Die imposante Budapester St. Stephans Basilika

Die St. Stephans Basilika in Budapest

Die imposante Basilika wurde erst am Anfang des 20. Jahrhundert fertig gebaut
Mit ihrer enormen Grundfläche ist die St. Stephans Basilika das größte religiöse Gebäude von Budapest (1)
Die Kirchengemeinde organisiert diverse Veranstaltungen für Kulturfreunde
Die einzelnen Bereiche und Räume bilden die Aufbewahrungsorte von unbezahlbaren Kunstschätzen (2)
Die Kuppel der Basilika stürzte während der Bauarbeiten ein und musste von vorne errichtet werden
Die 96 Meter hoch gelegene Kuppel ist mit Aspekten des katholischen Glaubens dekoriert und ist gleichzeitig auch das höchste Element der Kirche (3)
Pilger kommen aus ganz Europa, um sich die Reliquie anzusehen
Die "Heilige Rechte" zählt zu den bedeutendsten Reliquien des Landes und erinnert an die Gründungszeit des Königreiches (4)

Einleitung:

Für die Bürger von Budapest spielte der katholische Glaube schon immer eine bedeutende Rolle, dessen Vermächtnis auch in der Gegenwart relevant ist. Durch die christliche Prägung des Landes entstanden in der Hauptstadt viele religiöse Gebäude, die den jeweiligen Gemeinden als Gotteshaus dienten. Die mit Abstand größte dieser städtischen Kirchen ist die St. Stephans Basilika, welche zwar hinsichtlich der Budapester Geschichte relativ spät errichtet wurde, dafür heute aber ein zentrales Element der katholischen Glaubensrichtung ist. Zusammen mit der Matthiaskirche zählt die Basilika zu den bedeutendsten christlich religiösen Gebäuden und zusätzlich ist sie eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit, da sie neben einer imposanten Architektur auch zahlreiche Schätze und kulturelle Aktivitäten bietet.

Geschichte:

Bei der Betrachtung der Bauphasen der St. Stephans Basilika wird ersichtlich, dass das Projekt mehrere Herausforderungen und Schwierigkeiten bot. Anfang des 19. Jahrhunderts begann eine großangelegte Spendensammlung für die Errichtung eine Basilika zu Ehren des ersten ungarischen Königs Stephan. Diese Sammlung dauerte aber mehrere Jahrzehnte und der Bau an sich konnte erst 1851 begonnen werden. Der renommierte Architekt József Hild war mit der Errichtung beauftragt, doch er konnte sein Werk nie vollendet sehen, da er 1867 noch während den Bauarbeiten verstarb. 

Sein Nachfolger, der ebenfalls berühmte Architekt Miklós Ybl, war vom Pech verfolgt, denn schon 1868 stürzte die gewaltige Kuppel der St. Stephans Basilika ein. Ybl musste die Skizzen und Pläne erneuern und für die nötige Stabilität sorgen, was dem zukünftigen Gotteshaus eine neue Form verlieh. Auch Ybl konnte sein Werk nicht mehr erleben, da er 1891 verstarb und schließlich wurde der dritte Architekt József Kauser mit dem Bau im Jahr 1905 fertig. Trotz der unglücklichen Ereignisse der Baugeschichte schien die Pechsträhne nach der Fertigstellung zu Ende zu sein, da ab diesem Zeitpunkt die Basilika oft genutzt wurde und zu einem Monument der östlichen Stadtseite Pest wurde. Nach ihrer Restauration im Jahr 2003 wurde das religiöse Gebäude zusätzlich zu einem der schönsten Gotteshäuser des Landes ernannt.

Geographische Lage:

Während einem Stadtrundgang entlang der Donauufer ist die St. Stephans Basilika schnell erreicht, immerhin liegt die auf derselben Höhe wie die Kettenbrücke und ist vom Donauufer gerade einmal 500 Meter entfernt. Nur wenige Straßen abseits des Bauwerks beginnt die Andrássy Straße, die mit ihren edlen Alleen zum Heldenplatz und zum Városliget führt. In südöstlicher Richtung bleibend ist auch das jüdische Viertel mit der berühmten Großen Synagoge nicht weit entfernt, wodurch die Basilika direkt von Sehenswürdigkeiten umgeben wird. Die erhabenen Türme sind übrigens sowohl vom Burgviertel aus als auch vom Gellért Berg sehr schnell entdeckt und überragen die benachbarten Gebäude problemlos.

Außenarchitektur:

Die vollkommene architektonische Monumentalität kann dann erlebt werden, wenn Besucher die St. Stephans Basilika von westlicher Richtung aus erreichen. Von hier aus wird der neoklassizistische beziehungsweise der Neorenaissancestil ersichtlich, der eindeutig von den zwei erhabenen Türmen und der 96 Meter hohen Kuppel dominiert wird. Bei einem Rundgang um das Gebäude kann eine halbkreisförmige Struktur entdeckt werden, die den Räumlichkeiten und Altären Platz bietet. Die Basilika wird von keinem umliegenden Gebäude begrenzt, was zur Folge hat, dass das 55 Meter breite und 87 Meter lange Gebäude noch größer und erhabener wirkt.

