Die einzigartige Erzabtei von Pannonhalma in Ungarn

Die großartige Benediktinerabtei von Pannonhalma

Inmitten der historischen Stadt Pannonhalma befindet sich ein Bauwerk, welches unbedingt von jedem Besucher der Stadt bestaunt werden sollte. Imposant erhebt sich auf dem St.-Martins-Berg die Benediktinerabtei von Pannonhalma. Dieses Zentrum des katholischen Glaubens ist nicht nur für ungarische Katholiken ein besonderer Ort, sondern auch für katholische Menschen weltweit. Diese Abtei war nämlich die Quelle des ungarischen Christentums. Von hier aus wurde Ungarn nach und nach bekehrt, die erste Schule entstand hier und auch die ungarische Sprache wurde in diesen Räumlichkeiten das erste Mal auf ein Dokument festgehalten. Diese und weitere Gründe haben dafür gesorgt, dass die Benediktinerabtei von Pannonhalma zum ungarischen Weltkulturerbe ernannt wurde.

Schon während den Anfängen der Benediktinerabtei von Pannonhalma wurden die geistlichen mit einer großen Aufgabe beauftragt. Prinz Géza und sein Sohn König Stephan I. baten Benediktinermönche aus ganz Europa um Hilfe bei der Christianisierung der ungarischen Stämme. Als Zentrum dieser neuen Bewegung sollte ein Kloster dienen, welches 1001 erbaut wurde und die Basis der heutigen Abtei bildete. Zu diesem Zeitpunkt ahnte die katholische Kirche nicht, dass von hier aus nicht nur die Christianisierung Ungarns bewerkstelligt werden konnte, sondern auch die Christianisierung ganz Zentraleuropas. Jenseits der ungarischen Grenze gelang es den Geistlichen  auch slawische Bevölkerungen zum Christentum zu bekehren.

Aufgrund dieses Erfolges wurde die Benediktinerabtei von Pannonhalma über die Jahrhunderte ständig erweitert. Schon zu Beginn wurde hier die erste Schule Ungarns errichtet und 1055 wurde auch das erste Dokument im Ungarischen verfasst. Zur Zeit der Türkenkriege musste die Abtei in eine Festung umfunktioniert werden, um etwaige Angriffe abwehren zu können. Mit den Epochen änderten sich die architektonischen Stile der Abtei, so sind die barocken Elemente aus dem mittleren 18. Jahrhundert noch heute zu sehen. In der Geschichte des Gebäudes wurden die Mönche nur einmal an ihrer Arbeit gehindert, nämlich als Joseph II. den Orden auflösen ließ. Diese Entscheidung währte aber nur bis 1802 und die Abtei wurde mit einer neuen Bibliothek und weiteren architektonischen Elementen erweitert.

Die Begründung der UNESCO, die Benediktinerabtei von Pannonhalma zum Weltkulturerbe zu ernennen, ist schnell erklärt. Von hier aus wurde nicht nur Ungarn christianisiert, sondern auch große Teile vom restlichen Zentraleuropa. Das Gebäude wurde niemals zerstört und bis auf das Verbot Josephs II. haben die Mönche nie aufgehört im Dienste des Christentums zu arbeiten. Das bedeutet, dass von diesem Ort aus etliche ethnische Gruppen zum Christentum bekehrt wurden und zwar in einer Folge von über 1000 Jahren. Aus diesen Gründen wurden der Gebäudekomplex und die umliegenden Grünanlagen zu einem Objekt dieser Welt ernannt, welches einen Meilenstein in der Kultur der zentraleuropäischen, aber auch der europäischen Geschichte darstellt.

Heute stellt die Benediktinerabtei von Pannonhalma eine Kombination aus Museum und intakter Abtei dar. Die Territorialabtei besitzt wie üblich einen Abt und einen Generalvikar und Angelegenheiten der katholischen Kirche werden hier regional verwaltet. Zusätzlich stehen viele der Räumlichkeiten natürlich auch der Öffentlichkeit zur Verfügung und Besucher sind zum Gottesdienst oder zu einem allgemeinem Besuch herzlich eingeladen. Einen Rundgang sollte man unbedingt im Garten der Abtei beginnen. Hier entdeckt man neben einer schönen Grünanlage auch Statuen und Reste der Wälle, die zur Verteidigung gegen die Osmanen errichtet wurden.

Das nächste herausragende Element der Benediktinerabtei von Pannonhalma ist die dreischiffige Basilika aus dem 13. Jahrhundert, welche mit dem gotischen Gewölbe ein Meisterwerk der ungarischen Architektur darstellt. Danach lädt die Archiv-Bibliothek-Gemäldegalerie zu einem Besuch ein, wo Gemälde und Literatur der vergangenen Jahrhunderte betrachtet werden können. Sehr sehenswert ist auch die Ausstellung der Abtei, in welcher auch der Stiftungsbrief der Abtei von Tihany zu finden ist, auf dem der erste dokumentierte vollständige ungarische Satz zu sehen ist. Weitere Elemente der Abtei von Pannonhalma sind das Prunkportal, das Refektorium und die neuen Klostergebäude. Von außen wird auch schnell der Turm der Abtei entdeckt, welcher als einer der Repräsentanten des ungarischen Klassizismus betrachtet wird.

Somit spielt die Benediktinerabtei von Pannonhalma bezüglich vieler Aspekte eine wichtige Rolle. Für Katholiken ist sie einer der Wiegen des katholischen Glaubens in Europa, für die katholische Kirche selbst ist sie ein wichtiges Verwaltungszentrum. Für Touristen bietet sich ein interessanter und einmaliger Tagesausflug an, bei dem sehr viel über Ungarn und die ungarische Religion erfahren werden kann. Wäre das kleine Kloster im Jahr 1001 nicht im Auftrag Stephans I. erbaut worden, hätten sich Ungarn und andere Nationen vielleicht nie dem Christentum angeschlossen und der Lauf der europäischen Geschichte wäre vielleicht ein ganz anderer gewesen. Deshalb gehört dieser Ort zum kulturellen Erbe der Menschheit.

Karte der Benediktinerabtei von Pannonhalma