Die abenteuerliche Csodabogyós Höhle im Nationalpark Balaton

Die wunderschöne Csodabogyós Höhle in Balatonederics

Mit ihrer Erforschung ab den 1970er Jahren verwandelte sich die Csodabogyós Höhle mehr und mehr zu einer landesweiten Attraktion
Die Csodabogyós Höhle beherbergt geologische Schätze, die sich im Lauf der Jahrtausende immer weiter entwickelt haben (1)
Während den Touren gelangen Gäste sicher durch die einzelnen Bereiche der Höhle
Während enger Passagen und weiten Räumen wird vielen Gäste bewusst, wie komplex und vielfältig ein Höhlensystem sein kann (2)
Die wahre Schönheit kann natürlich nur dann erlebt werden, wenn man die Formationen im echten Leben vor sich sieht
Die wunderschönen Formationen werden von den Tourleitern professionell erläutert und oftmals wird auch eine Geschichte zu einzelnen Strukturen erzählt (3)
Sowohl die Basistour als auch die Extremtour bieten Gästen einen spannenden Halbtag unter der Erde
Trotz des strengen Naturschutzes können Gäste so nah an die Wunder der Höhlen kommen, wie es sonst nur bei Dokumentarfilmen möglich wäre (4)

Einleitung:

Die atemberaubende Schönheit des Nationalpark Balaton-Oberland kann entlang der gesamten Nordseite des Balaton entdeckt werden, unter anderem auch bei dem sogenannten Keszthely Gebirge, das gleich an die historische Stadt Keszthely benachbart ist. Während die Wälder und geologischen Strukturen einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen ermöglichen, verbirgt sich im Inneren dieses Gebirges eine ganz andere Art von Naturschatz. In der östlichen Bergregion erstreckt sich nämlich die Csodabogyós Höhle, welche erst im 20. Jahrhundert vom Menschen entdeckt wurde und heute für Besucher geöffnet ist, um Abenteuerausflüge in das riesige und praktisch unberührte Höhlensystem zu machen.

Geschichte:

Die Entdeckung der Csodabogyós Höhle geht auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück als wandernde Studenten durch Zufall einen Höhleneingang fanden und begannen einen ersten Abschnitt begehbar zu machen. Dieser Fund wurde von Experten zunächst als Unsinn abgestempelt, da sich Geologen einig waren, dass in der hiesigen Region nur Dolomitgestein zu finden war, in welchem sich keine Höhlen bilden können. In den 1970er Jahren wurde diese These widerlegt, da neue Erkenntnisse zeigten, dass hier neben dem Dolomit auch Kalkgestein vorhanden war. Ab 1990 suchten Höhlenforscherteams die Höhle auf und begannen über die nächsten Jahre Wege frei zu machen und das System zu erkunden.

In den folgenden Jahren gelang es den Forschern einen Höhlenkomplex mit einer Länge von über 6000 Metern und einer Tiefe von bis zu 137 Metern freizulegen, wodurch die Csodabogyós Höhle derzeit die neuntgrößte Höhle des Landes ist. Während den Arbeiten entstand die Idee Teile der unterirdischen Welt für Besucher zugänglich zu machen und es begannen Verhandlungen mit der Direktion des Nationalparks. Im frühen 21. Jahrhundert eröffnete die Höhle schließlich als touristische Attraktion, die nicht als einfache Spazierhöhle gedacht war, sondern ein abenteuerlicher Abstieg in die einzigartigen Bereiche des Systems werden sollte ohne allzu viel der natürlichen Formationen zu zerstören.

Namensgebung:

Der Ungarische Name Csodabogyós-Barlang ist nicht zufällig gewählt, sondern er besitzt eine kleine Anekdote aus der Zeit der Höhlenentdeckung. Frei übersetzt bedeutet Csodabogyó soviel wie Wunderbeere, in der Botanik ist dies wiederum die ungarische Bezeichnung des stechenden Mäusedorns. Diese Pflanze weist eine Größe von einigen 10 Zentimetern auf und trägt zu bestimmten Jahreszeiten strahlend rote Beeren. Als der Höhleneingang das erste Mal entdeckt wurde, war er von mehreren Sträuchern dieser Art Umgeben. Da die Höhle noch keinen offiziellen Namen hatte entschieden sich die Entdecker sie nach der Pflanze zu benennen und dieser Name ist bis heute beibehalten worden.

