeindemitglieder und Zeitzeugen die einzelnen Explonate
Im Jüdischen Museum Budapest können außergewöhnliche und historische Objekte des jüdischen Glaubens kennen gelernt werden (4)

Einleitung:

Der jüdische Glaube in Ungarn ist fast so alt wie das Land selbst, wodurch die bis heute aktiven Glaubensgemeinschaften eine äußerst lange Tradition aufweisen können. Auch in Budapest gibt es bis heute eine stark ausgeprägte jüdische Gemeinschaft, die trotz der Widrigkeiten des Zweiten Weltkrieges als eine der größten Europas zählt. Inmitten der Stadt steht daher die Budapester Synagoge, die auch oftmals als Dohány Straße Synagoge bezeichnet wird, welche nicht nur die größte Synagoge des Kontinentes ist, sondern auch die zweitgrößte der Welt. Es ist daher selbsterklärend, das diese Budapester Sehenswürdigkeit ein weltweites Symbol für Toleranz und Religion ist, welches Geschichte und Kultur an alle Generationen vermittelt.

Geschichte:

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts, aber insbesondere im 19. Jahrhundert, erblühte das Judentum in Ungarn und immer mehr Menschen jüdischen Glaubens sehnten sich nach einem angemessen Gotteshaus. Aus diesem Grund wurde Ludwig Förster damit beauftragt eine Synagoge zu entwerfen, die die Bedürfnisse der über 23.000 in Budapest lebenden Juden erfüllen würde. Deshalb begannen die Bauarbeiten der Großen Synagoge 1854 und schon 1859 wurde das Gebäude feierlich eröffnet. Über die nächsten Jahre entwickelte sich das religiöse Monument in einen Pilgerort, der von Juden aus ganz Europa besucht wurde um zu beten oder an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Während dem Zweiten Weltkrieg wurde die Dohány Straße Synagoge ein Teil des Budapester Gettos und wurde auch bei der Belagerung von Budapest schwer beschädigt. Nach dem Krieg kehrten viele Juden nach Budapest zurück und nutzten das Monument trotz der Schäden weiter. In den nächsten Jahrzehnten erklärten jüdische Verbände weltweit, dass diese Synagoge ein Zeichen der Toleranz und der Standhaftigkeit werden sollte und gleichzeitig als Ort der Vermittlung dienen sollte. Nach dem Ende der sowjetischen Besatzung begannen die Reparaturen am Gebäude und bereits 1996 erstrahlte die Große Synagoge in ihrem vollem Glanz. Seit der Restauration können Besucher jene Ausstellungen und Räumlichkeiten besuchen, die über den Glauben berichten und von den Reiseführern professionell erklärt werden.

Heutige Bedeutung:

An dem Ruf eines internationalen Symbols für Toleranz und Erinnerung hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Für die ungarischen Menschen jüdischen Glaubens ist die Große Synagoge ein Ort des Friedens und des Zusammenhalts, der sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten zur Verfügung steht. Aus der ganzen Welt kommen Juden aller Altersklassen hierher, um an die Opfer zu gedenken und den eigenen Glauben zu stärken. Gleichzeitig kommen jährlich auch hunderttausende nichtjüdische Menschen zur Sehenswürdigkeit, um einen Einblick in die Religion zu erhalten oder die Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten.

Außenarchitektur:

Die Einzigartigkeit der Dohány Straße Synagoge stellt sich schon bei der Annäherung heraus, bei der sofort die zwei Türme des Gebäudes entdeckt werden können. Der südwestlich ausgerichtete Haupteingang ist in einem maurischen beziehungsweise orientalischen Stil gehalten, der anhand der hellen Ziegelsteine und der auffälligen Außenfassade zugeordnet wird. Mit einer Länge von über 53 Metern und einer Höhe von über 43 Metern ist diese Synagoge die größte in ganz Europa. Neben dem länglichen Hauptgebäude ist auch das Geburtshaus von Theodor Herzl angebunden, welches heute als Museum genutzt wird. Bei einem Spaziergang um das Gebäude kann der Stil in seiner ganzen Vielfalt genossen werden, welcher an die Ursprünge des Judentums erinnern soll.

Innenarchitektur:

Der orientalische Stil der Außenfassade wird in den inneren Räumlichkeiten der Großen Synagoge beibehalten und nach dem Betreten des Haupteinganges gelangen Gäste nach ein paar Metern zum Hauptraum des Gebäudes. In Richtung Nordosten liegend kann gleich der imposante Altar entdeckt werden, vor dem sich etliche Bankreihen erstrecken. Aufgrund einer Deckenhöhe von rund 26 Metern stehen an den Seiten Säulen von höher gelegenen Stockwerken und von den Decken hängen beeindruckende Kronleuchter herunter. Bei der Begutachtung der Wände und Decken wird ersichtlich, dass sie typische Elemente einer Synagoge aufweisen, seien es Fresken oder bunte Glaskunstwerke bei den Fenstern.