Räumlichkeiten:

Nach dem Betreten des Haupteingangs der St. Stephans Basilika können über 30 verschiedene Bereiche und Räume erkundet werden. Innerhalb des rechteckigen Grundbaus führt der Hauptgang gleich zum Zentrum der Kirche, über dem sich die gewaltige Kuppel befindet. Massive Säulen und wertvolle Fresken und Malereien schmücken die einzelnen Bereiche und es wird ersichtlich, dass Gold eine vielgenutzte Dekorationsform war. Im südlichen Kirchenteil können Besucher die sogenannte Schatzkammer besichtigen, die mit ihrer Ausstellung sowohl über den Bau des Gebäudes berichtet, als auch über religiöse Objekte, die teilweise bis heute bei Zeremonien genutzt werden. In den anderen Richtungen können insbesondere die einzigartigen Wandmalereien betrachtet werden, die heute als unbezahlbar gelten.

In Richtung Osten gehend kann der halbkreisförmige Anteil der St. Stephans Basilika betreten werden, in der sich unter anderem die legendäre Reliquie von König Stephan befindet. Sehr oft Besuch ist auch der Aufgang zur Kuppel, von dem aus eine Plattform mit einer herrlichen Aussicht erreicht werden kann. Den Gästen ist es selbst überlassen, ob sie die fast 300 Stufen hinaufgehen möchten, oder den installierten Aufzug nutzen möchten. Bei der Aussichtsplattform der Kuppel angekommen bietet sich ein unvergesslicher Panoramaausblick dar, der praktisch ganz Budapest überblickt und es können sowohl die Dächer der historischen Altstadt als auch bekannte Hügel wie der Budaer Hügel bestaunt werden.

Reliquie des Heiligen Stephan:

In einem eigenen Raum hinter dem beeindruckenden Altar liegend, wird der wohl wertvollste Besitz der St. Stephans Basilika aufbewahrt, nämlich die rechte Hand ihres Namensgebers. In einer kunstvoll dekorierten Vitrine wird jene Reliquie aufbewahrt, dessen Besitzer nicht nur das Königreich Ungarn gegründet hat, sondern auch das Christentum in Ungarn eingeführt hat. Lange Zeit galt die angeblich magische Rechte als verschollen da sie entwendet wurde und erst im 18. Jahrhundert wieder nach Ungarn fand. Bei jährlichen Großveranstaltungen reisen Pilger aus ganz Europa nach Budapest, um die Reliquie zu sehen und an den Heiligen Stephan zu gedenken, wobei diese Art von Prozession erst nach der sowjetischen Besatzung wieder erlaubt war.

Kulturelle Programme:

Seit der feierlichen Eröffnung im Jahr 1905 sind Musik und Kultur ständige Begleiter des Kirchenalltags in der St. Stephans Basilika. Das ganze Jahr über werden zum Beispiel Orgelkonzerte gegeben, die teilweise von über 8000 Gästen besucht werden, was auch die gesamte Kapazität der Kirche bildet. Der Gemeindechor lädt ebenfalls zu einer Kostprobe ein, immerhin ist die Akustik des Bauwerks ideal für den Gesang geeignet. Täglich kann auch der schöne Klang der 6 Kirchenglocken erlebt werden, die zusammen mehr als 17 Tonnen wiegen und daher in der gesamten Umgebung hörbar sind.

Zusammenfassung:

Auch wenn der Bau der St. Stephans Basilika mit vielen Komplikationen verbunden war und es drei Architekten benötigt hat um sie fertig zu stellen, so ist sie heute ein glänzendes Beispiel für den Neoklassizismus in Ungarn und natürlich auch für den katholischen Glauben. Sie ist aber auch ein Gebäude der Rekorde denn die Basilika ist nicht nur einer der höchsten Gebäude der Stadt, sondern auch einer der größten historischen Gebäude innerhalb der Stadtgrenzen. Es steht allen Besuchern frei sich die Malereien anzusehen, die Rechte von König Stephan zu begutachten, auf der Kuppel die Aussicht zu genießen oder einen Gottesdienst oder ein Konzert zu erleben. Egal für was man sich entscheidet, die St. Stephans Basilika ist in so vielerlei Hinsicht eine besondere Sehenswürdigkeit, dass es nicht überraschen wird, das das Gotteshaus seit Jahren zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Budapest zählt und zusätzlich ein lebendiges und zeitgemäßes Gemeindeleben vorhanden ist, dass alle Menschen gleichermaßen zu den Aktivitäten einlädt.

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Szent István Bazilika

Adresse: Szent István Tér / 1051 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.500798 / Längengrad 19.053913 oder 47°30'02.9"N / 19°03'14.1"E

Meereshöhe: 106 Meter

Telefonnummer: +36 1311 0839

E-Mail: Derzeit keine verfügbar

Webseite: http://de.bazilika.biz/

Öffnungszeiten: Die Kirche ist normalerweise täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.  Am Sonntag öffnet sie erst um 13:00 Uhr

Eintritt: Kein Eintrittspreis, eine kleine Spende ist erwünscht

Zugang: Die Bazilika befindet sich in der Nähe von der Kettenbrücke und kann daher zu Fuß optimal erreicht werden

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Budapester St. Stephans Basilika


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