Die ungarische Burg Eger in Eger

Die Burg Eger

1552 war das bedeutendste Jahr der Burg Eger, als die Ungarn gegen die Osmanen siegten
Die historische Burg Eger ist in einem gut erhaltenen Zustand wodurch ihre abwechslungsreiche Vergangenheit kennen gelernt werden kann (1)
Die Ergebnisse der Restaurationsarbeiten der letzten Jahre sind überall zu sehen
In den verschiedenen Burgbereichen erwarten Besucher Ausstellungen, historische Objekte und Schauwerkstätten (2)
Neben ständigen Ausstellungen finden auch immer wieder Programme für Gäste statt
Für Besucher sind praktisch alle Areale der Burg geöffnet, so können die Zinnen bestiegen und die Kerker erforscht werden (3)
Zahlreiche Objekte stammen noch aus dem Mittelalter oder der Renaissance
Innerhalb der Ausstellungen wird der Burgalltag des Mittelalters erläutert und veranschaulicht (4)

Einleitung:

Es ist bei der im Norden Ungarns gelegenen Stadt Eger nicht allzu schwierig ein passendes Symbol für die Stadt zu finden. Hinsichtlich der Kulinarik wird sofort das Egri Stierblut genannt, während das Symbol für Wellness zweifelsohne das Thermalbad von Eger ist. Bei den symbolischen Bauwerken stehen zwar einige Gebäude und Monumente zur Verfügung, das prägendste Bauwerk ist aber ohne Zweifel die Burg Eger, die sich in der Innenstadt erstreckt. Die imposante Festung konnte nicht nur die vergangenen Jahrhunderte überdauern, sondern sie spielte auch in der Militärgeschichte Europas eine besondere Rolle. Mit verschiedenen Ausstellungen und einer ausgezeichnet fortschreitenden Burgrestauration ist es Gästen möglich eine Reise in das Ungarn des 16. Jahrhunderts zu begehen.

Geschichte:

Schon im 11. Jahrhundert stand an der Stelle der heutigen Burg Eger eine kleine Befestigung, die aus Lehm und Steinen bestand. Die Bedeutung der Stadt Eger als bischöfliche Stadt machte es nämlich von Anfang an notwendig den Bischof militärisch schützen zu können. Nach dem Tartarensturm im 13. Jahrhundert wurde vom Bischof angeordnet die Verteidigungswälle zu erhöhen und zu modernisieren, falls eine neue Invasion stattfinden sollte. Der damalige Bischof sollte Recht behalten, doch die Invasion der Burg und des Landes fand viele Jahrzehnte später statt.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhielt der Architekt Alessandro Vetani den Auftrag die Burg Eger zu modernisieren und sie für zukünftige Belagerungen vorzubereiten. Als die Osmanen ab 1526 in Ungarn einfielen war die Bedrohung des Landes größer denn je und der Soldat István Dobó erhielt 1548 den Posten des Burgkapitäns. Da er von einer Belagerung der Osmanen ausging, nutzen die Bewohner der Stadt die kommenden 4 Jahre zur Verbesserung der Verteidigungsanlage. Im Jahr 1552 belagerten schließlich etwas unter 100.000 Osmanen die Burg Eger und Dobó zählte nur rund 2100 Personen, wobei Frauen und Kinder miteingerechnet wurden. Wie durch ein Wunder gelang es den Ungarn die Belagerer zu besiegen und in ganz Europa verkündeten Boten die Nachricht, dass die Osmanen nicht unbesiegbar wären.

Im Jahr 1596 versuchten die damaligen Invasoren erneut die Burg Eger zu erobern und diesmal gelang es ihnen auch, was dazu führte, dass das Bauwerk für 91 Jahre in Feindeshand blieb. Als die Österreicher die Region und die Stadt zurückeroberten war die Zukunft der Burg ungewiss, denn schon im Jahr 1701 sprengten Soldaten die äußere Burg, damit die Ungarn sie nicht mehr nutzen konnten. In den folgenden Jahrzehnten verfiel der Schauplatz bedeutender Schlachten zu einem Steinlager, welches für neue Gebäude genutzt wurde. Erst im 20. Jahrhundert begannen archäologische Ausgrabungen und ab 1990 konnten erste Restaurationsarbeiten durchgeführt werden.

Heutiger Zustand und Burgteile:

Seit 1990 ist es gelungen bei der Burg Eger eine Wiedergeburt zu ermöglichen, die aus einer baufälligen Anlage ein zeitgemäßes touristisches Zentrum hat werden lassen. Sowohl die Teile der äußeren Burg, als auch die unterirdischen Räume und die überirdischen Gebäude wurden zum größten Teil restauriert. Während die Arbeiten bis zum heutigen Tag andauern ist bereits ein Großteil der Festung begehbar und auch die verschiedenen Ausstellungen laden zu einem informativen Spaziergang ein. Angefangen von grunderneuerten Mauerstücken bis hin zu einem Lapidarium, welches Exponate aus dem 11. Jahrhundert präsentiert, kann der allgemeine Zustand der Wehranlage als sehr gut eingestuft werden.

