Der berühmte Budapester Heldenplatz

Der Budapester Heldenplatz

An der Stelle des heutigen Platzes stand im 19. Jahrhundert ein Trinkbrunnen
Am Beginn des Platzes stehend wird ersichtlich, warum der Heldenplatz eines der städtischen Wahrzeichen ist (1)
Österreichische Regenten wie Maria Theresia wurden während der sowjetischen Besatzung von der Kolonnade entfernt
Entlang der beiden Kolonnaden sind ungarische Könige und Persönlichkeiten aufgestellt, die den Eingang zum Városliget bewachen (2)
Vor der Säule liegt das Heldendenkmal
Das markanteste Denkmal ist das Milleniumsdenkmal, welches mit einer Statue von Erzengel Gabriel 36 Meter hoch ist (3)
Der Heldenplatz erinnert an die ungarische Landnahme im Jahr 896 und an jene Menschen, die ihr Leben für ein freies Ungarn gelassen haben
Am unteren Podest des Denkmals wachen Árpád und seine Stammesführer über das Land, das sie einst eroberten (4)

Einleitung:

Innerhalb der ungarischen Hauptstadt Budapest sind viele Parks und öffentliche Plätze angelegt, die insbesondere das Stadtbild der Pester Stadtseite auflockern. Grüne Bäume und offene Flächen sind beliebte Freizeitorte für Einwohner, aber auch für interessierte Gäste der Stadt. Der wahrscheinlich bekannteste und gleichzeitig monumentalste Platz ist der berühmte Heldenplatz von Budapest. Neben Budapester Sehenswürdigkeiten wie dem Parlament oder dem Burgviertel ist dieser historische Platz einer der meistbesuchten Orte während einem städtischen Besuch. Die Ausmaße sowie die Denkmäler bilden ein Ensemble, welches bereits seit Jahrzehnten Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Zusätzlich stellt der Heldenplatz auch ein Portal zum Városliget dar, das weitere Sehenswürdigkeiten beherbergt.

Geschichte:

Dort wo heute der riesige Heldenplatz steht befand sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Trinkbrunnen, der von Miklós Ybl konzipiert wurde. Erst im Jahr 1895 wurde seitens der ungarischen Regierung beschlossen, an dieser Stelle ein Millenniumsdenkmal zu errichten, das ein Jahr später an den 1000 Jahrestag der ungarischen Landnahme erinnern sollte. Für den außergewöhnlichen Auftrag wurden die Baumeister Albert Schickedanz und György Zala beauftragt, die tatsächliche Fertigstellung erfolgte aber erst 1911 und schon bald wurde das Bauwerk zu einer berühmten Sehenswürdigkeit. Den eigentlichen Namen Heldenplatz erhielt das Denkmal 1932 und dieser Name wurde auch bis heute beibehalten. Während dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Statuen stark beschädigt und auch der Platz musste nach den Kämpfen wiederhergestellt werden, damit er wenig später von den russischen Besatzern verwendet werden konnte.

Im Lauf des 20. Jahrhunderts änderte sich die Interpretation des Heldenplatzes insgesamt vier Mal. 1919 nutzten die ungarischen Kommunisten den Platz, um ihn den Arbeitern, Bauern und Karl Marx zu widmen. Das Millenniumsdenkmal war damals fast vollständig mit roten Tüchern bedeckt und es wurden auch manche Statuen verdeckt. Mit der späteren Betitelung als Platz der Helden galt der Ort jenen Menschen, die ihr Leben für ihr Heimatland gelassen haben. Mit der zweiten kommunistischen Besatzung ab 1945 erhielt der Heldenplatz wieder den Ruf eines Arbeiterdenkmals. Die Statuen von Maria Theresia und Franz Joseph, die damals am Platz standen, galten als Feindbild, wodurch sie durch ungarische Persönlichkeiten ersetzt wurden.

Die letzte große Änderung der Interpretation des Heldenplatzes fand 1989 statt, als die kommunistische Besatzung ein Ende fand. Junge Demokraten hielten Reden, während die Menschen ihre wiedergewonnen Freiheit feierten. Am 16. Juni 1989 erhielt Ministerpräsident Imre Nagy mit seiner Beisetzung eine besondere Ehrung, bei der sich abertausende Menschen am Platz versammelten, und dem Ministerpräsidenten der ungarischen Revolution von 1956 die letzte Ehre zu erweisen. Seit den Übergangsjahren einigte man sich darüber, dass der Heldenplatz wieder jenen Bürgern und Freunden Ungarns gewidmet ist, die ihr Leben für das Land gelassen haben. Aufgrund der emotionalen Bedeutung ist es daher nicht unüblich, dass politisch motivierte Veranstaltungen häufig hier beginnen.

Geographische Lage:

Der Heldenplatz befindet sich etwas nordöstlich vom Stadtzentrum, jedoch wird er häufig als Teil des Zentrums angesehen. In südwestlicher Richtung verläuft die legendäre Andrássy Straße, die beim Beginn des Platzes endet. Im Nordosten hingegen beginnt das Stadtwäldchen, zu dem zum Beispiel der Városligeti See und der Budapester Zoo gehören. Auf den verbleibenden zwei Seiten ist einerseits die städtische Kunsthalle zu finden, auf der gegenüberliegenden Seite das Museum der feinen Künste. Des Weiteren verläuft die historische Linie 1 der Budapester U-Bahn unter dem Platz, wodurch er mit diesem Verkehrsmittel bequem erreicht werden kann. Rund um die Grundfläche verlaufen mehrere Straßen, der Platz selbst darf aber von keinerlei Fahrzeugen befahren werden.

