Jászberény (Jasbrin)
Nur knapp 80 Kilometer östlich von der Hauptstadt Budapest und nahe an der ungarischen Puszta liegt die ungarische Stadt Jászberény. Mit ihren 29.000 Einwohnern ist die Stadt im Komitat Jász-Nagykun-Szolnok mittelgroß, aber die Sehenswürdigkeiten und die ungarische Kultur sind hier enorm. Neben einer lebhaften Geschichte gibt es interessante Museen, viel Volkskunde, ein ungarisches Thermalbad und auch den Ursprung von zwei bekannten ungarischen Legenden. In Jászberény können Gäste auch jedes Jahr einige Veranstaltungen und Aufführungen erleben und genießen, die zum wunderbaren Stadtbild beitragen. Jászberény ist einer der ungarischen Städte, welche bis jetzt zwar noch relativ unentdeckt sind, aber sehr viel zu bieten haben.
Schon die Geschichte von Jászberény zeigt die Lebhaftigkeit der Einwohner. Bereits viele Jahrtausende vor Christus wurde die Stadt in der Steinzeit bewohnt. Anschließend siedelten sich die verschiedensten Volksgruppen in dieser Region an, nicht zuletzt die Awaren, welche schließlich von den Magyaren im 9. Jahrhundert vertrieben wurden. Unter Béla IV. siedelten sich im Mittelalter die Jazygen, ein Volk aus dem heutigen Iran, in der Stadt an und brachten ihre Kultur mit. Während der osmanischen Besatzung wurde die Stadt in einen Militärposten umgewandelt, bis Jászberény rückerobert wurde. Die Bewohner waren bemüht genügend Geld aufzutreiben, um die Stadt freizukaufen und unter Maria Theresia wurde diese Unabhängigkeit auch anerkannt. Nach der ungarischen Revolution 1848-1849 wurde Jászberény in eine Verwaltungsregion gegliedert und war fortan nicht mehr unabhängig.
Im Lauf dieser Jahrhunderte hat sich innerhalb und um Jászberény einiges abgespielt. Ein Stadtrundgang sollte unbedingt beim Rathaus der Stadt begonnen werden. Dieses ansehnliche Gebäude beherbergt das Jász-Museum. Die Sammlung ist nicht nur über 125 Jahre alt, sondern sie präsentiert auch Ausstellungsstücke aus einer Zeitspanne von über 15.000 Jahren. Das Glanzstück ist die älteste Reliquie Ungarns, nämlich ein Horn aus Elfenbein, welches das zentrale Element der Lehel-Sage ist. Gleich in der Nähe befindet sich auch das Hotel Lehel mit einem ehemaligen Gymnasium im Obergeschoss und dem mit Statuen dekorierten Park entlang der Zagyva, der einen Spaziergang wert ist. Schnell entdeckt ist auch die Husarenstatue, welche an jene Helden der Husaren gedenken soll, die ihr Leben im Ersten Weltkrieg gelassen haben.
Zu den interessanten religiösen Gebäuden von Jászberény gehören definitiv die Rosalia-Kapelle und die römisch-katholische Kirche. Während die Kapelle an die Erlösung von der Pest im Mittelalter erinnert, beherbergt die gotische Kirche ein wunderschönes Tabernakel und imposante Altarbilder. Ebenfalls zur Besichtigung steht auch die Franziskanerkirche zur Verfügung, welche ebenfalls schöne Altarbilder aufweist. Beim weiteren Spaziergang der Stadt entdeckt man ein Zeichen des Friedens, nämlich das Türkisch-Ungarische Denkmal. Dieses Denkmal wurde auf Knochen erbaut, welche 1909 bei der Entfernung der türkischen Burg entdeckt wurden. Ebenfalls sehenswert ist auch das Hamza-Stiftungsmuseum, welches sich mit dem Filmregisseur Dezsö Akos Hamza beschäftigt.
In Jászberény gibt es insgesamt zwei Sagen, welche fast überall in der Stadt in irgendeiner Form repräsentiert sind. Die erste Sage ist einer der bekanntesten in Ungarn. Um das Jahr 950 begannen magyarische Truppen einen Feldzug gegen das deutsche Kaisertum. Die Anführer der Männer waren Lehel und Bulcsu und sie führten die Krieger erfolgreich gegen die zunächst schwachen Gegner. Bei Augsburg aber wehrten sich die Deutschen stark und nahmen die beiden Anführer gefangen. Der Kaiser überließ den beiden die Entscheidung wie sie sterben sollten, doch Lehel bat vor seiner Entscheidung noch einmal sein Horn zu blasen. Der Wunsch wurde ihm erfüllt und sobald er das Horn in der Hand hatte stürmte er auf den Kaiser zu und zertrümmerte seinen Schädel mit dem harten Elfenbein. Lehel sagte zum sterbenden König: Du gehst vor mir und wirst im Jenseits mein Diener sein!
Einer weiteren Sage nach liegt Attila der Hunnenkönig irgendwo bei Jászberény im Flussbett der Zagva begraben und er hatte auch ein Zeltlager in der heutigen Stadt. Die Sage von Lehel ist aber mit dem Horn im Museum die weitaus beliebtere. Nach so vielen Erzählungen können Gäste ein Bad im Thermalbad der Stadt nehmen, oder sich den Pflanzen- und Tierpark ansehen, in welchem auch Tiger zu finden sind. Zu den jährlichen Veranstaltungen gehören das Tschango-Festival und der nationale Honigmarkt. Hier bekommt man herrlichen ungarischen Honig direkt von den Erzeugern. Auch die Theateraufführungen sind sehr abwechslungsreich und eine kulturelle Bereicherung von Jászberény.
Zusammenfassend ist Jászberény voller Überraschungen und interessanter Aktivitäten. Seien es historische Aspekte in den Museen oder Austellungen, die Suche nach legendären Begebenheiten, ein Ausflug in das Thermalbad, oder ein Besuch im Park oder im Tierpark, diese Stadt bietet genügend Möglichkeiten für ein straffes Tagesprogramm. Nach einem erlebnisreichen Tag kann man in einem ungarischen Restaurant noch ein gutes Gericht mit einem ungarischen Wein genießen und wenn man möchte kann man als Souvenir etwas ungarischen Honig mitbringen. Jászberény ist auf jeden Fall einen Besuch Wert und da sich die Stadt so nah zu Budapest und der Puszta befindet, kann man auch in der Umgebung der Stadt noch etliche weitere Programmpunkte entdecken und nutzen. Kommen Sie nach Jászberény und erleben Sie das Vermächtnis von Lehel.
Karte der Stadt Jászberény
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