Der Statuenpark
Im XXII Bezirk Budapests, im Südwesten der Stadt, ist der berühmte Statuenpark zu finden. Die Sammlung zeigt 42 sowjetische Monumente und Statuen. Zu den Personen gehören Lenin, Karl Marx und Friedrich Engels, aber auch ungarische Kommunisten wie der Anführer der Räterepublik Béla Kun. Ákos Eleöd gewann den Wettbewerb, den der Stadtrat veranstaltete, um das beste Design für den Statuenpark zu erhalten. Der Bau begann sodann 1991.
Nachdem die letzten sowjetischen Soldaten aus Ungarn marschierten und das Land wieder befreit war, überlegte man sich, was man mit den kommunistischen Statuen machen sollte. Eine Option wäre die Vernichtung der Denkmäler gewesen. Schon bei der Freiheitsstatue auf dem Gellértberg entstanden deshalb aber Diskussionen. Man beschloss also die Statuen zu sammeln und sie zwischenzeitlich an der Stelle, wo heute der Statuenpark ist, zu deponieren. 1993 eröffnete man feierlich den Budapester Statuenpark.
Schon beim Eingang des Statuenparkes erlebt man ein morbides Ambiente. Die einzelnen Statuen scheinen bedrohlich auf einen zu blicken und erheben sich aus dem Boden. Die Anordnung der Statuen ist speziell gewählt, damit man während einem Rundgang viele verschiedene Perspektiven erleben kann. Zur zusätzlichen Information findet man einerseits beim Eingang Informationsmaterial, zum anderen auch direkt bei den Ausstellungsobjekten Informationsschilder.
Zusätzlich zum Statuenpark selbst gibt es noch ein paar weitere kleine Ausstellungen, die sich mit der sowjetischen Ära beschäftigen. In der alten Barracke zum Beispiel sind Bilder über die heldenhafte Revolution der Ungarn gegen die Sowjetunion ausgestellt. Weiters findet man Informationsmaterial über die Wende 1989 und wie sich die Lage damals geändert hat. Ein Kurzfilm namens “Das Leben eines Agenten” dokumentiert die Umstände unter welchen Agenten während des Kalten Krieges agierten. Somit erhält man einen umfangreichen Überblick über die sowjetische Ära in Ungarn.
Der Park soll nicht nur ein Mahnmal für die Welt sein, sondern auch ein Einblick in die damaligen Künste. Seit 2006 steht auch eine Bronzestatue Stalins im Statuenpark. Es ist zwar nicht das Budapester Original, aber Ákos Eleöd erstellte eine Kopie. Der Park besteht nicht nur aus den Statuen selbst, sondern auch aus einer Ausstellung und einer Filmvorführung. Die Photoausstellung “Stalins Stiefel” zeigt Bilder der Revolution 1956 und der Wende im Zeitraum 1989-1990. Die Filmvorführung zeigt die grausamen Verhörmethoden der Staatspolizei. Der Statuenpark wird auch oft für öffentliche Veranstaltungen verwendet. Dazu gehören Festivals und Filmvorstellungen.
Eine inhaltlich sehr gute Ergänzung zum Statuenpark ist das Haus des Terrors in der Nähe des Heldenplatzes.
Der Statuenpark ist jeden Tag von 10 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Weitere Statuen im Park sind:
- Dimitrov
- Jenö Landler
- Jozsef Kalamár
- Ede Chlepkó
- Ferenc Münnich
- János Asztalos
- Endre Ságvári
- Kálmán Turner
[googleMap name="Der Statuenpark" description="Adresse: Balatoni út-Szabadkai u. sarok" width="600" height="500" directions_to="false"]1223 Szabadkai utca 24[/googleMap]

Comments
Noch keine Kommentare
Danke das Sie diesen Artikel gelesen haben - hinterlassen Sie ein Kommentar.