Die Budapester Zitadelle

Die Budapester Zitadelle

Neben der Freiheitsstatue und dem Gellértbad ist die Zitadelle ein Highlight des Gellértberges. Die Verteidgungsanlage spielte im Lauf der ungarischen Geschichte eine wichtige Rolle und wurde daher bis heute erhalten. Von dem Wall aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Budapester Brücken. Heute dient die einst militärische Festung als Aussichtspunkt mit einigen Souvenirständen. Zusätzlich findet man beim Aufgang eine Photoreihe der Stadt Budapest in verschiedenen Jahren in der Entwicklung der Stadt. Ein Museum ermöglicht es auch in die unterirdischen Bunker der Festungsanlage zu steigen und sich dort Informationen über den 2. Weltkrieg anzusehen.

Die Geschichte der Zitadelle begann im Jahre 1848. Der Unabhängigskeitkampf brach aus und Ungarn verkündete die Unabhängigkeit vom Hause Habsburg-Lothringen. Nachdem die Revolution blutigst niedergeschlagen wurde, überlegten sich österreichische Generäle wie man zukünftig mehr Kontrolle über Budapest haben konnte. Zunächst wollte man die gesamte Stadt mit einem Wall umkreisen, doch schließlich wurde die Zitadelle auf dem Gellértberg errichtet. Der besonders günstige strategische Punkt ermöglichte es nicht nur die perfekte Verteidigung zu haben, sondern die Festung war auch ideal dazu geeignet die Donau zu überwachen und zu verteidigen.

Prinizipiell war die Verteidigungsanlage kein Bollwerk gegen Aufständische, sondern eine Art Mahnmal, dass Österreich noch immer Herrscher über Ungarn war. Das 220 Meter lange und 60 Meter breite Gebäude wurde in vier Jahren zwischen 1850 und 1854 errichtet. Die Zitadelle wurde auch so errichtet, dass es praktisch unmöglich war sie einzunehmen, was man später auch im 2. Weltkrieg feststellte. Die Garde überwachte die Umgebung rund um die Uhr.

1899 übergab man die Zitadelle den Zivilbehörden und Teile des Komplexes wurden wieder entfernt. Niemand konnte ahnen, dass das Mahnmal im 2. Weltkrieg schließlich doch zum Bollwerk gegen die angreifende Rote Armee umfunktioniert wurde. Als sich die sowjetischen Soldaten näherten, nutzte man die alte Festung um sie zu renovieren und zu festigen, damit sie sehr schnell als Verteidigungsanlage dienen konnte.

Als man 1944 damit begann, Budapest zu bombardieren, wurde in Erwägung gezogen, die Zitadelle in eine Flugabwehrstellung auszubauen. Zeitgleich wurden Bunker und geheime Schutzgänge gegraben die hauptsächlich für Deutsche gedacht waren. Bei der Belagerung von Budapest hielt die Festung solange stand, bis russische Panzer  mit allerletzter Kraft die letzte Verteidigung durchbrachen.

Heute errinnert die Zitadelle an den 2. Weltkrieg. Das Panoptikum 1944 zeigt einen Einblick in die unterirdischen Bunkeranlagen der Deutschen. Die vielen Ausstellungsstücke und die Bilder zeigen das Leben während der Belagerung und wie man in diesen Tagen überleben konnte. Um den Wall herum sind Artilleriegeschütze aufgestellt, die bei der Schlacht eingesetzt wurden. Führungen werden tagtäglich abgehalten, die die Geschichte des stolzen Bauwerkes erläutern und detailliert wiedergeben.

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