Das in Veszprém gelegene historische Burgviertel

Das bezaubernde Burgviertel in Veszprém

Von der ursprünglichen Burg sind nur noch wenige Strukturen erhalten geblieben
Das Heldentor ist bis heute die einzige Möglichkeit, um in das Burgviertel von Veszprém zu gelangen (1)
Die Restaurationsarbeiten der vergangenen Jahre haben für einen ursprünglichen Glanz gesorgt
Die Vár Straße sowie die kleinen Nebengassen erzeugen ein edles und romantisches Ambiente, das durchaus von den erhabenen Bürgerhäusern geprägt wird (2)
Die markanteste Sehenswürdigkeit ist die St. Michael Kathedrale
Am Dreieinigkeitsplatz stehen gleich mehrere Sehenswürdigkeiten, die über die Vergangenheit der Stadt berichten (3)
Bei einem Spaziergang um das Viertel wird ersichtlich, warum die Position von Militärstrategen bevorzugt wurde
Von der Nordspitze des Felsens aus können sowohl das Viertel als auch die Stadt selbst bestaunt werden (4)

Einleitung:

Die hügelige Landschaft der historischen Stadt Veszprém weist mehrere bedeutende Anhöhen auf, durch die der Name "Stadt, die auf sieben Hügeln errichtet wurde" entstand. Der wohl markanteste dieser Hügel ist sicherlich der rund 50 Meter hohe und über 500 Meter lange Dolomitfels, der sich einerseits inmitten des Stadtzentrums befindet und andererseits jener Ort ist, an dem sich das berühmte Burgviertel von Veszprém erstreckt. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten sowie die außergewöhnliche Lage haben aus der ehemaligen Verteidigungsanlage ein kulturelles und historisches Kerngebiet geschaffen, das als beliebtestes Ausflugsziel der gesamten Stadt gilt. Von historischen Mauern über architektonische Meisterwerke bis hin zu Ausstellungen von berühmten Künstlern begeistert das Veszprémer Burgviertel seine Besucher und lädt auch zu den verschiedenen Aussichtspunkten ein, um Veszprém überblicken zu können.

Geschichte:

Noch bevor die landnehmenden Magyaren Veszprém gründeten, befand sich auf dem Hügel des heutigen Burgviertels von Veszprém eine einfache Burg. Die perfekte strategische Lage sorgte für die rasche Entscheidung, dass die mittelalterliche Stadt auf dem Hügel liegen sollte, um mögliche zukünftige Angreifer abwehren zu können. Da der einzige Angriffspunkt des Viertels im Süden lag, konnten Angreifer schon lange vor ihrem Angriff entdeckt werden und zur weiteren Sicherheit teilte man die Wehranlage sogar in einen nördlichen und einen südlichen Teil, die jeweils von einem Graben getrennt wurden.

Als die Osmanen im 16. Jahrhundert Ungarn angriffen wurde beschlossen, dass das Veszprémer Burgviertel in ein Bollwerk umgewandelt werden sollte. Moderne Mauern wurden hochgezogen, die sogar Kanonenkugeln standhalten konnten, und auch die Lager der Häuser wurden aufgefüllt. Bei der Belagerung Veszprém im Jahr 1552 wurde die Stadt dennoch erobert und teilweise verwüstet. Ab dem 18. Jahrhundert erhielt das gesamte Burgviertel eine Umstrukturierung, bei der Mauerteile und Festungsanteile entfernt wurden, und zeitgenössische Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude errichtet wurden. Diese vollkommene Neuausrichtung können Besucher bis heute erleben, noch dazu befinden sich viele Strukturen wieder in ihrem ursprünglichen Zustand, da das gesamte Burgviertel in den letzten Jahren restauriert wurde.

Geographische Lage:

Von der heutigen städtischen Ausbreitung aus betrachtet liegt das Burgviertel von Veszprém im Nordwesten des Stadtzentrums. Wie in den vergangenen Jahrhunderten ist die ehemalige Festung nur von Süden aus betretbar, vom sogenannten Óváros Platz können bereits die erhalten gebliebenen Mauern und die ersten Gebäude gesichtet werden. An allen anderen Seiten des Viertels ist der Zugang schon aufgrund der Felsenstrukturen unmöglich, was insbesondere beim Besuch der Nordspitze des Hügels ersichtlich wird. Mit dieser Lage ist es fast möglich die gesamte Stadt zu überblicken, immerhin liegen die Gebäude durchschnittlich 40 Meter höher als in anderen Stadtteilen. 

Sehenswürdigkeiten:

Die vielseitige Auswahl an Sehenswürdigkeiten innerhalb des Veszprémer Burgviertels beginnt schon am südlichen Ende der damaligen Wehranlage. Schon von weitem ist zum Beispiel der Feuerturm von Veszprém zu sehen, der eine abwechslungsreiche Geschichte aufweist und einen herrlichen Ausblick ermöglicht. Bevor der Turm erreicht werden kann, passieren Gäste das Heldentor, das den einzigen Eingang in das Viertel darstellt. Außer dem restaurierten Tor kann hier auch eine kleine Ausstellung besucht werden, die sich mit der Geschichte der heute nicht mehr existierenden mittelalterlichen Burg beschäftigt. Nur wenige Meter nach dem Tor wird man auf der westlichen Seite zu einem Besuch in der Modernen Galerie eingeladen, die Werke des international bekannten Künstlers László Vass ausstellt. 