Ausmaße und Struktur der Höhle:

Nach aktuellem Stand besitzt die Csodabogyós Höhle eine Gesamtlänge von rund 6000 Metern und eine Maximaltiefe von 137 Metern. Wissenschaftler sind sich heute einig, dass die unterirdische Welt durch tektonische Plattenverschiebungen stattgefunden hat und es dem Kalkstein zu verdanken ist, dass sich die einzelnen Räumlichkeiten bilden konnten. Seit 2014 werden weitere Erkundungstouren gestartet, um neue Bereiche zu entdecken da die Höhle trotz der beachtlichen Ausmaße noch längst nicht vollständig kartographiert wurde. Einerseits besteht die Vermutung, dass einer der Gänge eine Verbindung zu einer benachbarten Höhle darstellen könnte, andererseits ist es ebenfalls ein Ziel ein zusammenhängendes Wasserreservoir zu finden, um den Beweis zu erbringen, dass es hier auch einen Höhlensee gibt.

Die Struktur der Csodabogyós Höhle ist für Kalksteinhöhlen typisch. Wie bei den Wurzeln eines Baumes bahnen sich schmale Gänge und Passagen ihren Weg in das Innere des Berges. Ab und zu werden diese Kanäle von Räumen unterbrochen die 2 Meter hoch aber auch 20 Meter hoch sein können. An diesen Orten haben sich unterschiedlichste Tropfsteine gebildet, die sowohl als Stalagmiten aus dem Boden ragen als auch als Stalagtiten von der Decke hängen. Viele der Räume besitzen eigene Namen so wie zum Beispiel die Hängenden Gärten oder das Märchenland. Durch den strengen Naturschutz und die geführten Höhlentouren sind über 99% der Höhle naturbelassen.

Touren in der Csodabogyós Höhle:

Die erfahrenen und professionellen Tourleiter bieten Gästen insgesamt 2 verschiedene Abenteuerausflüge für die Csodabogyós Höhle an. Bei der Basistour können sowohl Erwachsene als auch Kinder mitmachen, die eine gute Vitalität aufweisen und keine Angst vor engen Räumen haben. Bei dieser Tour besucht die Gruppe die Höhle für ungefähr 1,5 bis 2 Stunden und lernt die bekanntesten Wege und Räume kennen. Vorher wird eine rund 40-minütige Wanderung vom Parkplatz aus zum Höhleneingang auf der Bergspitze gemacht, bei welcher die Höhlenforscher Informationen über die Natur geben und auch zeigen, an welchen Stellen die Wunderbeere wächst. Bei der Höhlentour selbst müssen Besucher Höhendifferenzen von insgesamt über 100 Meter bewältigen und an einigen Stellen ist das Voranschreiten nur durch kriechen möglich.

Die Extremtour ist nur für jene Besucher der Csodabogyós Höhle geeignet, die entweder an anderen Orten bereits Höhlen erforscht haben oder die Basistour in der hiesigen Höhle ohne Probleme absolviert haben. Während einer 4-stündigen Reise durch das Innere des Berges müssen die Besucher klettern, durch Enge Öffnungen schlüpfen und viel Ausdauer und Kraft einsetzen, um eine Höhendifferenz von insgesamt rund 200 Metern zu bewältigen. Auch bei dieser Tour werden etliche Räumlichkeiten besucht, in denen sich Tropfsteinformationen und andere geologische Besonderheiten befinden, jedoch soll sie auch als Kraftprobe für jede einzelne Person dienen, um die eigenen Grenzen kennen zu lernen.

