Die legendäre Budapester Kettenbrücke

Die Budapester Kettenbrücke (Széchenyi Lánchid)

Im 19. Jahrhundert errichtet, war die Kettenbrücke die erste ständige Brücke der Stadt
Die berühmte Széchenyi Kettenbrücke ist ein seit langem bekanntes Wahrzeichen von Budapest (1)
Im Westen grenzt der Adam Clark Platz an, im Osten der Széchenyi Platz
Obwohl sie als wichtiger Verkehrsknotenpunkt dient, ist die Kettenbrücke ein historisches Baudenkmal (2)
Einer Legende nach beging der Bildhauer der Löwen Selbstmord, weil er die Zungen vergessen hatte
Auf jeder Brückenseite bewachen zwei Steinlöwen, die keine Zunge besitzenden, den Eingang (3)
Sowohl bei Tag, als auch bei Nacht ist dieses Bauwerk ein besonderes Erlebnis
Der äußere Fußgängerweg ermöglicht einen gemütlichen Spaziergang, bei dem man sich die einzelnen künstlerischen Aspekte ansehen kann (4)

Einleitung:

Das 19. Jahrhundert war für Ungarn unter anderem ein Zeitalter der wirtschaftlichen und sozialen Stärkung. Es wurden zahlreiche beeindruckende Bauwerke errichtet und wichtige Handelsbeziehungen zu anderen europäischen Ländern geknüpft. Ein Monument aus dieser Zeit, welches bis heute für den damaligen Fortschritt steht, ist die berühmte Kettenbrücke in Budapest, die im Ungarischen als Széchenyi Lánchíd bezeichnet wird. Die fast 400 Meter lange Donaubrücke ist über die Jahre ein Wahrzeichen Budapests und Ungarns geworden. Es gibt fast keine Postkarte oder Touristenbroschüre, die nicht dieses außerordentliche Bauwerk als Motiv nimmt und die besondere Geschichte der ersten Budapester Brücke erklärt ihre einzigartige Bedeutung.

Geschichte:

Die Idee für die heutige Kettenbrücke kam dem ungarischen Reformer István Széchenyi, der bis heute mit dem technologischen Fortschritt des Landes assoziiert wird. Aufgrund der damaligen Klimaverhältnisse fror die Donau fast jährlich zu, was den Bau einfacher Holzbrücken zwischen den beiden Stadthälften Buda und Pest im 19. Jahrhundert unmöglich machte. Széchenyi kannte dieses wirtschaftliche Problem und suchte daher nach geeigneten Architekten. Er wurde in Großbritannien fündig und der namhafte Bauingenieur William Clark entwarf die erste dauerhafte Brücke für Budapest. Die Bauleitung hingegen übernahm Adam Clark und schon im Jahr 1839 wurde der Bau initiiert.

Bis zum Jahr 1849 arbeiteten die Bauarbeiter an der Kettenbrücke, da die Konstruktion mit einigen Schwierigkeiten verbunden war. Zunächst einmal war die starke Strömung der Donau ein gefährlicher Faktor, der bei Unachtsamkeit zum Tod führen konnte. Andererseits gab es in ganz Europa kein vergleichbares Bauprojekt, wodurch Adam Clark keine Erfahrungen von vorherigen Projekten sammeln konnte. Dennoch gelang das historische Unterfangen und am 20. November 1849 wurde die Brücke übergeben. Das Bauwerk wurde schon bald von Gästen aus aller Welt begutachtet, immerhin bewies die Kettenbrücke, dass solche Konstruktionen auch an breiten Stellen der Donau errichtet werden konnten. Die Budapester Wirtschaft konnte somit weiter aufblühen und Familien beider Stadthälften konnten sich nun das ganze Jahr über besuchen.

Im frühen 20. Jahrhundert musste die Kettenbrücke modifiziert werden, da das Automobil auf dem Vormarsch war und die ursprüngliche Brücke die Last nicht mehr halten konnte. Daher wurden 1915 diverse Elemente ausgetauscht, wodurch das Bauwerk ein Gesamtgewicht von beachtlichen 5000 Tonnen erhielt. Damit war die Verbindung der Stadtseiten für die Belastungen des 20. Jahrhunderts gewappnet. Während dem 2. Weltkrieg sprengten Deutsche Truppen die Kettenbrücke, um die sowjetischen Soldaten aufzuhalten. Dabei wurde das Bauwerk sehr stark beschädigt und der Wiederaufbau dauerte mehrere Jahre. Nach den abgeschlossenen Arbeiten erhielt die Brücke eine elektrische Beleuchtung, die nach der Wende modernisiert wurde und seitdem das nächtliche Stadtbild von Budapest dominiert.

Geographische Lage:

Wenn die Ausbreitung von Budapest betrachtet wird, dann kann durchaus gesagt werden, dass die Kettenbrücke das exakte Zentrum der Stadt bildet. Das Bauwerk endet auf der westlichen Seite beim Adam Clark Platz, wo sich zum Beispiel die Talstation der Budapester Standseilbahn befindet, die Besucher in das Budaer Burgviertel hinaufbringt. Auf der östlichen Seite endet die Brücke beim Széchenyi Platz von dem aus das Parlament oder die St. István Basilika nicht weit entfernt sind. Bezüglich der anderen Budapester Brücken steht im Norden die Margaretenbrücke, im Süden hingegen die Elisabethbrücke. Diese zentrale Lage sorgt dafür, dass diese Sehenswürdigkeit seit Jahrzehnten ein essentieller Verkehrsknotenpunkt ist.