Neben der Modernen Galerie bietet das Burgviertel von Veszprém auch weitere interessante Ausstellungen so wie zum Beispiel das Ziegelmuseum, welches in einem Kellergewölbe untergebracht ist und über die Bedeutung der Ziegelsteinherstellung berichtet. Zwischen den beiden Ausstellungen führt eine kleine Seitengasse zum Aufstieg des Feuerturmes, der sich inmitten einer idyllischen Gartenanlage befindet, die von den ehemaligen Stadtmauern umgeben wird. Der einzigen Straße des Viertels in Richtung Norden folgend passieren Besucher malerische Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, bevor die Straße auf dem Dreieinigkeitsplatz endet.

Rund um dem Hauptplatz des Veszprémer Burgviertels können verschiedene Elemente der ungarischen Architektur bestaunt werden. Im Norden befinden sich die Dreifaltigkeitssäule sowie die neoromanische St. Michael Kathedrale, die als älteste Kathedrale Ungarns gilt. Auf der östlichen Seite präsentiert der bischöfliche Palast den Barockstil während sich auf der gegenüberliegenden Seite das Szaléziánium erhebt, welches verschiedene Ausstellungen beherbergt. Etwas versteckt liegt die frühgotische Gizellakapelle, die der ersten Königin Ungarns gewidmet ist. Sobald der Hauptplatz in Richtung Norden verlassen wird, stehen insgesamt zwei weitere Wege zur Verfügung. In Nordwestlicher Richtung führt eine Gasse zum Nordende des Viertels, wo eine Statue von König Stephan I. und Königin Gizella steht. Der nordöstliche Weg führt mittels einer Treppe zur Nordspitze des Felsens, an dem noch ein Spaziergang unternommen werden kann.

Aussichtspunkte:

Für einen unvergesslichen Ausblick auf Veszprém eignen sich insgesamt zwei Orte im Veszprémer Burgviertel. Der erste dieser Orte ist der südlich gelegene Feuerturm, der einen Blick über die Südseite der aufstrebenden Stadt ermöglicht. An der Nordspitze des Viertels können Gäste auf einem Abschnitt von ungefähr 100 Meter auf dem eng werdenden Felsen entlang spazieren und sowohl die historischen Gebäude betrachten als auch den gesamten Norden der Stadt. In westlicher Richtung kann zum Beispiel der Viadukt entdeckt werden, unter dem sich der Zoo von Veszprém befindet. An schönen Tagen sind sogar die nördlichen Berge zu sehen, die Teil des hiesigen Bakony Gebirges sind.

Freizeitaktivitäten:

Die lange kulturelle Tradition hat dafür gesorgt, dass das Burgviertel von Veszprém mehrere Veranstaltungen im Jahr anbietet. Während den Gizella Tagen im Sommer verwandelt sich das Viertel wieder in eine mittelalterliche Stadt und es werden mehrere Programme zu Ehren der ersten ungarischen Königin abgehalten. Die St. Michael Kathedrale ist für ihre einzigartigen Orgelkonzerte bekannt und das Szaléziánum lädt Kinder und Familien zu einem erlebnisreichen Tag ein. Des Weiteren veranstalten auch die hiesigen Museen und Ausstellungen gemeinsame künstlerische Aktivitäten, bei denen Künstler, Historiker und Schauspieler gern gesehene Gäste sind.

Zusammenfassung:

Bei einer Stadtgeschichte von über 1000 Jahren ist es keine große Überraschung, dass das Veszprémer Burgviertel eine Schatztruhe voller Sehenswürdigkeiten ist. Nach den aufwendigen Restaurationsarbeiten erstrahlt jeder Winkel der ehemaligen Festung in vollem Glanz, sei es die spätmittelalterliche Mauer oder die St. Michael Kathedrale. Sowohl für Freunde der Architektur als auch für Freunde der Kultur bietet dieser Ort gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Doch auch für Familien mit Kindern stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, unter anderem die herrliche Aussicht von der Nordspitze des Felsens aus und die Kinderprogramme des Szaléziánum. Es gibt in Veszprém natürlich noch weitere interessante Orte, doch das Burgviertel von Veszprém besitzt zweifelsohne die größte Dichte an sehenswerten Orten. Ob in den romantischen Seitengassen der ehemaligen Wehranlage, in der Unterkirche der Kathedrale oder im Garten hinter der László Vass Ausstellung, das Burgviertel in Veszprém ist ein besonderer Ort, der bei einem städtischen Besuch auf keinen Fall fehlen darf.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Veszprémi Várnegyed

Adresse: Vár Utca / 8200 Veszprém

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.096893 / Längengrad 17.903118 oder 47°05'48.8"N / 17°54'11.2"E

Meereshöhe: 251 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine verfügbar

E-Mail: Derzeit keine verfügbar

Webseite: http://veszpreminfo.hu/records/orte?isArchived=true&categoryfilter=352

Öffnungszeiten: Das Burgviertel kann zu jeder Jahreszeit und zu jeder Uhrzeit betreten werden

Eintritt: Kein Eintrittspreis

Zugang: Von der Südseite aus kann das Burgviertel sehr einfach erreicht werden, öffentliche Verkehrsmittel befahren den Eingang ebenfalls. Innerhalb des Viertels dürfen keine Privatfahrzeuge fahren oder parken

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch und Englisch vorhanden, Führungen können in mehreren Sprachen organisiert werden

Karte des Burgviertels von Veszprém


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