Die wichtigsten Gesetze der ungarischen Straßenverkehrsordnung

Die Straßenverkehrsordnung in Ungarn

Wenn man sich dafür entschieden hat mit dem eigenen Auto nach Ungarn zu reisen, dann gibt es vor der Reise ein paar Tipps die die Fahrt erleichtern können. Nichtsdestotrotz vergessen die meisten Gäste darauf sich vorher über die ungarische Straßenverkehrsordnung zu erkundigen. Dabei sind die Regelungen denen in Österreich, Deutschland oder der Schweiz sehr ähnlich und wegen kleinen Unterschieden kann eine Polizeikontrolle oder ein Strafzettel den Urlaub in Ungarn doch etwas vermiesen. Daher kann man hier nun die wichtigsten Regeln der ungarischen Straßenverkehrsordnung durchlesen, um die Anreise entspannt zu beginnen.

Viele Gäste vermuten, dass die ungarische Straßenverkehrsordnung sich von anderen EU-Ländern stark unterscheidet. Dem ist aber definitiv nicht so. Nach dem Genfer Verkehrsabkommen gelten auf allen europäischen Straßen zu 99% die selben Gesetze. Das bedeutet, dass ein Stop-Schild in Budapest genauso aussieht wie in Berlin, was natürlich auch für die meisten anderen Schilder in Ungarn gilt. Die Abbildungen von manchen Hinweis- und Warnschildern können etwas anders aussehen, aber die Bedeutung ist immer eindeutig. Genauso ist es auch mit dem Ampelsystem, welches ebenfalls mit dem Rot-Gelb-Grün System arbeitet.

Die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten in der ungarischen Straßenverkehrsordnung unterscheiden sich sehr gering von anderen Ländern. So ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für Pkws auf den ungarischen Autobahnen 130 km/h. Schnellstraßen oder Autostraßen dürfen mit maximal 110 km/h befahren werden, Freilandstraßen mit 90 km/h und innerhalb von ungarischen Städten und Ortschaften sind 50 km/h das Limit. Diese Geschwindigkeiten werden natürlich mit Schildern angezeigt, und wenn man sich nicht sicher ist ob man auf einer Freilandstraße oder einer Schnellstraße fährt, dann ist es ratsam lieber mit 90 km/h zu fahren um das Tempolimit nicht aus Versehen zu übertreten.

Nun gibt es noch ein paar Gesetze in der ungarischen Straßenverkehrsordnung, die den meisten Gästen unbekannt sind und die Hauptursache für Bußgelder und Kontrollen sind. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass man sich diese Gesetze merkt. Obwohl es in vielen anderen EU-Ländern möglich ist die Gesetze zu ignorieren, da man sowieso nicht kontrolliert wird, sollte man in Ungarn ganz besonders acht geben. Die ungarische Polizei kontrolliert Verstöße sehr genau und deshalb lohnt es sich nicht zu schnell zu fahren, oder einer dieser Regeln zu missachten:

  1. Während der Fahrt müssen Fahrer den Führerschein, die Versicherungskarte für den Pkw, die Autopapiere, ein Warndreieck, einen Erste-Hilfe Kasten und eine Warnweste mitführen.
  2. Das Abblendlicht muss außerhalb von Ortschaften immer an sein. Obwohl moderne Fahrzeuge automatisch immer das Abblendlicht aktiviert haben, müssen Fahrer mit etwas älteren Fahrzeugen darauf achten, dass das Licht auch tagsüber eingeschaltet ist.
  3. In Ungarn gilt eine Alkoholgrenze von 0,0 Promill. Besonders bei dieser Nulltoleranzpolitik müssen Gäste oft sehr hohe Strafen zahlen, da sie nach einem Glas ungarischem Wein noch nach Hause fahren möchte.
  4. Kinder unter 12 Jahren dürfen auf keinem Fall am Beifahrerplatz sitzen, sondern nur hinten. Insbesondere gilt auch eine allgemeine Gurtpflicht für alle Personen im Auto.
  5. Das Telefonieren am Steuer ist nur mit einer Freisprechanlage gestattet. Telefonieren mit dem Handy am Ohr kann zu sehr hohen Geldbußen führen.
  6. Bei Bahnübergänge dürfen Fahrzeuge maximal mit einer Geschwindigkeit von 5 km/h queren, bei einem Verstoß dürfen Polizisten die Geschwindigkeit auch ohne Messung schätzen.
  7. Das Überholen ist selbstverständlich wie in anderen EU-Ländern auf Kreuzungen, Bahnübergängen und Kurven verboten.

Anschließend haben wir noch einen Tipp wie man sich verhalten sollte, wenn man gegen die ungarische Straßenverkehrsordnung verstößt und von der Polizei angehalten wird. Zunächst einmal sollte man bei einer Kontrolle darauf aufmerksam machen, dass man kein Ungarisch spricht und ob es möglich ist sich auf Deutsch oder English zu verständigen. Anschließend sollte man sich bewusst sein, dass die ungarische Polizei generell Strafen von bis zu 10.000 Forint (ca 40 Euro) sofort abkassieren darf. Mit Euro kann noch nicht bezahlt werden, deshalb sollte man diesen Forintbetrag immer mit sich führen. Trotz Geldstrafen ist es wie überall in Europa oberste Pflicht höflich zu bleiben, um den finanziellen Schaden zu minimieren. Wenn das Auto in einer Innenstadt abgeschleppt wird oder eine Parkkralle montiert wird, sollte man professionelle Hilfe anfordern.

Im großen und ganzen sieht man das die ungarische Straßenverkehrsordnung sich von anderen StVOs kaum unterscheidet. Solange man sich die oben genannten Gesetze merkt und ordnungsgemäß fährt kann man sich auf einen wundervollen Urlaub am Balaton oder in der Puszta freuen. Wir wünschen eine angenehme und sichere Fahrt.


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