Die Mátra Schmalspurbahn in Ungarn

Die berühmte Mátraeisenbahn

Das Mátra Gebirge ist einer der schönsten natürlichen Regionen Ungarns. Diese Gebirgskette befindet sich im Norden des Landes und besitzt nicht nur wunderschöne Naturschutzgebiete und Sehenswürdigkeiten, sondern auch den höchsten Berg des Landes, nämlich den Kékes Berg. Es gibt viele Möglichkeiten diese Gegend zu erkunden. Manche nutzen die Bergstraße mit dem eigenen Fahrzeug, andere wiederum nutzen die Gelegenheit um in Ungarn zu wandern. Eine historische und gleichzeitig atemberaubende Möglichkeit ist es aber die Mátra Eisenbahn zu verwenden. Diese Schmalspurbahn befördert Passagiere mit nostalgischen Lokomotiven und Waggons durch das Gebirge und ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die ungarische Fauna und Flora.

Die heutige Mátraeisenbahn, welche hauptsächlich eine Touristenattraktion ist, wurde im Jahr 1906 aus ganz anderen Intentionen errichtet. Damals galt es Holz und andere Materialien aus dem Gebirge in die umliegenden Städte zu bringen. Im frühen 20. Jahrhundert zogen noch Pferde die Bahn, schon bald wurden sie aber durch eine Dampflokomotive ersetzt. In den Zwischenkriegsjahren wurde die Schmalspurbahn erweitert, da der erleichterte Transport mit der Bahn sehr viel Arbeit ersparte und auch die Effizienz steigerte. Während dem 2. Weltkrieg erlitt die Mátraeisenbahn schwere Schäden und der Betrieb wurde auf unbestimmte Zeit eingestellt. Somit schien das Ende der Schmalspurbahn gekommen zu sein, die inzwischen eine Strecke von mehreren Kilometern besaß.

Während der sowjetischen Besatzung wurde die Mátraeisenbahn schrittweise in ein Rohstofftransportsystem umgewandelt. Das Schienennetz wurde drastisch erweitert und erreichte bald fast 50 Kilometer. In den 70er und 80er-Jahren begann die Bahn einen touristischen Wert zu besitzen. Menschen wollten während den Fahrten mitfahren, da die schienen durch wunderschöne unberührte Bereiche des Gebirges führten. Gleichzeitig mussten immer weniger Rohstoffe transportiert werden, da Holz zum Beispiel mit der Zeit gar nicht mehr per Bahn transportiert wurde. Nach der Wende wurde die Mátraeisenbahn touristisch wiederbelebt und befördert heute nur noch Passagiere zu den einzelnen Haltestellen.

Heute befördert die Mátraeisenbahn Gäste auf einer Strecke von etwas über 20 Kilometern. Der Startbahnhof befindet sich in der Stadt Gyöngyös. Von hier aus gibt es insgesamt zwei Strecken, die ausgewählt werden können. Die längere Strecke mit rund 13 Kilometern führt nach Szalajkaház, die Kürzere mit rund 6,5 Kilometern führt nach Mátrafüred. Beide Strecken besitzen in regelmäßigen Abständen Stationen, bei denen man ohne Probleme Zu- oder Absteigen kann. Die Züge fahren im Stundentakt, wodurch man zum Beispiel an einer Station eine kleine Wanderung unternehmen kann und dann wieder auf den Zug aufsteigen kann. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 20 km/h können Besucher die Umgebung in Ruhe genießen und die Tier- und Pflanzenwelt erleben.

Den Charme der Mátraeisenbahn machen neben der Landschaft auch die Züge aus. Nicht nur Freunde der Eisenbahn werden von den nostalgischen Gefährten begeistert sein. Die Bahn verwendet insgesamt 2 Klassen von Zügen. Die neueren Züge sind dieselbetrieben und bringen die Passagieren gemütlich durch die Berglandschaft. Ein besonderer Höhepunkt ist es aber mit den dampfbetriebenen Zügen mitzufahren, die an Nostalgie nicht mehr überboten werden können. Die Waggons sind teilweise verdeckt, teilweise offen und werden je nach Wetter und Temperatur zusammengestellt. Klimaanlagen gibt es in den klassischen Waggons natürlich keine, diese sind aber bei den schattigen Tal- und Bergfahrten und den vielen schattenspendenden Wäldern aber auch überflüssig.

Somit ist die Mátraeisenbahn in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Transportmittel. Sie dient nicht nur als Verkehrsmittel, um Passagiere entweder zu den einzelnen Ortschaften zu bringen oder Wanderer etwas näher zu ihren Wanderzielen zu bringen. Sie ist auch eine Möglichkeit die Wunder Natur innerhalb des Mátra Gebirges kennen zu lernen. Seien es Täler, Seen oder Berggebiete, hier kommen alle schönen Elemente Nordungarns zusammen und sie können durch die Waggonfenster gemütlich betrachtet werden. Daher ist die Mátraeisenbahn nicht nur ein beliebtes Ziel während einem Familienurlaub in Ungarn, sondern auch ein toller Freizeitort für Bahnfreunde und Naturfreunde. Somit muss man nur noch den nächsten Zug erwischen und schon kann eine Reise in das Mátragebirge beginnen.

Karte der Mátraeisenbahn