Die markantesten Symbole und Elemente Ungarns

Berühmte ungarische Merkmale und Symbole

Bauwerke wie die Kettenbrücke waren im 19. Jahrhundert innovative und neue Stilelemente
Die imposante Kettenbrücke ist einer der berühmtesten Bauwerke des Landes, daher ist sie zum Beispiel auf diversen ungarischen Ansichtskarten zu sehen (1)
Die Künste spielen in Ungarn bis heute eine bedeutende Rolle
Künstler wie Sándor Petöfi haben die zeitgenössische Literatur nachhaltig geprägt und diese Einflüsse sind bis heute erhalten geblieben (2)
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unbedingt einen traditionellen Volkstanz ansehen
Einer der ältesten kulturellen Symbole ist der ungarische Volkstanz der je nach geographischer Lage eigene Merkmale aufweist (3)
Wer bereits in der Puszta war, kennt wahrscheinlich die meisten ungarischen Hunde
Ein Vertreter der lebenden ungarischen Symbole ist der kleine Pumi, der unter anderem auf dem Bauernhof und auf der Weide aushilft (4)

Einleitung:

Symbole und Merkmale sind zwei Aspekte, die ein Land ausmachen und es auch international bekannt machen. Auf der ganzen Welt gibt es kein einziges Land, das nicht nationale Schätze in Museen präsentiert oder die eigene kulturelle Identität aufrechterhält. In Ungarn gibt es aufgrund der über 1000-jährigen nationalen Geschichte ein enormes Repertoire an geschichtlichen, kulturellen und anderen Elementen, die das Land charakterisieren. So alt die Geschichte des Landes ist, so viele ungarische Symbole wurden zusammengetragen und erhalten. Typischerweise spricht man von einem Hungaricum, wenn ein Produkt oder ein kulturelles Element das Land repräsentiert.

Geschichte:

Der Ursprung der ungarischen Symbole geht auf die Zeit vor der ungarischen Landnahme zurück. Schon damals wurden wichtige Waffen und Skulpturen gesammelt und als Schätze behandelt. Als die Ungarn nach Europa kamen, entstanden im Lauf des Mittelalters zahlreiche neue Symbole. Ein Beispiel wäre das ungarische Wappen, welches im heutigen Staatswappen wiedergefunden werden kann. Zu dieser Zeit entstanden auch einige Mythen und Legenden, die vielen Ungarn heute noch bekannt sind. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelten sich besondere Zeichen nur mäßig, bis im 19. Jahrhundert das Land ein nationales Erwachen erlebte. In diesem Zeitalter war es in ganz Europa üblich, Zeichen zu finden, die ein Land darstellen.

Dieser Trend wurde dazu genutzt, die ungarischen Symbole stark zu erweitern. Es wurden beeindruckende Bauwerke wie die Kettenbrücke errichtet, die bis heute ein Zeichen des Landes sind. Es wurden auch kulturelle Elemente wie Kunstwerke und Traditionen in die Liste wertvoller Elemente aufgenommen und bei der vielfältigen Vergangenheit war es nicht schwer viele Symbole zu finden. Einen großen Rückschlag erhielt die nationale Identität, als die sowjetischen Besatzer jeden Gedanken des Individualismus gewaltsam im Keim erstickten. Nach der Wende blieben aber einige Symbole erhalten und einige neue sind hinzugekommen, die auch teilweise außerhalb Ungarns bekannt sind.

Heutige Interpretation:

Im heutigen modernen Ungarn haben die ungarischen Symbole mehrere Bedeutungen und jeder Mensch hat eine ganz eigene Ansicht über die einzelnen Symbole. Die geschichtlichen Gegenstände erinnern die Menschen zum Beispiel daran, was in Ungarn über die Jahrhunderte alles geschehen ist. Sie erinnern an Zeiten einer regionalen Großmacht und an Zeiten der Unterdrückung. Für die Menschen ist dies oftmals eine Inspiration, dass die Menschen in der Vergangenheit großes geleistet haben und man deshalb auch heute gerne einen Beitrag leistet. Natürlich sind viele Symbole dieser Art mit Emotionen verbunden, und diese sind im gesamten Spektrum der Gefühle verteilt.

Sehr stolz sind die Ungarn auf ihre kulturellen ungarischen Symbole. Neben Kunstwerken, architektonischen Meisterleistungen und der langen Tradition des Theaters spielen einige Symbole sogar auf höchster Ebene eine wichtige Rolle, so zum Beispiel die ungarische Nationalhymne. Besonders im 19. Jahrhundert gab es etliche kulturelle Bereiche, in denen ungarische Künstler europaweit bekannt waren, so wie zum Beispiel Franz Liszt, um nur einen zu nennen. Heute spielen auch die kulinarischen Elemente eine wichtige Rolle. Die Paprika oder die Gulaschsuppe sind Merkmale, die man eigentlich schon weltweit kennt. Aber auch volkstümliche Traditionen werden noch an manchen Orten des Landes bewahrt und auch weitergegeben, wobei manche von Ihnen schon fast 1000 Jahre alt sind.

