Der Weihnachtsbaum in Ungarn

Der Weihnachtsbaum in Ungarn

Was wäre Weihnachten in Ungarn ohne den Weihnachtsbaum. Dieser ist heutzutage gar nicht mehr aus den Köpfen der Ungarn wegzudenken, wenn man Weihnachten erwähnt. Egal wo man sich in Ungarn befindet entdeckt man bunt dekorierte Christbäume in Geschäften, auf Plätzen und an vielen anderen Orten. Besonders am 24. Dezember ist dieser besondere Baum für die Familien ein wunderbarer Bestandteil des Weihnachtsbrauches, denn er versteckt unter seinen Nadeln nicht nur die Geschenke, sondern ist auch mit süßen Szaloncukor dekoriert.

Der Brauch des Weihnachtsbaumes verbreitete sich genauso wie in Österreich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals besaß der ungarische Adel einige Palais in Wien und zu gesellschaftlichen Anlässen zu Weihnachten entdeckten die ungarischen Adeligen die ersten Weihnachtsbäume. Von dieser Tradition fasziniert wurden zu den folgenden Weihnachtsfesten auch in Budapest Weihnachtsbäume aufgestellt und schon bald besaß jeder in der höheren Gesellschaftsschicht einen feierlichen Baum. Die Diener und Mägde, die vom Land kamen, erzählten von der schönen Tradition und die Landwirte fällten Weihnachtsbäume im Wald und konnten somit genauso wie die Adeligen beim damaligen Trend mitmachen.

Am Vormittag oder frühen Nachmittag versammeln sich die Familienmitglieder und beginnen mit dem schmücken des Weihnachtsbaumes. Noch vor 70 Jahren war es üblich Figuren aus Stroh, Zinn oder kleine Früchte auf den Baum zu hängen. Ebenfalls begehrt waren damals auch die Szaloncukor. Im Zeitalter der Technik wird der ungarische Weihnachtsbaum natürlich mit Girlanden, Christbaumkugeln, kleinen Engelsfiguren, Kerzen und selbstgebastelter Dekoration geschmückt. Die Tradition des Szaloncukor lebt bis heute und besonders die Kleinen freuen sich über die Leckereien auf dem Baum.

Da der Weihnachtsbaum in Ungarn eine fast 200 jährige Tradition hat, ist es schwer zur Adventszeit Orte ohne die dekorierten Bäume zu finden. Wenn man zum Beispiel auf ungarischen Weihnachtsmärkten wie dem Budapester Weihnachtsmarkt unterwegs ist, dann ist der Baum sogar das Zentrum dieser Märkte. Bei einem Weihnachtseinkauf in Ungarn begrüßen viele Geschäfte und Einkaufszentrum die Gäste mit den buntgeschmückten Nadelbäumen. Im Mammut Einkaufszentrum zum Beispiel bewachen kleine Mammutstatuen den wertvollen Weihnachtsbaum mit den Geschenken. In Hotels und in manchen ungarischen Thermen werden Gäste gleich beim Eingang und an der Rezeption mit Weihnachtsbäumen überrascht.

Natürlich hat der Weihnachtsbaum in Ungarn natürlich die unterschiedlichsten Höhen und Formen. Während sich auf großen Plätzen manchmal 20 Meter hohe oder noch höhere Bäume befinden, kaufen sich die Ungarn meist Bäume mit einer Höhe von ungefähr 2 Metern. Für etwas kleinere Wohnungen gibt es auch künstliche Weihnachtsbäume, die ihre Nadeln nie verlieren und öfters verwendet werden können. Diese Option ist zum Beispiel bei Weihnachten auf einem ungarischen Bauernhof oder Weihnachten in der Puszta natürlich unmöglich. Die Gäste können helfen einen Baum auszusuchen, welcher anschließend gefällt, vorbereitet und dekoriert wird und zum Schluss das Wohnzimmer neben dem wärmenden Kamin verzaubert.

Bei einem Weihnachtsaufenthalt in Ungarn wird man immer wieder auf den Weihnachtsbaum stoßen, der aus den Herzen der Ungarn nicht mehr wegzudenken ist. Praktisch jede ungarische Stadt hat zumindest einen Stadtweihnachtsbaum und die Geschäfte locken sowieso mit der bunten Dekoration. Unser Tipp für ganz besonders viele Weihnachtsbäume ist die Budapester Váci utca, die sich direkt nach dem Budapester Weihnachtsmarkt entlang der Donau erstreckt.

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