Das Nationalmuseum Ungarns in Budapest

Das Ungarische Nationalmuseum in Budapest

Das Gebäude des Museums wurde zwischen 1837 und 1847 nach den Plänen von Mihály Pollack gebaut
Das Ungarische Nationalmuseum ist der größte Wissensvermittler der ungarischen Geschichte und eine beliebte Sehenswürdigkeit (1)
Die meisten Exponate wurden direkt in Ungarn entdeckt und anschließend archäologisch untersucht
Die Ausstellungen, wie das römische Lapidarium, sind auf vier Ebenen im Nationalmuseum verteilt (2)
Neben klassischen Elementen besitzen viele Zimmer auch ein modernes Design
Schon beim Eintreten bemerken Gäste die Fusion zwischen klassischer Architektur und moderner Eleganz (3)
Insgesamt 7 Ausstellungen berichten über Ungarn und die ungarische Geschichte
Von den landnehmenden Magyaren bis zur Politischen Wende im Jahr 1990 werden die vielen Facetten der Landesgeschichte präsentiert (4)

Einleitung:

Die Vergangenheit Ungarns kann in etlichen Museen und Ausstellungen im gesamten Land kennen gelernt werden. Allein in Budapest kann man an diesen Orten mehrere Monate verbringen, nur um die wichtigsten Ausstellungen der Stadt zu erkunden. Das wahrscheinlich berühmteste Museum der Stadt, aber auch des Landes, ist jedoch das Ungarische Nationalmuseum, oder Magyar Nemzeti Múzeum im Ungarischen. Die Budapester Sehenswürdigkeit bietet nicht nur einen detaillierten Einblick in die ungarische Geschichte, sondern begeistert Kunst- und Kulturfreunde mit zahlreichen wechselnden Ausstellungen, die sich mit den unterschiedlichsten Themen rund um Ungarn und der Welt beschäftigen.

Geschichte:

Der Ursprung des Ungarischen Nationalmuseums geht auf das Jahr 1802 zurück. Der Reformer und Magnat Ferenc Széchényi beschloss seine Sammlung an historischen Exponaten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er ersuchte den Kaiser um eine Zustimmung und diese wurde auch erteilt, wodurch der erste Bestand des heutigen Museums geboren war. Fast 12000 Druckwerke wie Bücher und Karten, aber auch Wertgegenstände wie Münzen wurden teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Schon bald stellte sich aber heraus, dass ein eigenes Museumsgebäude für die Exponate gebaut werden musste und deshalb wurde Mihály Pollack damit beauftragt das Gebäude zu entwerfen und zu bauen.

1847 wurde das Gebäude des Ungarischen Nationalmuseums fertiggestellt, und im folgenden Jahr sollte dieses Gebäude ein Zeichen der Revolution und der Unabhängigkeit werden, da an den Toren des Museums Sandór Petöfi eine Rede hielt. Übrigens war dieses Museum das dritte öffentlich zugängliche Großmuseum in ganz Europa. Im 19. Jahrhundert arbeiteten mehrere Archäologen und Wissenschaftler innerhalb des Museums und die Zahl der Exponate wuchs in einem rasanten Tempo. Aufgrund des mangelnden Platzes wurde nach dem 2. Weltkrieg beschlossen Teile des Bestandes auf andere Museen und auf neue Museen aufzuteilen. Bis zum heutigen Tag arbeiten die Angestellten des Museums daran die Bestände des Museums aufzustocken und die Geschichte ihrer Exponate weiter zu erforschen.

Lage und Gebäude:

Aufgrund der zentralen Lage kann das Ungarische Nationalmuseum sehr leicht erreicht werden. Geographisch ist es auf der Pester Stadtseite nur wenige Hundert Meter von Donauufer entfernt. Es befindet sich zwischen der Erzsébet Brücke und der Freiheitsbrücke und liegt somit auf der gleichen geographischen Höhe wie der Gellért Berg. Praktisch alle Budapester Verkehrsmittel können genutzt werden, um zum Museum zu gelangen. Es gibt eine U-Bahnstation, Straßenbahnhaltestellen und Bushaltestellen. Von diesen Haltestellen ist das Ungarische Nationalmuseum zu Fuß in maximal 5 Minuten erreicht. Wegen der offenen Lage ist das Gebäude schon von weitem aus zu sehen.

Das Gebäude des Ungarischen Nationalmuseums besitzt selbst eine interessante Geschichte. Wie bereits erwähnt wurde Mihály Pollack mit dem Bau beauftragt, welcher 1837 begann und 1847 fertiggestellt wurde. Bei dem Bau handelt es sich um einen architektonischen Klassikstil. Die Gebäudestruktur besitzt eine rechteckige Form, welche vom Haupteingang unterbrochen wird, bei welchem Besucher an hohen Säulen vorbeigehen, um die Ausstellungen zu betreten. Auf insgesamt vier Stockwerken sind Büros und Ausstellungsräume verteilt. Treppen und Gänge erwecken einen sehr edlen Eindruck und werden zusätzlich mit Statuen von Rafael Monti verschönert. Das Innendesign ist heute an die Ausstellungen angepasst, so findet man neben original klassischen Räumen auch moderne Designerzimmer.