Geschichtliche Symbole:

Einer der wahrscheinlich ältesten ungarischen Symbole ist der legendäre Turul Vogel. Das mythologische Wesen hat den Ungarn den Weg gewiesen, an welcher Stelle sie ihr neues Land gründen sollten. Bis heute sieht man an verschiedenen Orten eine Statue des Wesens. Etwas später entstand die Legende rund um das Horn von Lehel, einem mittelalterlichen Heerführer, der die ungarischen Truppen anführte. Aus dem 13. Jahrhundert stammt die berühmte Stephanskrone, die heute im Parlament ausgestellt wird und Teil der königlichen Insignien ist. Ein neueres Zeichen ist die ungarische Trikolore, die heute die Farben der ungarischen Fahne ausmacht. Natürlich ist dies nur ein kleiner Auszug aus den berühmten Nationalsymbolen.

Kulturelle Symbole:

Genauso reich ist das Land an ungarischen Symbolen aus dem Kulturbereich. Die bereits erwähnte ungarische Hymne repräsentiert das Land bei internationalen Veranstaltungen wie den Olympischen spielen. Die Werke von Franz Liszt und Béla Bartok werden bis heute von weltbekannten Orchestern gespielt und ganze Musikinstitute sind nach diesen Persönlichkeiten bekannt. Auch manche Bauwerke sind bereits international bekannt so wie das Budapester Parlament oder die Benediktinerabtei von Pannonhalma. Für Kenner der Literatur sind Personen wie Sándor Petöfi oder Margit Kaffka wichtige Vertreter der jeweiligen zeitgenössischen Literatur. Es ist übrigens ebenfalls ein nationales Symbol geworden, dass die Anzahl an ungarischen Nobelpreisträgern beachtlich ist und auch immer wieder steigt.

Neben ungarischen Symbolen aus den heutigen Kulturaspekten ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass Ungarn auch eine große Volkskultur besitzt, die in den verschiedensten Traditionen am Leben erhalten werden. Viele Menschen kennen zum Beispiel den Csikós, der als Pferdehirte in der Puszta tätig ist. Sehr bekannt ist aber auch der ungarische Volkstanz, der in jeder Region des Landes unterschiedliche Merkmale aufweist. An manchen Orten können diese Traditionen noch heute erlebt werden, so ist zum Beispiel das Dorf Hollókö Teil des Weltkulturerbes und einer der letzten Orte, an denen die ungarischen Traditionen das ganze Jahr über gepflegt werden.

Lebewesen als Symbole:

Es gibt zwar viele ungarische Symbole in Form von Kunstwerken und historischen Objekten, aber es gibt auch lebendige Elemente, die sofort mit Ungarn assoziiert werden. Ein Beispiel sind die ungarischen Hunde, welche weltweit gekauft werden und seit der Landnahme der Ungarn Teil des bäuerlichen Lebens waren. Sei es ein liebenswerter Pumi oder ein zotteliger Komondor, für viele Ungarn sind Hunde der beste Freund des Menschen und diese Liebe wird auch von den Tieren durch Freundlichkeit und Treue erwidert. Neben den Hunden gibt es aber auch weitere nationale Tiere so wie das Zackelschaf oder das berühmte Graurind.

Zusammenfassung:

Die Liste der ungarischen Symbole oder Hungarica ist seit der dokumentierten Geschichte des Landes stetig gewachsen und hat heute ein beachtliches Ausmaß angenommen. Aus den verschiedensten Bereichen, sei es Kultur oder Kulinarik, werden Dinge mit Ungarn verbunden und während einem Urlaub wird man viele dieser Merkmale auch im alltäglichen Leben entdecken können. Die Symbole sind ein Zeichen der Erinnerung, des Stolzes und der Vielfalt und es ist jedem selbst überlassen gewisse ungarische Symbole zu interpretieren. Vielleicht wird in der Zukunft ein neues Bauwerk oder eine besondere Erfindung das aktuelle Markenzeichen des Landes sein, das weltweit bekannt sein wird. Sicher ist aber, dass die Ungarn gleichermaßen in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken und daher die ungarischen Symbole immer eine besondere Rolle spielen werden. Für Gäste aus dem Ausland ist es daher immer interessant zu erfahren, welche Bedeutung Merkmale haben, und was die Geschichte hinter diesen Symbolen ist.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Magyar Jelképek / Magyar Szimbólumok

Klassifizierung der Symbole: Wenn ein Symbol ein offizielles Symbol Ungarns werden soll, dann wird darüber in mehreren Fachgremien beraten und entschieden, ob das betreffende Symbol ein Hungaricum wird oder nicht

Ursprünge der Symbole: Ungarische Symbole haben ihre Herkunft aus der nationalen Geschichte, der Folklore, der Kultur, der Kulinarik und der Technologie

Alltagsbedeutung der Symbole: Zahlreiche Symbole werden in einigen Aspekten des Alltages verwendet, so sind zum Beispiel die Farben der ungarischen Flagge oftmals auf Produkten zu finden

Verbotene Symbole: In Ungarn sind sowohl das Hakenkreuz als auch der Sowjetstern verboten, bei einer Zuwiederhandlung können Geldbußen und Freiheitsstrafen verhängt werden


Bildquellen und Bildrechte:

(1) © Urlaub-Ungarn.at

(2) Barabás Miklós, Public Domain

(3) Vass Zoltán, 2010, Creative Commons 3.0

(4) Nikki68, 2007, Creative Commons 3.0

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)