Ausstellungen:

Innerhalb der Dohány Straße Synagoge ist es möglich insgesamt 4 verschiedene Sammlungen und bedeutende Orte zu entdecken. Der Altarraum wird häufig mit Reiseführern besichtigt, um einiges über das Gebäude selbst und die jüdische Gemeinde zu erfahren. Dabei werden die männlichen Besucher darum gebeten eine sogenannte Kippa, eine kleine Kappe, aufzusetzen, die beim Eingang zum Hauptraum verteilt wird. Entlang des Eingangsbereiches führen Gänge zum Geburtshaus von Tivadar Herzl, welches heute das Jüdische Museum Budapest beherbergt. In mehreren Stockwerken werden wertvolle religiöse Objekte ausgestellt und die Exponate berichten auch über den Bau der Synagoge. Zu den wertvollsten Gegenständen gehören unter anderem Tora Rollen und Gefäße, die bereits mehrere Jahrhunderte überdauert haben.

In Richtung Nordosten erstreckt sich beim Haupteingang der Großen Synagoge ein Weg, der zum Garten des Bauwerkes führt. Dabei kommen Besucher am jüdischen Friedhof vorbei, der an jene Menschen erinnert, die während dem Holocaust starben. Im Garten angekommen ist ein weiteres Mahnmal zu sehen, dass eine aus Metall bestehende Pflanze darstellt, dessen Blätter die Namen von Holocaust Opfern tragen. In diesem Bereich befindet sich auch die Synagoge der Helden, die für die jüdischen Opfer des Ersten Weltkrieges errichtet wurde und heute aktiv von der Gemeinde genutzt wird. Alle diese Orte werden übrigens bei Führungen standardmäßig aufgesucht und auch näher beschrieben.

Gemeindeleben:

Auch wenn die Dohány Straße Synagoge als gewaltiger Museumskomplex erscheint, so zeigt der Programmkalender, dass die Gemeinde sehr aktiv ist. Gottesdienste werden abgehalten, religiöse Zeremonien durchgeführt und in der jüdischen Schule werden die Lehren des Judentums vermittelt. Neben diesen Gemeindeereignissen finden auch viele kulturelle Programme statt, zu denen Besucher herzlich eingeladen sind. Im August findet zum Beispiel jährlich das jüdische Sommerfest statt, während das ganze Jahr über Musiker und Chöre den beeindruckenden Altarraum nutzen, um Konzerte abzuhalten. Die Orgel der Synagoge hat inzwischen einen hervorragenden Ruf erhalten, wodurch die Orgelkonzerte ganz besonders empfehlenswert sind.

Zusammenfassung:

Das jüdische Viertel in Budapest ist eine Schatzkiste voller Kultur, doch ohne die Große Synagoge hätte es sich sicherlich nicht so stark ausgeprägt. Für Menschen jüdischen Glaubens aus aller Welt ist das religiöse Bauwerk ein Zeichen dafür, dass das Judentum weltweit eine neue Blütezeit erlebt und deshalb ist es nicht überraschend, dass auch in der jetzigen Zeit so viele Pilger nach Budapest kommen. Für Touristen bietet die Dohány Straße Synagoge eine einmalige Gelegenheit, um die Aspekte des jüdischen Glaubens kennen zu lernen und gleichzeitig die größte Synagoge Europas zu bestaunen. Für die Gemeindemitglieder ist es äußerst wichtig, dass die einzelnen Räume und insbesondere die Gedenkstätten mit Respekt behandelt werden und im Gegenzug geleiten die Reiseführer Besuchergruppen durch diese Bereiche und erzählen über das Gemeindeleben und die Geschichte jener Gemeinschaft, die zu den größten der Welt gehört.

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Dohány Utcai Zsinagoga / Nagy Zsinagoga

Adresse: Dohány Utca 2 / 1074 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.495814 / Längengrad 19.060522 oder 47°29'44.9"N / 19°03'37.9"E

Meereshöhe: 105 Meter

Telefonnummer: +36 1343 0420

E-Mail: info@dohany-zsinagoga.hu

Webseite: http://dohany-zsinagoga.hu/

Öffnungszeiten: Die Synagoge ist grundsätzlich an jedem Tag außer Samstag geöffnet. Die generellen Öffnungszeiten beginnen zwischen Oktober und März um 10:00 Uhr und enden um 16:00 Uhr, am Freitag schließt die Synagoge bereits um 14:00 Uhr. In den Sommermonaten April bis September ist die Synagoge statt bis 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet

Eintritt: Erwachsene 3000Ft / Studenten und Senioren 2000Ft

Zugang: Die Synagoge befindet sich inmitten des jüdischen Viertels und kann daher sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Auch ein Spaziergang von der Elisabethbrücke dauert nicht allzu lang

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Budapester Großen Synagoge


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