Beschreibung der ungarischen Fahne

Die Staatsflagge Ungarns

Die Staatsflagge eines Landes repräsentiert nicht nur die eindeutige Zuordnung des Landes, sondern oftmals auch einen Teil der Geschichte des Volkes. Bei der ungarischen Flagge ist es nicht anders. Die heutige Flagge ist eine traditionelle Trikolore mit den Farben Rot, Weiß und Grün. Diese Flaggenform existiert erst seit einigen Jahren, da sich die Flaggenform über die letzten zwei Jahrhunderte einige Male verändert hat. Die Ungarn sind generell sehr stolz auf ihre Flagge, da sie mit ihr unter anderem den Sieg über den Kommunismus assoziieren. Daher werden die Fahnen und Flaggen während einem Urlaub in Ungarn immer wieder in verschiedenen Formen angetroffen.

Viele Ungarn assoziieren ihre Staatsflagge mit Patriotismus und der Freiheit. Dies ist auch berechtigt, da die  ungarische Flagge, sowie auch das Volk vieles durchlebt haben. Die Flagge, die man heute kennt und die auch verwendet wird, besteht aus dem ungarischen Wappen mit dem Patriarchenkreuz und einer Trikolore. Die Kombination der Farben wird schon im 9. Jahrhundert überliefert, aber erst Matthias II. verwendete die Flagge das erste Mal im Jahre 1608 offiziell. Die Idee der Trikolore selbst stammt wohl aus der Zeit Napoleons, da Frankreich auch eine Trikolore besaß.

Die Farben Rot, Weiß, und Grün der ungarischen Flagge haben natürlich auch eine Bedeutung. Rot steht für das viele Blut, dass vom ungarischen Volk während Freiheitskämpfen für ihr Land vergossen wurde. Weiß symbolisiert die Reinheit des Landes. Grün erinnert die Bürger an die Revolution der Magyaren im Jahre 1848. Die Farbkombination wird auch von anderen Ländern wie Italien verwendet und Tschadikistan hat sogar die exakt selbe Flagge wie Ungarn. Jedoch sind das alles Zufälle und haben nicht mit einer gemeinsamen Geschichte oder ähnlichem zu tun.

Nach den Gebietsabtretungen nach dem Ersten Weltkrieg verlor Ungarn rund 66% des Staatsgebietes. Eine nationale Trauer wurde ausgerufen und man senkte sämtliche ungarische Flaggen auf halbe Höhe. Als man 1938 die Südslowakei an Ungarn anschloss, zelebrierte man unter anderem, indem man die Flagge wieder um ein Drittel höher hiesste. 1956 brach die ungarische Revolution gegen die UdSSR aus. In der Grenzenlosen Wut schnitt man aus den sowjet-ungarischen Flaggen das sowjetische Symbol aus der Mitte heraus. Somit verblieb nur noch die Trikolore mit einem kreisförmigen Loch in der Mitte. Nach dem Aufstand entschied man sich, die Flagge so beizubehalten, wie sie heute bekannt ist.

Aus der ungarischen Geschichte erfährt man, dass die ungarische Flagge für die Einwohner ein sehr wichtiges Symbol ist. Sie beinhaltet den Tribut an all die Helden, die ihr Leben für ein freies Ungarn ließen und selbst während des Terrorregimes der Sowjetunion wehrte man sich und veränderte die Flagge trotz dem Verbot der Staatsgewalt. Aus diesen Gründen wird in Ungarn auch im Unterricht die ungarische Flagge behandelt, wo die Schüler mehr über die historischen Ereignisse der Flagge lernen.

Die Farben der ungarischen Flagge sind nicht nur auf Fahnen zu entdecken. Besonders ungarische Produkte, aber auch Souvenirs weisen oftmals die Farben der Trikolore auf. Wenn Produkte zum Beispiel in Ungarn hergestellt wurden, und auch das Gütesiegel des Landes erhält, so wird diese Angabe mit der Farbkombination und dem entsprechend Text gemacht. Auch Verpackungen und Dekorationen besitzen meist die drei Landesfarben, um die Verbundenheit zu Ungarn zu präsentieren. Deshalb kann es durchaus sein, dass bei einem gekauften Souvenir die Farben der ungarischen Flagge zu entdecken sind.

Die ungarische Flagge ist im ganzen Land zu finden. Von Budapest, über den Balaton, bis hin zu Debrecen strahlt die Trikolore in Flaggenform von Masten, öffentlichen Gebäuden und privaten Gebäuden. Obwohl das nationale Symbol in vielen verschiedenen Formen auftaucht, erinnert es die Ungarn an all das, was sie geleistet haben und was sie noch leisten werden. Die Tradition des Hissens nach dem Ersten Weltkrieg wird teilweise noch heute beibehalten, besonders an militärischen Jahrestagen und Gedenktagen.