Ständige Ausstellungen:

Insgesamt bietet das Ungarische Nationalmuseum 7 ständige Ausstellungen an. Im Kellergeschoss ist das römische Lapidarium zu finden, welches Steinelemente und Skulpturen aus der Zeit des römischen Imperiums präsentiert. Neben Funden in Ungarn werden auch internationale Exponate ausgestellt. Im Erdgeschoss erwartet Besucher unter anderem das mittelalterliche und frühmoderne Lapidarium, welches Steinexponate aus den betreffenden Zeitepochen präsentiert. Im ersten Stock können Besucher den Krönungsmantel bestaunen, welcher mit seinem Alter von über 1000 Jahren zu den ältesten nationalen Schätzen gehört. Zusammen mit der Stephanskrone, dem Reichsapfel und dem Zepter wurden die Könige des Landes mit diesem edlen und goldverzierten Gewand gekrönt, welches heute  unter Sicherheitsvorkehrungen betrachtet werden kann.

Ebenfalls im ersten Stock des Ungarischen Nationalmuseums ist eine großzügige Ausstellung mit dem Titel "An der Ost-Westfront" zu finden. Exponate aus mehreren Ländern zeigen, welche Menschen zwischen der Frühsteinzeit und dem frühen 9. Jahrhundert nach Christus auf dem Staatsgebiet des heutigen Ungarn gelebt haben. Eine Ebene höher ist eine Ausstellung zu finden, die berühmte ungarische Wissenschaftspersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts als Thema besitzt. Im selben Stockwerk ist auch die Ausstellung über die zeitgenössische und moderne Geschichte Ungarns zu finden, die ab dem 18. Jahrhundert informiert. Auf der gegenüberliegenden Seite des Stockwerks befindet sich die Ausstellung der ungarischen Geschichte, die die gesamte Geschichte des Landes bis 1990 zusammenfasst.

Temporäre Ausstellungen und Programme:

Neben den ständigen Ausstellungen bietet das Ungarische Nationalmuseum auch spezielle Expositionen an, die nur für eine begrenzte Zeit zugänglich sind. Angefangen von Kunstausstellungen bis hin zu Spezialthemen der Menschheitsgeschichte stehen immer wieder abwechslungsreiche Sonderausstellungen zur Verfügung. Sehr beliebt sind auch die Programme der Museumsverwaltung. So findet zum Beispiel im Juni jeden Jahres eine Lange Nacht der Museen statt, bei der das Museum zu einem abendlichen Besuch einlädt. Für Kinder und Schulgruppen gibt es immer wieder kleinere Aktivitäten, sowie spezielle Führungen, die der Kulturvermittlung dienen. Für Musikfreunde sind auch sicherlich die klassischen Konzerte interessant, die mehrmals im Monat stattfinden und Musiker aus aller Welt einladen.

Das Ungarische Nationalmuseum dient aber nicht nur zur Wissenserhaltung, sondern auch zur Wissensschaffung. Deshalb sind Fortbildungskurse und Vorlesung ein wichtiger Bestandteil der Programme. Insbesondere Kunst- und Geschichtestudenten kommen jährlich in das Museum um Praktika und Forschungsarbeiten durchzuführen. Es kommen aber auch Menschen aus vielen Ländern zum Restaurationskurs, welcher über ein Jahr dauert und die grundlegenden Techniken der Restauration vermittelt. Absolventen dieses Kurses arbeiten oftmals weiter im Museum und führen zum Beispiel auch Ausgrabungen und Feldforschungen durch. Trotz dieser großen Auswahl an Angeboten mögen es viele Besucher sich einfach im hauseigenen Lapidarium Café etwas zu entspannen und einige intellektuelle Diskussionen zu führen, sei es während einer Programmpause oder nach dem Besucher der Ausstellungen.

Zusammenfassung:

Mit den tausenden Exponaten und dem riesigen Museumsgebäude kann das Ungarische Nationalmuseum durchaus als eines der größten Museen des Landes bezeichnet werden. Die außerordentliche Fülle an Informationen hat diese Institution zu einer etablierten Sehenswürdigkeit in der Stadt gemacht und an keinem anderen Ort der Welt wird man als Besucher mehr über die ungarische Geschichte erfahren. Für Architekturfreunde wird das Gebäude ein einzigartiges Erlebnis sein, während Geschichtsfreunde die Ausstellungen begutachten können. Freunde der Kultur können sich eines der Konzerte anhören und sich nach der Vorstellung auch mit den Musikern unterhalten. Das Ungarische Nationalmuseum ist also nicht nur ein Bewahrer des Wissens, sondern auch ein Hort der geistigen Kreativität und der Kultur, den man während einem Aufenthalt in Budapest unbedingt besuchen sollte.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Magyar Nemzeti Múzeum

Adresse: Múzeum Körút 14-16 / 1088 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.491174 / Längengrad 19.062643 oder 47°29'28.2"N / 19°03'45.5"E

Meereshöhe: 105 Meter

Telefonnummer: +36 1327 7749

E-Mail: info@hnm.hu

Webseite: http://www.mnm.hu/

Öffnungszeiten: Das Museum ist das ganze Jahr über von Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr - 18:00 Uhr geöffnet

Eintritt: Erwachsene 1600Ft / Studenten und Senioren 800Ft

Zugang: Sowohl die Lage des Museums als auch die öffentliche Anbindung machen es zu einem sehr leicht erreichbaren Ziel

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch und Englisch vorhanden, Führungen können in verschiedenen Sprachen organisiert werden

Karte des ungarischen Nationalmuseums


Bildquellen und Bildrechte:

(1) © Urlaub-Ungarn.at

(2) © Urlaub-Ungarn.at

(3) © Urlaub-Ungarn.at

(4) © Urlaub-Ungarn.at

Alle Bilder dieses Artikels gehören rechtlich dem Informationsportal Urlaub-Ungarn.at. Die Weiterverwendung dieser Bilder ist ohne die Zustimmung der Rechteinhaber bedingt gestattet.

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)