Denkmäler und Statuen:

Zur imposanten Architektur des Heldenplatzes tragen insgesamt drei Hauptdenkmäler bei. Das erste dieser Strukturen besteht aus dem schon aus der Ferne sichtbaren Millenniumsdenkmal. Auf einer Säule thront Erzengel Gabriel, der in einer Entstehungslegende des Königreiches Ungarn eine bedeutende Rolle spielt. Am Fuße des über 36 Meter hohen Denkmals sind sieben Reiter zu finden, die die ungarischen Stammesführer repräsentieren. Angeführt von Árpád blicken die Krieger in Richtung der Andrássy Straße und symbolisieren die ungarische Landnahme von 896.

Einen weiteren wichtigen Teil des Heldenplatzes bilden die zwei Kolonnaden, die ebenfalls Teil des Millenniumsdenkmals sind. Auf beiden gebogenen Säulengängen sind jeweils zwei Statuen zu finden. Nah zueinander blicken sich die Fahrer von zwei Streitwägen an, die jeweils Krieg und Frieden symbolisieren. Die anderen zwei Statuen stehen einerseits für Wohlbefinden und Arbeit und andererseits für Wissen und Ehre. Zwischen den Säulen der westlichen Kolonnade sind die Statuen einiger ungarischer Könige platziert, die hauptsächlich in den ersten Jahrhunderten des Königreiches regiert haben. Beim östlichen Denkmal sind ebenfalls Könige zu finden, aber auch nichtadelige Persönlichkeiten. Da die österreichischen Regenten während der Sowjetzeit entfernt wurden, stellte man die Statuen von einflussreichen Ungarn wie Lajos Kossuth an deren Stelle.

Das letzte Element auf dem Heldenplatz ist das Heldendenkmal, das erst im Jahr 1929 errichtet wurde und sich vor der Millenniumssäule befindet. Das Denkmal besteht aus einem Steinquader, der mit seiner Aufschrift an alle Menschen gedenkt, die ihr Leben für ein freies Ungarn gelassen haben. Bei verschiedenen staatlichen Ereignissen werden bei diesem Teil des Platzes Kränze niedergelegt oder Reden gehalten. Falls zum Beispiel ungarische Soldaten beim Auslandseinsatz fallen, dann ist es traditionell üblich die Menschen beim Heldendenkmal zu verabschieden. Auch an manchen ungarischen Feiertagen ist es üblich Kokarden niederzulegen und zum Beispiel an die Revolution von 1848 zu gedenken.

Politische Veranstaltungen:

Da der Heldenplatz nicht nur eine geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit ist, sondern auch Teile der ungarischen Geschichte symbolisiert, wird er oftmals von der ungarischen Politik genutzt. Praktisch jede Partei hält jährlich mindestens eine Rede vor Wahlen oder an Feiertagen. Hauptsächlich werden politische Veranstaltungen gehalten, oftmals finden hier aber auch Demonstrationen statt, die nicht direkt von den Parteien organisiert werden. Die größte Versammlung seit der Wende war der Friedensmarsch im Jahr 2013, als sich über 400.000 Menschen für ihren Ministerpräsidenten Viktor Orbán aussprachen und gleichzeitig die teilweise überzogene Kritik und Panikmache der EU und europäischer Medien verurteilten.

Zusammenfassung:

Bei näherer Betrachtung der Ereignisse am Heldenplatz wird ersichtlich, dass dieser Ort schon seit über 100 Jahren immer wieder für politische und geschichtliche Veranstaltungen genutzt worden ist. Manchmal wurde das Ende der österreichischen Besatzung gefeiert, manchmal die "Befreiung" durch sowjetische Soldaten. Nichtsdestotrotz ist der Heldenplatz einer der schönsten Plätze in Budapest und gleichzeitig ein Paradebeispiel der ungarischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Sobald man sich auf dem Platz befindet, wird erst klar, wie groß die Kolonnaden und das Millenniumsdenkmal sind und es ist selbst bei tausenden Besuchern noch genügend Platz auf der geräumigen Fläche vorhanden. Während sich zwischen den Kolonnaden ein Portal in das Városliget öffnet, beginnt am Ende des breiten Platzes bereits die Andrássy Straße, weshalb hier auch sehr viele Touren durch die Stadt vorbeiführen. Die Symbolik dieses Ortes hat sich über die Jahre oftmals geändert, konstant blieb jedoch die Tatsache, dass der Heldenplatz ein monumentales Denkmal ist, welches bei einem Besuch der ungarischen Hauptstadt unbedingt angesehen werden sollte.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Hösök Tere

Adresse: Hösök Tere / 1146 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.514942 / Längengrad 19.077889 oder 47°30'53.8"N / 19°04'40.4"E

Meereshöhe: 106 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine Verfügbar

E-Mail: Derzeit keine Verfügbar

Webseite (nicht offiziell): http://www.budapest.com/stadtfuhrer/sehenswurdigkeiten/kunstdenkmal/heldenplatz.de.html?sid=

Öffnungszeiten: Der Heldenplatz kann jederzeit besucht werden

Eintritt: Kein Eintrittspreis

Zugang: Der Heldenplatz liegt direkt beim Városliget, wodurch er ausgezeichnet an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden ist. Öffentliche Parkplätze stehen in der Umgebung zur Verfügung

Informationen: Erinnerungstafeln sind auf Ungarisch vorhanden

Karte des Budapester Heldenplatzes


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