Die ungarische Csárda
Falls man in Ungarn wirklich traditionelle ungarische Gerichte essen möchte, so sind spezielle Restaurants die Csárda heißen, der perfekte Ort um dies zu tun. Während einer Reise durch Ungarn wird man immer wieder auf Gaststätten stoßen, die das Wort Csárda beinhalten. Die heute familienfreundlichen Restaurants haben eine interessante Geschichte, die bis in das 19. Jahrhundert zurückgeht. Zusätzlich überraschen sie mit der typisch ungarischen Gastfreundschaft und einem wunderbare Ambiente.
Als man in 19. Jahrhundert begann die ersten Csárda zu bauen, waren sie damals eher Kneipen, die Besucher mit Essen, Getränken und Unterkünften versorgten. Aufgrund des damaligen Transportes waren Unterstellplätze für Pferde und Fuhrwerke ein muss für jede Csárda. Örtlich befanden sie sich immer außerhalb von Städten, meistens eine Tagesreise von der nächsten ungarischen Stadt entfernt. Die Bauweise dieser Gebäude war sehr einfach. Meist besaßen sie ein Strohdach und eine längliche Form, wie man sie heute zum Beispiel in der Puszta sehr oft wiederfindet.
Aber man baute sie immer auf den Landstraßen zu den nächsten Marktplätzen, damit man auch genügend Kundschaft bekam. Das Ziel dieser eher seltsamen Position war es, nicht von der Verwaltung erfasst zu werden. Falls es zu Steuerfragen oder ähnlichem kam, waren die Beamten nicht gerade davon begeistert tagelang zu reisen, um von einem Betrieb Steuern abzusammeln. Es gab auch Fälle, bei denen eine Csárda direkt an der Grenze von zwei Komitaten eröffnet wurden. Wegelagerer, sogenannte Betyaren, konnten sich perfekt in der Kneipe verstecken, ohne das Gendarmen auf sie aufmerksam wurden. Daher erhielt die Csárda in vielen ungarischen Gedichten eine wichtige Rolle.
Die Csárda erinnert ein wenig an die Saloons im Wilden Westen. Es kamen selbstverständlich nicht nur Reisende, sondern die Kneipe war auch Stammlokal für viele Einheimische. Als das Verkehrssystem immer besser wurde, verlor die Csárda ihre traditionelle Rolle und man beschloss sich eher auf den Tourismus zu konzentrieren. Der Teil der Kneipe verschwand allmählich und man konzentrierte sich immer mehr auf die gastronomischen Stärken der Restaurants. Trotzdem ist es für die Köche und die Besitzer das oberste Gebot die traditionellen Rezepte für die Gerichte der Csárda beizubehalten.
Heute dreht sich in der damaligen Kneipe alles um Service. Die Restaurants haben ihre Namen und die Gebäude zum größten Teil beibehalten, aber die Auswahl der Speisen ist längst nicht mehr diesselbe. Es werden zwar hauptsächlich ungarische Gerichte serviert, aber es gibt auch internationale Kost. Das wunderschöne Ambiente und die Unterhaltung durch eine freundliche Bedienung und live Musik bieten eine wunderbare Mischung aus Kultur und Kulinarik. Wir empfehlen ganz besonders die Csárda in Hortobágy.
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