Entsprechend der ursprünglichen Blaupausen weist die Burg Eger sowohl  äußere Verteidigungssegmente als auch einen inneren Verteidigungsring auf. Die vieleckige Festung ist auf einem Hügel errichtet und anhand der einzelnen Mauerteile wird schnell ersichtlich, dass die Anlage vor ihrer Sprengung auf dem neuesten Stand der Technik war. Im Burgviertel befinden sich mehrere Gebäude und Orte, die für den Burgalltag notwendig waren. Während beim Kanonenhügel und der Dobó Bastei auf militärische Aspekte eingegangen wird, zeigen der gotische Palast und die Kasematten, welcher Infrastruktur im nichtmilitärischen Bereich genutzt wurde. Sehr interessant sind auch die unterirdischen Räumlichkeiten wie zum Beispiel der Kerker, in dem sich eine Ausstellung befindet. Auch einige der Mauerteile können begangen werden, wodurch Besucher eine herrliche Aussicht auf die Umgebung genießen.

Ausstellungen:

In insgesamt 7 ständigen Ausstellungen und mehreren temporären Ausstellungen beleuchten Exponate das damalige Leben innerhalb der Burg Eger. Während im zweiten Stock des gotischen Palastes die Ausstellung "Die Geschichte der Festung Eger" auf die Burggeschichte eingeht, lädt die Kunstgalerie Eger dazu ein die Werke von heimischen und internationalen Künstlern zu betrachten. Bei Abstieg in die Kasematten wird näher beschrieben, welche Funktionen die einzelnen Räume hatten und wann welche Burgteile erweitert wurden. Den Überresten der damaligen Rotunda ist ebenfalls eine Ausstellung gewidmet, die das kirchliche Leben im Mittelalter näher beleuchtet.

Eine weitere Ausstellung rund um das Thema Kirche nutzt jenen Ort der Burg Eger, an der die mittelalterliche Kathedrale stand, während im Erdgeschoss des gotischen Palastes die "Halle der Helden" die wichtigsten Burgkapitäne präsentiert. In den durchwegs kühlen Räumen des ehemaligen Kerkers zeigen Ausstellungsstücke mit welchen Methoden Gefangene gefoltert oder untergebracht wurden. Neben diesen ständigen Ausstellungen stehen auch immer wieder saisonale Programme zur Verfügung, so wird mehrmals pro Jahr zum Beispiel ein 3D-Film vorgeführt, in welchem die Schlacht von 1552 mittel Computeranimationen nachgestellt wird, um die Bedeutung dieser Belagerung besser verstehen zu können.  

Burgspiele:

Seit über 10 Jahren finden auf der Burg Eger die jährlichen Burgfestspiele statt, die normalerweise zwischen Juli und August stattfinden und durchschnittlich eine Woche lang dauern. Während diesem Spektakel verwandelt sich die Festung in einen belebten Ort mit Handwerkern, Gauklern und Soldaten, die mit authentischer Kleidung das Leben im Mittelalter präsentieren. Die Besucher sind bei zahlreichen Aktivitäten zu einer Teilnahme eingeladen, sei es eine Vorführung mit Falken oder eine handwerkliche Aktivität, bei der man seine eigenen Souvenirs bastelt. Als Höhepunkt marschieren Soldaten in ihren Rüstungen in die Festung und verteidigen ihre Heimat an mehreren Stellen der Burg gegen die angreifenden Osmanen.

Zusammenfassung:

Sobald Besucher der Stadt Eger sich auf dem städtischen Hauptplatz befinden fällt der Blick in den meisten Fällen sofort auf die Burg Eger im Herzen der Stadt. Mit zahlreichen Restaurationen und verschiedenen Ausstellungen ist es den Betreibern der Burg gelungen beim Anblick der Festung eine wunderschöne Wehranlage zu entdecken, die über die Stadt und die Geschichte Europas berichtet. Sowohl die klassischen Ausstellungen als auch die neuartigen Elemente wie die 3D-Filmvorführungen haben eine Mischung aus einem klassischem Museum und einem lebendigen und geschichtsträchtigen Ort geschaffen. Während der Burgfestspiele verwandelt sich die Burg Eger letztendlich in eine Art Zeitmaschine, in der das Leben des Mittelalters authentisch wiedergegeben wird. Während einem Besuch der Stadt ist die Burg Eger daher ein sehr empfehlenswerter Ort, an welchem nicht nur kriegerische Legenden entstanden sind, sondern auch eine Handvoll Soldaten in der Lage war eine schier unbesiegbare Armee zu schlagen.

 

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Egri Vár

Adresse: Vár 1 / 3300 Eger

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.904142 / Längengrad 20.379449 oder 47°54'14.9"N / 20°22'46.0"E

Meereshöhe: 180 Meter

Telefonnummer: +36 3631 2744

E-Mail: varmuzeum@egrivar.hu

Webseite: http://egrivar.hu/fooldal.html

Öffnungszeiten: Die Burg ist von Dienstag bis Sonntag täglich begehbar. Zwischen Mai und September öffnen die Ausstellungen um 10:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr, in den anderen Monaten schließen die Ausstellungen bereits um 16:00 Uhr. 

Eintritt: Erwachsene 2200Ft / Studenten und Senioren 1500Ft

Zugang: Die Burg befindet sich inmitten des Stadtzentrums, wodurch die Erreichbarkeit zu Fuß exzellent ist

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Burg Eger


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