Preise:

Für das Ausmaß an Abenteuer und die Möglichkeit Tropfsteine aus nächster Nähe zu sehen sind die Preise für Touren in die Csodabogyós Höhle äußerst günstig. Die Basistour kostet pro Person 6000 Forint (rund 20 Euro) und beinhaltet eine geführte Tour durch die Höhle, einen Overall für den Aufenthalt im Höhlenkomplex, einen Sicherheitshelm mit Beleuchtungssystemen, eine Unfallversicherung und die Möglichkeit die Informationen auf Englisch zu erhalten. Die Extremtour kostet 10.000 Forint (rund 33 Euro) und beinhaltet dieselben Elemente, jedoch dauert die Höhlentour doppelt solange. Vergleichbare Touren in Nachbarländern sind unter 100 Euro normalerweise nicht erhältlich, was ein weiterer Grund für die Popularität der unterirdischen Welt ist.

Zusammenfassung:

Selbst bei den vielen genannten Informationen über die Csodabogyós Höhle ist es nicht möglich das Erlebnis eines Höhlenabstieges in Worte zu fassen. Während man in einem Abschnitt auf engstem Raum den Körper drehen muss, um durch einen Gang kriechen zu können, erreicht man im nächsten Moment einen riesigen Raum, der mit den wunderschönsten Tropfsteinen gefüllt ist. Diese Kombination aus Naturausflug und Abenteuerprogramm lässt nicht nur den Adrenalinspiegel steigen, sondern es können auch Felsformationen gesehen werden, die weit älter sind als die Menschheit selbst. Mit den erfahrenen Höhlenforschern befinden sich Gäste nie in Gefahr und eine Unfallstatistik von 0% seit etlichen Jahren zeigt, dass die Betreiber der Höhlentouren ihre Aufgabe jeden Tag ernst nehmen. Für Besucher des Nationalpark Balaton ist die Csodabogyós Höhle ein einzigartiges Ausflugsziel, welches ein Erlebnis bietet, von dem viele Menschen bereits gesagt haben, dass man es zumindest einmal im Leben probiert haben sollte.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Csodabogyós-barlang

Adresse: Westgrenze der Ortschaft (Siehe Karte) / Balatonederics

Geographische Koordinaten: Breitengrad 46.792257 / Längengrad 17.370179 oder 46°47'32.1"N / 17°22'12.6"E

Meereshöhe: 189 Meter

Telefonnummer: +36 30 306 6050 / +36 30 237 3759

E-Mail: tura@csodabogyos.hu

Webseite: http://www.csodabogyos.hu/index.php

Öffnungszeiten: Die Öffnungszeiten des Informationsschalters hängen von den täglich geplanten Touren ab. Die frühesten Touren beginnen um 08:00 während die letzte Tour bis 18:00 dauern kann. Es wird empfohlen telefonisch oder per e-mail Kontakt aufzunehmen um einen Tourplatz zu reservieren

Kosten: Erwachsene 6000Ft / 10000Ft / Kinder (10-18 Jahre) 4000Ft

Zugang: Der Parkplatz der Csodabogyós Höhle ist mit dem eigenen Auto am besten erreichbar, von der Hauptstraße dauert ein Spaziergang alternativ an die 30 Minuten

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch und Englisch vorhanden, die Touren können auf Ungarisch, Deutsch und Englisch abgehalten werden

Karte der Csodabogyós Höhle


Bildquellen und Bildrechte:

(1) © Csodabogyós Barlangtúrák / Balaton-felvidéki Nemzeti Park

(2) © Csodabogyós Barlangtúrák / Balaton-felvidéki Nemzeti Park

(3) © Csodabogyós Barlangtúrák / Balaton-felvidéki Nemzeti Park

(4) © Csodabogyós Barlangtúrák / Balaton-felvidéki Nemzeti Park

Alle Bilder dieses Artikels gehören rechtlich den Organisatoren der Csodabogyós Höhlentouren und den dazugehörigen Unternehmen. Die Weiterverwendung dieser Bilder ist ohne die Zustimmung der Rechteinhaber nicht gestattet.

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