Brückenelemente:

Die zahlreichen Restaurationsarbeiten haben bewirkt, dass die Kettenbrücke heute in ihrer ursprünglichen Pracht betrachtet werden kann. Das Monument besitzt eine Länge von 375 Metern und eine Breite von rund 13 Metern. Die zwei Hauptelemente bilden die Stützpfeiler, auf denen zwei Bögen errichtet wurden. Die Bögen dienen als Andockstelle für die massiven Ketten, die einerseits den Halt der Brücke garantieren, andererseits für den Namen der Kettenbrücke gesorgt haben. An beiden Brückenenden bewachen jeweils zwei Steinlöwen die Konstruktion und sowohl an den Eingängen als auch an den Bögen sind künstlerische Elemente zu finden, die für den damaligen Architekturstil üblich waren.

Legenden:

Im Laufe der Jahre entstanden zwei Legenden rund um die Kettenbrücke, die bis heute gerne erzählt werden. Laut der ersten Legende hatte István Széchenyi eine Freundin, die auf der Pester Stadtseite im Osten wohnte. Da es im Winter keine Brücke zur Überquerung der Donau gab, musste das Pärchen kleine Holzboote nutzen, um sich sehen zu können. Eines Tages beschloss der Graf, dass es nicht so weitergehen könne, und daraufhin entschied er sich die berühmte Brücke zu bauen. Wie es mit der Beziehung nach dem Brückenbau weiterging, wird in der Legende aber nicht geschildert.

Die zweite Legende der Kettenbrücke betrifft die 4 Steinlöwen an den Eingängen. Ein Budapester Bildhauer wurde damit beauftragt die 4 Löwen bis zur feierlichen Eröffnung der Brücke fertig zu stellen. Der Künstler gab sich alle Mühe und es gelang ihm auch rechtzeitig fertig zu werden. Am Eröffnungstag enthüllte der Bildhauer seine Meisterwerke und als er sich seine Skulpturen ansah, fiel ihm auf, dass er bei einem Löwen die Zunge vergessen hatte. Panisch suchte er auch beim zweiten Löwen nach einer Zunge und als auch diese fehlte, rannte er zur anderen Seite der Brücke. Auch dort vergaß er den Tieren Zungen zu meißeln und aufgrund dieser Schande stürzte er sich von der Brücke, was ihm das Leben kostete.

Veranstaltungen:

Inzwischen hat die Kettenbrücke neben dem Ruf als historisches Monument auch den Ruf eines ausgezeichneten Veranstaltungsortes erhalten. Es kommt mehrmals im Jahr vor, dass die Brücke für den Verkehr abgeriegelt wird und sie sich in eine Fußgängerbrücke verwandelt. Bei besonderen ungarischen Feiertagen wie am 15. März oder zu Silvester versammeln sich hunderte Menschen auf der Brücke, um die jeweiligen Feierlichkeiten zu genießen. Es ist ebenso ein außergewöhnliches Erlebnis die Brücke am Abend zu besuchen, da nach Sonnenuntergang die Beleuchtung aktiviert wird. Dieses Spektakel ist von vielen Orten der Stadt zu sehen, aber ein Spaziergang auf der Brücke selbst erzeugt ein unvergessliches Ambiente.

Zusammenfassung:

Es sind bereits unzählige Menschen  hinsichtlich städtischer Symbole befragt worden und bei der Bestimmung eines Budapester Wahrzeichens ist die Széchenyi Kettenbrücke bis heute auf der ersten Stelle. Zusammen mit dem Burgviertel und dem Parlament präsentiert dieses Bauwerk die ungarische Architektur des 19. Jahrhunderts, die das Stadtbild immens prägt. Für den heutigen Verkehr ist die Brücke fast schon zu schmal, aber die Einwohner der Stadt haben für alle Zeiten beschlossen, dass die Verbindung zwischen den Stadtteilen Buda und Pest vorrangig eine Sehenswürdigkeit von Budapest sein soll. Egal ob man sie während einer Tour durch die Innenstadt besucht oder sie nachts aus der Ferne sieht, dieses Symbol ist einzigartig. Für die Ungarn ist die Kettenbrücke nicht mehr wegzudenken, immerhin wird sie auf Briefmarken abgebildet, aber auch auf der 200 Forint Münze und letztendlich erinnert die damals notwendige Wirtschaftsverbindung an die großartigen Leistungen des 19. Jahrhunderts.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Széchenyi Lánchíd oder nur Lánchíd

Adresse: Zwischen Clark Ádám Tér und Széchenyi István Tér / Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.498999 / Längengrad 19.043817 oder 47°29'56.4"N / 19°02'37.7"E

Meereshöhe: 98 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine Verfügbar

E-Mail: Derzeit keine Verfügbar

Webseite (nicht offiziell): http://www.budapest-service.de/sehenswertes-budapest-kettenbruecke.shtml

Öffnungszeiten: Die Brücke ist jederzeit begehbar

Eintritt: Kein Eintritt

Zugang: Im Zentrum gelegen kann die Brücke zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreicht werden

Informationen: Erinnerungstafeln sind auf Ungarisch und auf Englisch vorhanden

Karte des Budapester Kettenbrücke


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