Die Matthiaskirche (Mátyás templom)
Die Matthiaskirche oder auch Liebfrauenkirche ist Budapests bekannteste Kirche. Sie befindet sich im Burgviertel in der Nähe des Budaer Burgpalastes. Die Kirche war die erste auf dem Schlossberg und wurde von der UNESCO als Teil des Welterbes eingetragen. Die Budapester Sehenswürdigkeit hat auch den Titel “Krönungskirche”, da hier wichtige Krönungen von Robert von Anjou, Franz Joseph I. und Karl IV. stattgefunden haben. Für Budapester ist die Matthiaskirche ein wichtiges Wahrzeichen. Sie hat sich im Laufe der Jahrhunderte zwar oft gewandelt, aber der heutige Gebäudekomplex enthält noch Elemente aus fast allen Stilepochen.
Diverse Quellen bestätigen, dass die Matthiaskirche um das Jahr 1015 von König Stephan I. erbaut wurde. Angeblich wurden auch die Überreste des heiligen Gellért zu dieser Zeit beigesetzt. Mitte des 13. Jahrhunderts ließ König Béla IV. die heutige Kirche erbauen. Somit spielte die Matthiaskirche bereits in dieser Zeit eine wichtige Rolle und war Anlaufstelle für viele gläubige Christen in Budapest.
Nach dem verheerenden Mongolensturm ließ man viele Burgen an strategisch wichtigen Punkten errichten. Während man das Burgviertel errichtete, schaffte man auch für die deutsche Bürgerschaft von Buda die Liebfrauenkirche. Zwischen 1370 und und 1433 erlebte die Matthiaskirche viele Renovierungen. Je nachdem, welcher König gerade regierte, wurden Schiffe angepasst und Kapellen an das Gebäude hinzugefügt. Der eigentliche Name der Kirche geht auf König Matthias Corvinus zurück, der die Matthiaskirche in einem Renaissance-Stil erweitern ließ.
Während der türkischen Besatzungszeit wurde die Matthiaskirche vollkommen in eine Moschee umgewandelt, dabei gingen wertvolle Relikte und Kunstwerke für immer verloren. Nach der Besatzung wurde die Kirche wieder renoviert und traditionsgemäß verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts war Frigyes Schulek für die Erweiterung der Kirche verantwortlich. Bei der Belagerung von Budapest im 2. Weltkrieg wurde auch die Matthiaskirche schwer beschädigt. In den darauffolgenden Jahren renovierte man den Komplex nach den Plänen von Schulek. Besonders schwer war es das Dach nach den Originalplänen wieder herzustellen.
Heute kann man die wundervolle Kirche tagtäglich besuchen. Besondere Teile der Kirche sind das Marientor, das Rabenwappen, diverse Kapellen, die Krypta und die Orgelempore. Um das Schauspiel der Fenster erleben zu können, sollte man die Matthiaskirche zu Mittag oder am frühen Nachmittag besichtigen. Für den Eintritt wird eine kleine Spende verlangt, da die Kirche erst vor kurzem Renoviert wurde und somit für die Touristen wieder begehbar gemacht wurde. Es werden auch Rundgänge mit Führern angeboten, damit man mehr über die Kirche erfahren kann. Hierbei gibt es mehrsprachige Führungen und auch private Kleinführungen. Zusätzlich dazu kann man sich im Museumsshop ein paar kleine Andenken an die Matthiaskirche erwerben.
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